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Teich – welcher Teichfilter ist der richtige für mich?

Lesezeit: 6 Minuten Ein Gartenteich ist eine wunderbare Dekoration in einem Garten, bietet einen Ruhepol und eine Wohlfühloase an. Ein Element, welches einen Garten für viele Jahre bereichert. Es handelt sich hierbei jedoch um ein künstliches, geschlossenes System, so dass eine technische Unterstützung notwendig wird, um ein biologisches Gleichgewicht aufzubauen und zu erhalten.

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Teich - welcher Teichfilter ist der richtige für mich?

Teich – welcher Teichfilter ist der richtige für mich?

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Das Herzstück der gesamten technischen Elemente ist der Teichfilter, der für sauberes Wasser in guter Qualität sorgt. Da jeder Gartenteich anders gestaltet sein kann, gibt es unterschiedliche Teichfilter, die in Frage kommen können. Vor der Betrachtung der verschiedenen Filter wird ein Blick auf die Vorgänge bei der Filterung geworfen.

Abläufe in einem natürlichen Teich

Wenn ein künstlicher Gartenteich nur mit technischer Unterstützung laufen kann, so stellt sich die Frage, was in natürlichen Teichen, die in Wäldern und Gebirgen zu finden sind, für Prozesse ablaufen und wie sich diese regulieren. Natürliche Teiche sind nie geschlossene Systeme und haben immer einen Zulauf durch einen Bach und meist auch einen Ablauf, d.h. diese Teiche werden ständig mit frischem Wasser versorgt und geben Wasser ab.

In diesen Teichen hat sich über die Jahre ein Ökosystem entwickelt, welches sich in einem natürlichen Kreislauf befindet. Dort leben nur so viele Fische, wie es das Ökosystem zulässt. Weiterhin hat an diese Teiche niemand einen Anspruch auf klares Wasser, so dass sich eine Algenblüte mal ausbreiten kann und von den Jahreszeiten von alleine wieder eingedämmt wird. In einem natürlichen Gewässer laufen Stoffwechselprozesse durch Bakterien ab, welche regulierend in das System eingreifen.

Verschiedene Prozesse bei der Teichfilterung

Alleine der Anspruch an den Gartenteich, immer klares Wasser zu haben und ein gesundes Ökosystem darzustellen, erhebt ganz andere Ansprüche und braucht Technik, damit dies einritt. Im Wasser befinden sich verschiedene Partikel, die das Wasser trüben können. Das ist der Eintrag von außerhalb in Form von Laubblättern und Staub wie Pollen oder Dreck.

Im Wasser verwelken die Pflanzen und es setzt sich Schlamm auf dem Boden ab. Werden Fische gehalten, kommen noch Ausscheidungsprodukte sowie Futterreste hinzu. Neben den groben Schmutzpartikeln befinden sich auch Stoffwechselprodukte im Wasser, die nicht mit dem bloßen Auge erkennbar sind. Daher unterteilt sich die Filterung in mechanische sowie biologische Prozesse.

Bei der mechanischen Teichfilterung geht es um die Entfernung von Schmutzpartikeln aus dem Wasser, in dem sie durch eine Filtervorrichtung im Filter zurückgehalten werden. Dies kann über ein Sieb mit unterschiedlicher Maschenstärke, über Vlies oder über Filterbürsten geschehen.

Welche Prozesse laufen bei der biologischen Filterung ab?

Verschiedene Bakterien unterstützen die biologische Filterung. Zum einen sind Bakterien natürliche Bestandteile eines Teiches, da sie Biofilme auf verschiedenen Oberflächen wie Steinen bilden. Des Weiteren kann mit dem richtigen Filtermaterial die Ansiedlung weiterer Bakterien gefördert werden, die anhand ihrer Stoffwechselprozesse Schadstoffe im Wasser abbauen.

Neben einer guten Wasserqualität verhindern aktive Bakterien zudem einen starken Algenwuchs und unterstützen die Reduzierung des Bodenschlamms. In dem die Mikroorganismen eine gute Wasserqualität gewährleisten, wirken sie sich positiv auf die Gesundheit der Fische aus und diese können ein starkes Immunsystem entwickeln.

Die bakteriellen Aktivitäten im Filter verbrauchen Sauerstoff, so dass auch von einem  aeroben Abbau gesprochen wird. Der Sauerstoff ist eine Größe im Teich, die Sie immer im Auge behalten sollten, da nicht nur die Bakterien darauf angewiesen sind, sondern auch die Fische für ihre Atmung.

Doch welche Stoffe im Wasser müssen abgebaut werden? Lebewesen im Teich haben in ihren Ausscheidungen Stoffwechselprodukte vom Proteinstoffwechsel. Über die Kiemen wird Ammonium (NH4+) in das Wasser abgegeben, welches erstmal vergleichsweise ungefährlich ist.  Die Nitrifikanten unter den Bakterien wandeln das Ammonium über Nitrit (NO2-) in Nitrat (NO3-) um.

Das Nitrat wird von denitrifizierenden Bakterien für die Energiegewinnung genutzt. Durch ihren Stoffwechsel entfernen sie überschüssiges Nitrat aus dem Teich. Dieser Kreislauf sollte immer vollständig ablaufen, da Nitrit in hohen Mengen giftig auf die Lebewesen wirkt. Bei zu hohen Nitritkonzentrationen ersticken die Fische.

Eine weitere Rolle bei diesem Kreislauf spielt der pH-Wert des Wassers. Dieser liegt im Teich für Fische optimal zwischen 6,5 und 8,5. Dieser Wert sollte regelmäßig kontrolliert werden. Kommt es zu einem Anstieg des pH-Wertes über 7, findet eine schnelle Umwandlung des ungiftigen Ammonium in das sehr giftige Ammoniak (NH3)statt. Dieses hat negative Auswirkungen auf das Stress- sowie Immunsystem der Fische.

Die Bakterien sind ebenfalls in der Lage Ammoniak in Nitrat abzubauen, doch längerfristig wird das Ökosystem durch dieses Nitrat belastet. Dies führt zu einem schlechten Pflanzenwachstum und könnte zu einem Algenproblem führen. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sich alle  Stoffwechselkreisläufe in einem Gleichgewicht befinden. Die einzelnen Werte sollten daher über Wassertests regelmäßig im Auge behalten werden.

Aufbau des biologischen Filters

Damit alle Prozesse ineinandergreifen können, wird eine Vielfalt an Bakterien benötigt, die unterschiedliche Stoffwechselwege durchführen. Der Stoffwechsel der einen Bakterien liefert Produkte, die die nächsten Bakterien zur Energiegewinnung nutzen. Daher ist eine gut durchdachte Mischung an Bakterien am besten für den Teich.

Zu diesem Zweck entwickeln die verschiedenen Hersteller sogenannte Starterkulturen, die zum Einfahren eines Teiches eingesetzt werden können, die aber auch zum Einsatz kommen, nachdem ein Filter gereinigt worden ist. Der Filter benötigt eine große Oberfläche, an der sich die Bakterien ansiedeln können.

Dafür eignen sich verschiedene Materialien sehr gut wie Keramikfilter, Filterschaum, Tonröhrchen oder sogenannte Biobälle. In porösen Medien entstehen kleine Reaktionsräume, in denen sich mit Vorliebe Bakterien ansiedeln werden, die zusammen einen Kreislauf bilden.

Bei der Teichfilterung sollten Sie bedenken, dass mechanische und biologische Filter nie einzeln eingesetzt werden, sondern nur in Kombination sehr effektiv zusammenwirken. Dabei wird der mechanische Filter dem biologischen Filter vorgeschaltet. Es empfiehlt sich auch immer der Anschluss einer Teichpumpe.

Die Bakterien erhalten dadurch genügend Sauerstoff, den sie für ihre Stoffwechselprozesse benötigen. Weiterhin sorgt die Teichpumpe dafür, dass die Filtermaterialien mit genügend Wasser umspült werden.

  • Worauf muss geachtet werden bei der Suche nach der richtigen Teichfilterung?
  • Wenn Sie den richtigen Teichfilter für Ihren Gartenteich suchen, müssen einige Faktoren beachtet werden, die in der Auswahl mit hineinspielen.
  • Größe des Teiches sowie das vorhandene Wasservolumen
  • Lage des Teiches sowie die umgebenden Standortbedingungen (Sonne, Schatten, viele oder wenige Bäume)
  • Pflanzenteich oder Fischteich
  • Anzahl der Fische
  • Filterleistung
  • Schwerkraft- oder Pumpenbetrieb
  • Installation im Wasser oder außerhalb
  • Einsatz von Teichpumpen

All diese Überlegungen müssen vor der Anschaffung in die Gedanken mit einbezogen werden. Die Anschaffung von Filtersystemen verlangt einiges an Investitionen, so dass im Vorfeld klar sein sollte, in welches System investiert wird.

Teichfilterung in einem fischlosen Teich

Ein reiner Pflanzenteich sollte von alleine in der Lage sein, ein ökologisches Gleichgewicht herzustellen. Ihnen sollte jedoch klar sein, dass das Wasser in einem natürlichen System immer ein wenig trüb ist und der Blick nicht bis auf den Grund möglich sein wird. Dafür sind absterbende Pflanzen oder auch der Eintrag von Staub verantwortlich. Haben Sie das Bedürfnis, sich an einem klaren Teich zu erfreuen, dann wird ein Teichfilter nötig sein.

Die mechanische Filterung spielt vordergründig eine Rolle, da sich hauptsächlich Schmutzpartikel im Wasser befinden, jedoch keine Ausscheidungspartikel von Fischen. Für einen Pflanzenteich können Kammerfilter installiert werden. Einzelne Kammern werden miteinander kombiniert und können somit an die verschiedenen Bedingungen vor Ort angepasst werden.

Die einzelnen Kammern enthalten verschiedene Filtermedien, die optimal zusammengestellt werden können, um für ihren Teich die passende mechanische und biologische Filterung zusammenzuführen. Hintereinander werden erst die groben Schmutzpartikel aus dem Teich gefiltert bis hin zu sehr kleinen Partikeln. Vor dem Kammerfilter wird eine passende Pumpe installiert, die eine optimale Durchlaufzeit des Wassers durch den Filter gewährleistet.

Für eine gründliche Reinigung darf das Wasser  nicht zu schnell durch den Filter befördert werden, weshalb Pump- und Filterleistung aufeinander abgestimmt sein müssen.

Welches Filtersystem ist für den Fischteich am besten geeignet?

Ganz andere Bedingungen sind jedoch vorhanden, wenn im Teich Fische gehalten werden. Das Wasser wird nicht nur durch verwelkende Pflanzen sowie Schmutzeintrag von außen getrübt. Durch die Fische gelangen Ausscheidungsprodukte sowie Futterreste ins Wasser. Weiterhin wirbeln die Fische ständig den Bodenschlamm auf, so dass dieser das Wasser eintrübt und abgesunkene Stoffe immer wieder ins Wasser einbringt.

Ohne eine effektive Filterung kann es zum einen zur Entstehung von toxischen Stoffen kommen, die eine störende Auswirkung auf das biologische Gleichgewicht haben. Zum anderen können Sie ihre Fische nicht genießen, da kein freier Blick auf sie besteht.

Auch hier sollte zuerst ein Blick auf die mechanische Filterung geworfen werden, die die groben Schmutzpartikel aus dem Wasser entfernt. Besonders bei der Haltung von Kois ist die Anschaffung eines Vorfilters erwägenswert. Zu empfehlen sei der Ultra-Sieve Spaltfilter, bei dem das Wasser durch Schwerkraft oder durch eine Teichpumpe über ein feines Sieb geleitet wird.

Durch unterschiedliche Maschengrößen im Sieb können bis zu µm kleine Schmutzpartikel aus dem Wasser entfernt werden. Eine zweite Möglichkeit ist die Filterung über ein feines Vlies. Ein Vliesfilter beinhaltet eine große Vliesrolle. Sind die einzelnen Poren verstopft und die Filterung ist nicht mehr effektiv, dreht sich die Vliesrolle von alleine weiter, so dass die Handhabung dieses Filters sehr einfach ist und er kaum einer Wartung bedarf.

Oder Sie informieren sich über einen Trommelfilter, einem sehr effektiven Vorfilter bei dem das Wasser über eine Trommel geleitet wird, die wie ein Sieb wirkt. Ist die Trommel verstopft, wird sie automatisch gereinigt.

Dadurch, dass diese vorgeschalteten Filter den groben Schmutz aus dem Wasser filtern, können die nachkommenden Filter viel effektiver arbeiten, da sie nicht so schnell verstopfen. Wenn der Filter nicht so schnell verstopft, muss er nicht so oft gereinigt werden, so dass den Bakterien die Zeit und Möglichkeit gegeben wird, einen aktiven Biofilm aufzubauen, in dem die verschiedenen Stoffwechselprozesse ablaufen können.

Es gibt verschiedene Filtersysteme, die sich für eine Installation am Fischteich eignen und alle haben ihre eigenen Vorzüge.

In einem Modulfilter sind mehrere Kammern hintereinander geschaltet, die durch unterschiedliche Filtermedien sehr gut in ihrer Arbeit aufeinander abgestimmt werden können. Erhöht sich der Fischbesatz, kann der Modulfilter passend erweitert werden. Weiterhin gibt es einen Beadfilter, in dem sich Millionen kleiner Plastik-Beads befinden. Sie haben eine sehr hohe Oberfläche, auf der sich die Bakterien ansiedeln können.

Die einzelnen Filtersysteme können unterschiedlich miteinander kombiniert werden, um das Teichwasser effektiv zu reinigen. Daher ist es unerlässlich, sich im Vorfeld genau über die verschiedenen Systeme zu informieren, bevor ein Teichfiltersystem angeschafft wird. Während der kalten Wintermonate fällt der Teich und mit ihm seine Bewohner in eine Ruhephase, wo auch sehr wenig Stoffwechsel betrieben wird. In dieser Zeit ist es nicht notwendig, den Filter auf vollen Touren laufen zu lassen.

Wo kann ich gute Teichfilter erwerben?

Wir haben aufgezeigt, dass eine gute Information im Vorfeld wichtig ist, bevor Sie einen Teichfilter kaufen. Sie können sich beim Fachhändler oder auch im Internet informieren. Bei Baumärkten, Amazon, Ebay oder in auf Teichfilter spezialisierte Onlineshops wie www.hanako-koi.de haben Sie die Möglichkeit, die richtigen Filtersysteme zu erwerben. Die Fachhändler beraten Sie auch bei der Installation und der Wartung.

Die heutigen Teichfiltersysteme zeichnen sich alle durch robuste Materialien aus, so dass sie für den langlebigen Einsatz konzipiert sind. Zudem sind sie so entwickelt, dass sie wartungsarm sind und sich jederzeit einfach reinigen lassen. Eine regelmäßige Wartug und Reinigung garantiert eine effektive Filterung. Haben Sie für ihren Teich den richtigen Filter angeschafft, werden Sie lange Freude an der Wasserqualität und somit an ihrem Teich haben.

Bildnachweis: pure-life-pictures / stock.adobe.com

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