Krankheiten Praxistipps

Sollte aktive Sterbehilfe erlaubt werden?

Lesezeit: 3 Minuten Unser Leben wird durch zahlreiche Gesetze geordnet, auch das Sterben gehört dazu. Während sich handlungsfähige Menschen selbst töten können, sind viele schwerkranke auf die Unterstützung einer anderen Person angewiesen, um ihr Leiden zu beenden. Sterbehilfe ist jedoch nur auf bestimmten Wegen erlaubt.

3 min Lesezeit
Sollte aktive Sterbehilfe erlaubt werden?

Sollte aktive Sterbehilfe erlaubt werden?

Lesezeit: 3 Minuten

Derzeit ist die aktive Sterbehilfe bei uns in Deutschland verboten, da „Töten auf Verlangen“ als Straftat betrachtet wird. Weder ein Arzt noch ein Angehöriger oder eine andere Person darf einen unheilbar kranken Menschen auf dessen Wunsch töten, egal wie unerträglich das Dasein für den Patienten ist. Lediglich die passive und die indirekte Sterbehilfe sind straffrei.

Die vier Arten der Sterbehilfe

  1. Die aktive Sterbehilfe bedeutet, dass ein Arzt oder eine andere Person dem Sterbewilligen auf Wunsch eine tödliche Substanz verabreicht.
  2. Bei der indirekten Sterbehilfe wird meist durch eine hohe Dosis Schmerzmittel, die der Kranke benötigt, riskiert, dass er daran stirbt, weil der Körper stark geschwächt ist.
  3. Zur passiven Sterbehilfe gehört der Verzicht auf eine künstliche Verlängerung des Lebens, indem zum Beispiel die künstliche Ernährung oder eine Beatmung eingestellt wird.
  4. Beim sogenannten assistierten Suizid besorgt eine Person die Todesdosis, die der Patient dann selbst nehmen muss. Ein Arzt darf jedoch keine Beihilfe zum Selbstmord leisten, da dies den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung erfüllen würde und zudem gegen den Hippokratischen Eid verstieße, den jeder Arzt leisten muss.

Patientenverfügung darf keine Suizidhilfe fordern

In einer Patientenverfügung kann jeder festlegen, ob er im Fall eines längeren Komas weiterbeatmet und künstlich versorgt werden möchte oder nicht. Die behandelnden Ärzte müssen die Verfügung akzeptieren, auch wenn die Erkrankung nicht tödlich ist. Beihilfe zum Selbstmord darf in einer Patientenverfügung nicht gefordert werden.

Aktive Sterbehilfe wird überwiegend befürwortet

Obwohl laut einer Forsa-Umfrage einer Studie der DAK im Jahr 2014 rund 70 Prozent der Teilnehmer für eine aktive Sterbehilfe im Fall einer Schwersterkrankung waren, bleibt sie in Deutschland weiterhin verboten. Das bringt so manchen Patienten, der sich selbst nicht helfen kann, in eine qualvolle Situation und seine Angehörigen und Freunde in große Versuchung, gegen das Gesetz zu handeln, um ihn vom Leiden zu erlösen.

Wenn ein Mensch sich nicht selbst töten kann

Ist ein Mensch jedoch zum Beispiel gelähmt, sodass er eine tödliche Substanz nicht selbst zu sich nehmen kann, müsste er unter Umständen unerträglich lange leiden, weil ihm niemand die erlösende Dosis verabreichen darf. Es ist praktisch von der Art der Erkrankung abhängig, ob jemand sein Leben ohne Qualen freiwillig beenden kann oder nicht. In solchen Fällen könnte nur eine aktive Sterbehilfe angewendet werden.

Probleme bei der aktiven Sterbehilfe

Wenn eine aktive Sterbehilfe erlaubt würde, müsste vor einer Tötung auf Verlangen von zwei unabhängigen Ärzten überprüft werden, ob der Sterbewunsch tatsächlich begründet ist und einem verwirrten Patienten nicht etwa eingeredet wurde, um sich an dessen Nachlass zu bereichern.

Kritisch sind auch Krankheitsphasen, die sehr qualvoll sein können, sich jedoch wieder bessern. In solchen Tiefs kann der Wunsch nach dem Tod entstehen, weil sich der Patient sich nicht vorstellen kann, dass es ihm jemals wieder besser geht.

Obwohl die Schmerztherapie große Fortschritte gemacht hat, gibt es immer wieder Fälle, in denen die Medikamente nicht helfen oder nicht vertragen werden. Auch hier wären Selbstmordgedanken verständlich.

Sterbehilfe ist ein schwerer Gang

Wie man zum Thema Sterben steht, ist eine individuelle Angelegenheit. Wie viel und wie lange jemand starke Beschwerden einer Erkrankung aushalten muss, kann und darf niemand anderes beurteilen. Jeder empfindet anders, jeder hat andere Erwartungen vom Leben und vom Sterben. Jeder sollte sein Leben beenden dürfen, wann er es möchte. Doch wie viel Beistand darf man bei der Sterbehilfe von nahestehenden Personen erwarten? Einem Angehörigen den Tod zu bringen, ist eine belastende Situation, die sicher nicht jeder durchsteht.

Was sagen Sie zum Thema Sterbehilfe? Sind die deutschen Gesetze gut, so wie Sie sind? Oder sollte aktive Sterbehilfe erlaubt werden? Würden Sie aktive Sterbehilfe leisten? Haben Sie vielleicht schon selbst Erfahrungen im Familienkreis damit gemacht? Würden Sie Sterbehilfe in Anspruch nehmen wollen? Haben Sie sich über so eine Situation schon mal Gedanken gemacht? Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Bildnachweis: Photographee.eu / stock.adobe.com

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: