Computer Praxistipps

Stoppen Sie den Windows 10-Datenhunger!

Lesezeit: 3 Minuten Windows 10 entpuppt sich als Datensammler, der jede Menge persönliche Infos an Microsoft funkt. Immerhin bietet das neue Betriebssystem aber einige Werkzeuge, die Spionage in den Griff zu bekommen. Ich zeige Ihnen, welche das sind.

3 min Lesezeit

Stoppen Sie den Windows 10-Datenhunger!

Lesezeit: 3 Minuten

Windows 10 ist noch enger mit Microsofts Internet-Diensten verknüpft als Windows 8. Dementsprechend hat Microsoft die Datenschutzbestimmungen angepasst. Während der IT-Riese selbst die neuen Bestimmungen als großen Schritt zu mehr Einfachheit, Transparenz und Datenschutz feiert, schlagen Datenschützer Alarm.

Verbraucherschützer warnen vor Datensammelwahn

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt etwa: "Wer die Datenschutzbestimmungen von Microsoft akzeptiert, holt sich eine "Abhörmaschine" ins Haus." Und die European Digital Rights (EDRi), eine internationale Vereinigung von Bürgerrechtsorganisationen, weist darauf hin, dass die Richtlinien Microsoft weitgehende Rechte einräumen, die Daten der Nutzer abzugreifen: "Man kann sagen, dass Microsoft sich im Grunde sehr weitgehende Rechte herausnimmt, alles einzusammeln, was Sie mit und auf Ihren Geräten tun, sagen und schreiben, um damit mehr zielgerichtete Werbung oder Ihre Daten an Dritte zu verkaufen."

Zweischneidiges Schwert

Tatsächlich sammelt Windows 10 viel fleißiger Nutzerdaten als jedes Windows zuvor. Teilweise ist das nötig, um die neuen Funktionen sinnvoll einsetzen zu können, etwa den digitalen Assistenten Cortana. Erhoben werden zum Beispiel Name, Alter, Geschlecht, Standort, eingesetzte Apps, Suchbegriffe, digitale Einkäufe, biometrische Daten, besuchte Webseiten und Favoriten.

Unterm Strich geht Microsoft aber eindeutig zu weit. Cortana speichert darüber hinaus Termine, Informationen zu Anrufen und Kontakten sowie Inhalte von E-Mails und SMS-Nachrichten. Nicht zuletzt erstellt Windows 10 für jeden Benutzer eines Gerätes eine unverwechselbare Werbe-ID. Die kann von App-Entwicklern und Werbenetzwerken dazu verwendet werden, um "personalisierte Werbung anzubieten".

Die besten Tipps gegen Datenspionage

Nicht gerade vertrauenserweckend, was Microsoft da treibt. Immerhin bietet Windows 10 einige Möglichkeiten, die gesammelten Infos zu sichten und die Speicherung zu unterbinden. Die besten Einstellungen verrate ich Ihnen im Folgenden:

  1. So deaktivieren Sie die Werbe-ID: Öffnen Sie die Einstellungen mit der Tastenkombination "Windowstaste" + "i". Es folgt ein Klick auf Datenschutz und Allgemein. Setzen Sie hier als Erstes den Schieberegler "Apps die Verwendung der Werbungs-ID…" auf Aus. Damit beenden Sie das Abgreifen persönlicher Daten, um Ihnen "angepasste" Werbung unterzujubeln.
  2. Erfassung von Diagnose-Daten unterbinden: Standardmäßig sendet Windows 10 verschiedene Nutzungsdaten an Microsoft. Das können Sie reduzieren. Öffnen Sie dazu das Menü Einstellungen, Datenschutz, Feedback und Diagnose. Hier setzen Sie die Einstellung Feedbackhäufigkeit auf Nie und Diagnose und Nutzungsdaten auf Einfach.
  1. Neugierige Cortana stoppen: Wie manch andere "fleißige" Assistentin schnüffelt Cortana in Ihrem Terminkalender und in Ihren Kontakten herum. Zudem erforscht Sie Ihr Surfverhalten. Wenn Sie das nicht möchten,schalten Sie Cortana (falls bereits aktiviert) einfach wieder ab. Klicken Sie dazu auf den Kreis rechts unten im Suchfeld in der Taskleiste und dann auf das Symbol in der Mitte links. Hier wählen Sie Einstellungen und setzen den Schieberegler auf Aus. Darüber hinaus deaktivieren Sie Cortana in Edge. Starten Sie dazu den Browser, und öffnen Sie nach einem Klick auf ??? in der oberen rechten Ecke die Einstellungen. Ziemlich weit unten geht es mit "Erweiterte Einstellungen anzeigen" weiter. Setzen Sie hier den Schieberegler "Do not Track" auf Ein. Der Schieberegler "Cortana soll mich bei Edge unterstützen" sollte ebenfalls auf Aus stehen. Außerdem stellen Sie Cookies auf "Nur Cookies von Drittanbietern blockieren".
  2. So wechseln Sie zu einem lokalen Konto: Der effektivste Weg, die Microsoft-Schnüffelei zu unterbinden, liegt in der Nutzung eines lokalen Kontos. Wenn Sie umsteigen möchten, dann gehen Sie am besten so vor:
  • Drücken Sie auf der Tastatur gleichzeitig die Tasten "Windowstaste" + "i" (wie Ida). Klicken Sie anschließend auf "Konten", "Ihr Konto" und unter dem Profilfoto auf "Stattdessen mit einem lokalen Konto anmelden".
  • Tippen Sie Ihr aktuelles Microsoft-Passwort ein, und klicken Sie auf "Weiter". Im Fenster "Zu einem lokalen Konto wechseln" füllen Sie alle wichtigen Felder aus.
  • Abschließend folgen Klicks auf "Weiter", "Abmelden" und "Fertigstellen".

