Computer Praxistipps

Strom und Geld sparen mit 80 PLUS-zertifizierten PC-Netzteilen

Lesezeit: 3 Minuten Achten Sie beim Kauf eines neuen Netzteils nicht nur auf Nennleistung und Preis. Billig-Netzteile liefern mitunter weniger als die Hälfte der zugeführten elektrischen Leistung an den PC, der Rest heizt das Rechnergehäuse auf und kann zu Schäden führen. 80 PLUS-zertifizierte Netzteile dagegen haben einen Wirkungsgrad von über 80 bis 90 Prozent. Das senkt den Energieverbrauch und die Stromkosten.

3 min Lesezeit

Strom und Geld sparen mit 80 PLUS-zertifizierten PC-Netzteilen

Lesezeit: 3 Minuten

Woran Sie ein Netzteil mit hohem Wirkungsgrad erkennen

Achten Sie beim Kauf eines Netzteils für Ihren PC auf das Logo 80 PLUS. Sie finden es auf der Verpackung zertifizierter Netzteile, die bei einer Last von 20%, 50% und 100% mindestens einen Wirkungsgrad von 80% erreichen. Die 80 PLUS-Zertifizierung ist auch häufig in der Werbung und Produktbeschreibung angegeben.

Es gibt mehrere 80 PLUS-Zertifizierungen

Dabei gibt es mehrere 80 PLUS Zertifizierungen. Es gilt zwischen 80 PLUS, 80 PLUS Bronze, 80 PLUS Silver, 80 Plus Platinum und 80 PLUS Titanium zu unterscheiden. Je höher die Zertifizierung, umso höher ist auch der Wirkungsgrad, der ab 80 PLUS Platinum ab 20 Prozent Last über 90 Prozent liegt.

Die meisten Netzteile haben die Angabe 80 PLUS oder 80 PLUS White und sind für eine Eingangsspannung von 230 V nicht zertifiziert, sondern ausschließlich für 115 V. Sie sollten daher zur Sicherheit ein Netzteil anschaffen, das mit 80 PLUS Bronze oder höher zertifiziert ist.

Dabei wird derzeit auf dem Markt kein Netzteil mit 80 PLUS Titanium angeboten, auch 80 PLUS Platinum ist sehr selten. Das größte Angebot stellen Netzteile mit 80 PLUS und 80 PLUS Bronze dar, einige bessere Geräte haben auch 80 PLUS Gold.

Sparsame Netzteile von Markenherstellern

Kaufen Sie einen neuen PC, sollten Sie sich auch nach der Netzteil-Zertifizierung bzw. dem Wirkungsgrad des Netzteils erkundigen. Es gibt sparsame PCs von Markenherstellern, die mit Netzteilen von deutlich unter 300 Watt Nennleistung auskommen.

Obwohl der Zubehörmarkt keine zertifizierten Netzteile mit einer Nennleistung unter 300 Watt anbietet, ist das bei den PC-Herstellern anders. So verbaut etwa Dell ein Netzteil mit 235 Watt Nennleistung und über 90 Prozent Wirkungsgrad bei einer Last von 20 Prozent, 50 Prozent und 100 Prozent.

Zertifizierte Netzteile im Handel haben hohe Nennleistung und höhere Preise – wann sich das für Sie lohnt

Netzteile für den PC gibt es bereits für unter 15 Euro mit über 400 Watt Nennleistung – das sind im Regelfall nicht zertifizierte Stromfresser. Zertifizierte Netzteile mit 80 PLUS Bronze aufwärts und 300 Watt Nennleistung werden ab etwa 35 Euro deutlich teurer angeboten.

Der Mehrpreis von rund 20 Euro lohnt sich, denn Sie sparen bei durchschnittlich 50 Prozent Last etwa 30 Prozent der eingespeisten Energie und haben daher häufig schon nach einem Jahr die Mehrkosten durch eingesparte Stromkosten wieder heraus.

Erst ab einer Nennleistung von 400 Watt werden zertifizierte Netzteile mit 80 PLUS Gold angeboten, 80 PLUS Platinum gibt es erst bei Netzteilen mit mindestens 500 Watt Nennleistung, wobei das Angebot ab 750 Watt deutlich größer wird.

Sofern Sie keine High-End-Grafikkarte installiert haben, die sehr viel Strom verbraucht, werden Sie kein 400-Watt-Netzteil oder gar mehr Nennleistung benötigen. Es lohnt sich hier auch nicht, ein größeres Netzteil zu kaufen, denn der Preis ist deutlich höher und der Platzbedarf im Gehäuse meist auch.

Bedenken Sie auch, dass Sie durch den höheren Wirkungsgrad auch weniger Nennleistung benötigen: Ein Billig-Netzteil mit 420 Watt liefert sekundär womöglich nur rund 210 Watt, ein zertifiziertes 80-PLUS-Netzteil mit 300 Watt Nennleistung dagegen mindestens 240 Watt.

Im Vergleich zu den Billig-Netzteilen zu Preisen von 15 bis 30 Euro sind die nach 80 PLUS Gold und Platinum zertifizierten Netzteile mit rund 100 Euro bis weit über 200 Euro zudem deutlich teurer, so dass der Mehrpreis durch die Stromersparnis selten aufgewogen wird.

Wie viel Strom braucht Ihr Netzteil im Standby-Betrieb?

Die meisten PCs sind länger am Tag aus- als eingeschaltet, daher ist es auch sehr wichtig, wie viel Strom Ihr Netzteil im ausgeschalteten Zustand verbraucht, wenn es im Standby-Betrieb ist. Den geringsten Verbrauch haben Sie hier, wenn Sie den PC zum Beispiel über eine schaltbare Steckdosenleiste oder den Schalter am Netzteil stromlos schalten. Doch das Ein- und Ausschalten wird oft vergessen.

Achten Sie daher auf den Standby-Stromverbrauch und das Logo "EuP Ready", denn es garantiert einen Stromverbrauch von unter 1 Watt im ausgeschalteten Zustand und bei Standby. Die Abkürzung EuP steht für Energy using Products.

EuP ready ist eine Umsetzung einer am 7. Januar 2010 eingeführten EU-Richtlinie, nach der elektronische Geräte im Standby nur noch max. 1 Watt Stromverbrauch haben dürfen. Ihr Mainboard (Hauptplatine) sollte diese Richtlinie allerdings auch erfüllen, denn sonst wird es den tatsächlichen Verbrauch im Standby bestimmen.

Kaufen Sie ein neues Mainboard, werden Sie in dessen Beschreibung auch häufig finden, dass ein Netzteil mit EuP ready-Logo verwendet werden soll. Sofern Ihr Netzteil schon etwas älter ist, steht dann also auch der Kauf eines neuen Netzteils an und Sie können dabei gleich auf die 80 PLUS Bronze-Zertifizierung achten.

Weitere Informationen

Interessante weitere Informationen zu PC-Netzteilen finden Sie bei Wikipedia , eine Liste der 230-V-zertifizierten 80 PLUS-Netzteile bei Plug Load Solutions.

Das Bild zeigt das 80 PLUS Bronze zertifizierte Netzteil SS-650HT-B1 mit 650 Watt Ausgangsleistung und Standby-Verbrauch von unter 1 W der Bicker Elektronik GmbH.

Weitere Informationen zu Netzteilen bei experto

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: