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Sodbrennen: Was sind die Ursachen und was können Sie dagegen tun?

Lesezeit: 3 Minuten Die Refluxkrankheit, bzw. das Sodbrennen, ist eine der häufigsten und unangenehmsten Beschwerden im Magenbereich. Fast jeder zweite Erwachsene in Deutschland leidet mindestens gelegentlich an diesem nicht zu unterschätzenden Beschwerdebild. Hier erfahren Sie das Wichtigste zu den Ursachen, Symptomen, aber auch zur Therapie aus der Medizin und Naturheilkunde.

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Sodbrennen: Was sind die Ursachen und was können Sie dagegen tun?

Sodbrennen: Was sind die Ursachen und was können Sie dagegen tun?

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Was ist Sodbrennen?

Das Sodbrennen ist ein Beschwerdebild, das durch eine immer wiederkehrende Reizung der Speiseröhre hervorgerufen wird. Es entsteht durch aufgestoßene Magensäure und kann sehr unangenehm werden. Neben dem charakteristischen und namengebenden Symptom des „Brennens“, verursacht durch „saures Aufstoßen“, kommt es zu einem hinter dem Brustbein lokalisierten Schmerzempfinden.

Das saure Aufstoßen führt häufig zu einem salzigen und seifigen Geschmack im Mund, dieser wiederum beinträchtig das Geschmacksempfinden. Hinzu kommt die psychische Belastung und Minderung der Lebensqualität und -freude auf Grund der Beschwerden.

Nächtlicher Husten, chronische Heiserkeit sowie eine dauerhafte Reizung des Rachens können ebenfalls zum Beschwerdebild hinzukommen. Letztendlich kann sich im Laufe der Zeit eine Schluckstörung entwickeln, die ebenfalls unangenehm sein kann. Aber was sind die eigentlichen Ursachen all dieser Symptome?

Die Ursachen des Sodbrennens

Am Übergang der Speiseröhre zum Magen befindet sich der sogenannte Sphinkter. Der Sphinkter ist ein natürlicher Verschlussmechanismus, der verhindert, das Magensäure in die Speiseröhre tritt und dort auf die ungeschützte Schleimhaut trifft. Das Auftreffen einer kleinen Mengen an salzsäurehaltigem Magensaft, gilt – vor allem nach fettigem Essen – als normal.

Eine größere Menge jedoch sorgt für eine Schädigung der schützenden Schleimschicht. Es kommt zu einer Reizung, diese wiederum verursacht die zuvor erwähnten Symptome. Eigentlich weiß man nicht genaueres über die Ursachen. Es wird vermutet, dass alles, was zu einem erhöhten Magendruck fuhrt, vermehrt Magensaft in die Speiseröhre presst.

Welche Komplikationen können sich aus dem Sodbrennen ergeben?

Die Refluxkrankheit oder das Sodbrennen geht einher mit viel ernsthafteren Erkrankungsbildern, meist sind diese die Auslöser. Diese wären: Übergewicht, Alkoholismus, Nikotinmissbrauch, Medikamentenmissbrauch, aber auch die Hiatushernie bzw. Zwerchfellhernie, bei dem sich Magenanteile in den Brustkorb verlagern und somit den Sodbrennen verursachenden Druck verursachen. Das Sodbrennen ist also nur ein zusätzliches Übel, das mit viel bedrohlicheren Beschwerden einhergeht. Die möglichen Komplikationen sind also hier zu suchen.

Die Refluxkrankheit hat auch ernsthafte Komplikationen, die auf seine Schleimhautreizung zurückzuführen sind. Bei langer Missachtung dieser Krankheit kommt es zu einer chronischen Reizung der Speiseröhrenschleimhaut. Die Entzündungen heilen nur narbig ab und könne sogar die Speiseröhre verengen. Dies führ zu den zuvor erwähnten ernsthaften Schluckbeschwerden.

Wird jedoch die Schleimhaut zerstört, können sich Schleimhautdefekte bilden, hierbei kann es auch zu starken Blutungen kommen. Bei langjähriger ausgeprägter Entzündung kann es sogar zur Umwandlung der Schleimhaut in der unteren Speiseröhre kommen. Dies ist alles andere als harmlos. Es handelt sich hierbei nämlich um das sogenannte Barrettösophagus, das als Vorstufe des Speiseröhrenkrebses gilt.

Ich will Sie nicht allzu sehr erschrecken, denn dieses Ende ist nicht zwangsläufig vorprogrammiert. In der Regel heilt die Refluxkrankheit (Merke: Die Krankheit hinter dem Sodbrennen) bei entsprechender Therapie folgenlos ab.

Welche therapeutischen Maßnahmen gibt es bei der Refluxkrankheit

Trotz der unangenehmen Beschwerden begnügen sich die Betroffenen häufig mit der Einnahme von Magentabletten, oder dem „Bullrich-Salz“ aus der Drogerie. Diese Mittel verschaffen häufig eine leichte Abhilfe, sind jedoch nicht geeignet für eine Therapie. Sie sollten Ihre Beschwerden ernst nehmen und einen Arzt aufsuchen. Dieser wird zu Anfang eine Magenspiegelung vornehmen, um so Schäden an der Speiseröhre auszuschließen.

Der Arzt entscheidet hiernach sein weiteres Vorgehen. Je nach Situation und Ernsthaftigkeit werden unter Umständen verschiedenste Medikamentengruppen zum Einsatz kommen. Es kann aber auch zu operativen Maßnahmen kommen, bei dem der Mageneingang verengt und somit ein Rückfluss des Magensaftes verhindert wird. Über das Vorgehen im Einzelnen entscheidet allein der Arzt.

Gerade deshalb, werde ich Sie nicht mit den Einzelheiten über Wirkmechanismen der einzelnen Medikamente und die Physiologie und Pathologie im engeren Sinne aufklären. Ihr Facharzt kann dies sicherlich auch viel besser und ausführlicher beraten. Doch es gibt auch vorbeugende Maßnahmen, die Sie selbst durchführen können.

Folgendes können Sie selbst gegen Sodbrennen tun

  1. Reduzieren Sie Ihr Körpergewicht, treiben Sie hierzu Sport an der frischen Luft, genießen Sie Ihr Essen vor allem in kleinen Portionen. Näheres erfahren Sie bei Ihrem Diätberater.
  2. Leiten Sie abführende Maßnahmen bei Verstopfung ein. Konsultieren Sie auch hierbei Ihren Arzt oder Heilpraktiker.
  3. Vermeiden Sie alles, was einen Druck auf den Bauch auslöst. Liegen Sie also nicht auf dem Bauch, tragen Sie weite, nicht einengende Kleidung usw.
  4. Vermeiden Sie den Konsum von Zigaretten und Alkohol.
  5. Nehmen Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu sich. Dies verringert die Magensaftproduktion. Ihre Taille wird es Ihnen ebenfalls danken.
  6. Vermeiden Sie säurehaltige Getränke wie Limonaden, Cola, Wein, Schnaps, konzentrierten Obstsaft und Kaffee. Diese Getränke erhöhen ebenfalls die Magensaftproduktion.
  7. Nehmen Sie keine Mahlzeiten am späten Abend zu sich.
  8. Nehmen Sie bei Beschwerden Bullrich-Salz zu sich. Dies ist jedoch wie erwähnt keine Therapie. Auch ein Glas warme, verdünnte Milch mit trockenem Brot lindert die Beschwerden.
  9. Treiben Sie nach den Mahlzeiten Sport. Übertreiben Sie jedoch nicht. 10-15 Minuten mit leichten Bewegungen bzw. ein Spaziergang reichen völlig aus.
  10. Erhöhen Sie beim Schlafengehen den Oberkörper leicht. So vermeiden Sie einen Rückfluss von Magensaft.
  11. Nehmen Sie eiweißreiche, fettarme Kost zu sich. Hierbei gilt nämlich: Eiweiß fördert den Verschlussmechanismus, Fett hemmt diesen.

Bildnachweis: hanack / stock.adobe.com

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