Gut zu wissen: Auch mit einem lokalen Konto können Sie fast alle Microsoft-Webdienste weiter nutzen. Dazu müssen Sie sich nur jedes Mal mit Ihrem Microsoft Konto anmelden und anschließend wieder ins lokale Konto wechseln.

Experten-Tool gegen Datenschnüffeln: DoNotSpy10

Da Windows 10 kaum mehr Möglichkeiten bietet, seinen Datenhunger zu zügeln, nutzen Sie das kostenlose Programm DoNotSpy10. Das Tool bietet eine übersichtliche Oberfläche, über die sich viele der kritisierten Einstellungen einfach per Klick abschalten lassen. Dabei nutzt DoNotSpy10 nicht nur die Möglichkeiten, die Ihnen die Systemeinstellungen (siehe oben) zur Verfügung stellt, sondern setzt auch geheime Registry-Einstellungen ein, die sich sonst nur durch komplizierte Einträge vornehmen lassen.

Sie finden das Programm auf der Seite: www.pxc-coding.com. Klicken Sie hier auf "Download DoNotSpy10" (werbefinanziert). Achtung: Wenn Sie nicht aufpassen, installiert DoNotSpy10 zusätzliche Programme auf Ihrem PC.

Um das zu verhindern, laden Sie zunächst das Tool herunter und kappen dann während der Installation die Internetverbindung. Dazu ziehen Sie das Netzwerkkabel oder trennen die WLAN-Verbindung über das entsprechende Symbol rechts unten in der Taskleiste. In diesem Fall kann der Installer keine Zusatzprogramme laden und installieren. Die Meldung "Verbindung mit Windows Smart Screen zur Zeit nicht möglich" können Sie ignorieren.

Im Programm markieren Sie folgende Punkte und klicken dann auf Anwenden:

  • Deaktiviere Anmeldungstelemetrie & Deaktiviere Telemetrie (verhindert das Senden diverser Nutzungsdaten)
  • Deaktiviere App-Zugriff auf ungekoppelte Geräte & Deaktiviere App-Zugriff drahtlose Verbindungen (verhindert die Datenweitergabe per Funk an Geräte, die Sie nichtaktiv mit Ihrem PC verbunden haben)
  • Deaktiviere App-Zugriff auf Lokalisierung (Windows 10 erfasst laufend Ihre Position, geräteabhängig per GPS oder WLAN; möchten Sie das nicht, markieren Sie diese Einstellung)
  • Deaktiviere Biometrie (Verhindert, dass Windows 10 Fingerabdrücke oder Irisscans für die Anmeldung speichert)
  • Deaktiviere Kennenlernen & Deaktiviere Handschrift Datenweitergabe (stoppt das Sammeln und die Weitergabevon Tastatureingaben sowie Handschriftenerkennung (etwa auf Tablets)
  • Deaktiviere Inventory-Collector (Windows 10 speichert nicht mehr, welche Programme Sie nutzen und welche Geräte Sie einsetzen)
  • Deaktiviere Web-Suche (verhindert, dass Microsoft von jeder Suche auf Ihrem PC erfährt, selbst wenn Sie nach lokalen Daten suchen)

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: