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So wirkt Hanf-Extrakt auf die Gesundheit

Lesezeit: 4 Minuten Kaum eine andere Kulturpflanze ist so vielfältig wie der Hanf. Seit vielen Jahrtausenden dient Hanf dem Menschen als Rohstoff für Textilien, ist wirkungsvolle Heilpflanze und es liefert hochwertige Inhaltsstoffen. Mit dem Öl wurden einst Farben und Lacke hergestellt, es fand Nutzung als Treibstoff und Lampenöl. Seine besondere Nährstoffkomposition macht Hanf auch wertvoll für die Hautpflege. Das Wunderkraut erfährt heute zurecht in vielfältiger Form ein regelrechtes Comeback.

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Hanf und seine beeindruckende Geschichte

Hanf oder Cannabis Sativa gilt als eine der ältesten dokumentierten Heil- und Nutzpflanzen der Welt. Bereits im ersten Jahrhundert vor Christi zählte Hanf zu den am häufigsten angebauten Nutzpflanzen. Als Getreide wurde Hanf schon vor 12.000 Jahren in Persien und China kultiviert. Die Hanfsamen waren nicht nur ein eiweißreiches Nahrungsmittel, aus den Fasern machte man Seile, Kleiderstoffe oder Papier. Ein Papier mit Geschichte: Die erste Bibel der Welt wurde 1455 von Gutenberg auf Hanfpapier gedruckt und die amerikanische Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1776 auf Hanfpapier unterzeichnet.

Neben ihrer Eigenschaft als strapazierfähiges Gewebe hatte die Hanfpflanze eine besondere Stellung aufgrund ihrer zahlreichen Heilkräfte. Es existiert eine schriftliche Erwähnung ihres Einsatzes als Arzneimittel in China aus dem Jahr 2.300 v. Chr. Die getrockneten Teile der Pflanze fanden Anwendung bei Gicht, Malaria, Rheumatismus oder bei Geistesabwesenheit. Islamische und arabische Ärzte verwendeten die gepressten Samen bei Ohren-, Nerven- oder Hautkrankheiten und zur Schmerzstillung. Auch seine krampflösenden und entspannenden Eigenschaften waren seit jeher geschätzt.

Erst im früheren 20. Jahrhundert wurden Cannabis und seine Extrakte durch die Verbreitung von pharmazeutischen Produkten verdrängt. Als Rohstoff für Rauschmittel kam Cannabis zunehmend in Verruf und so haben viele Länder in den 1930er Jahren seinen Anbau und Handel verboten. Doch heute kommt der Hanf wieder zu neuen Ehren.

CBD: Höchst wirkungsvolle Cannabinoide

Neben der psychoaktiven und rauschartigen Wirkung des THC (Tetrahydrocannabinol) gibt es einen anderen wesentlichen Wirkstoff im Cannabis, das Cannabidol CBD. Er ist Hauptbestandteil vieler hochwertiger Gesundheits-Produkte wie die des skandinavischen Herstellers Nordic Oil. Aus biologisch angebauten Hanfpflanzen wird reines CBD gewonnen und kann eingenommen in Kapseln, in Kristallform oder als Hanföl innerlich seine Wirkung entfalten.

Das CBD hat im Gegensatz zum THC keine psychoaktiven Wirkstoffe, aber ebenfalls besonderen Einfluss auf das menschliche Nervensystem. In Fachkreisen gilt das Cannabidol als Geheimtipp und findet immer mehr Anwendungsbereiche. Das Wirkungsspektrum von CBD ist beachtlich: Es wirkt schmerzlindernd bei Arthritis, Epilepsie oder Migräne, hilft bei Depressionen und Ängsten, lindert Übelkeit, steigert den Appetit, wirkt antibakteriell und reguliert Herzprobleme.

In Zeiten von zunehmendem Stress und belastenden Alltagssituationen greifen immer mehr Menschen zu Extrakten aus der Natur. Auch als Tee eingenommen, hilft das in Hanfblättern enthaltene CBD auf sanfte und natürliche Weise, die Nerven zu beruhigen.

So wirkt Hanf-Extrakt auf die Gesundheit
Getrocknete Hanfblätter finden in Naturkosmetik wie als beruhigender Tee Anwendung.

Cannabinoide in Naturkosmetik

Die heilsamen Wirkstoffe des Hanfs wirken auch bei diversen Hautproblemen. Angewendet in Hautcremes sorgt das CBD nicht nur für eine gute Feuchtigkeitsversorgung, es hilft auch bei Akne, Schuppenflechte oder bei Ekzemen. Gerade sensible Hauttypen finden in hanfhaltiger Naturkosmetik eine gute Alternative zu rein pharmazeutischen Produkten. Die cannaboidhaltigen Cremes wirken Hautirritationen entgegen, sind stark entzündungshemmend und haben einen vitalisierenden und regenerativen Effekt.

Auch als natürliches Anti-Aging-Mittel ist der Hanfextrakt wirksam. Durch seine Interaktion mit der Hautoberfläche und den oberen Hautzellen können Cannabinoide schädliche Umwelteinflüsse abfedern und gleichzeitig Faltenbildung minimieren.

Als Bestandteil von Naturkosmetik erlebt der Hanfextrakt einen regelrechten Boom. In immer mehr kosmetischen Produkten taucht ein Cannabisbestandteil auf, in Shampoos, Seifen oder als Hautgel ebenso wie in Mundpflege-Artikeln. Denn auch bei Zahnfleischentzündungen oder Paradontitis wirkt das Cannaboid lindernd.

Hanf als wahres Superfood

Hanfprodukte sind inzwischen ein Trend und tauchen immer häufiger in den Regalen von Bioläden und Supermärkten auf. In Form von Hanföl, Hanftee oder Hanfsamen sind Teile der Cannabispflanze in immer mehr Lebensmittel-Produkten zu finden. Seit jeher ist Hanf sehr geschätzt worden als hochwertiges Lebensmittel und erfährt heute zurecht seine Wiederentdeckung als Superfood.

Berauschend ist die Cannabis-Pflanze in diesem Fall vor allem durch seine vielen Nährstoffe. Hanf ist botanisch gesehen eine Nuss und gilt als ernährungsphysiologisch hochwertige Ölfrucht. Ein hoher Anteil ungesättigte Fettsäuren und die seltene Gamma-Linolsäure haben vergleichbare Effekte wie Fischöl. Sie wirken gegen chronische Entzündungen und versorgen Gehirn und Nerven. Hanfsamen enthalten dazu hochwertiges Protein mit 8 von 21 essentiellen Aminosäuren, die Menschen nicht selbst produzieren können. Dazu kommt der hohe Gehalt des B-Vitaminkomplex, Kalzium, Kalium, Magnesium und Eisen.

Hanföl
Durch schonende Kaltpressung aus den zuvor geschälten Hanfsamen entsteht das wertvolle Hanföl. Schon mit 20 Gramm Hanföl ist der Tagesbedarf von essentiellen Fettsäuren gedeckt. Am besten wird das leicht nussige Öl zum Dampfen oder Dünsten verwendet.

Hanfsamen
Die gesunden Samen sind ein Eiweißlieferant und für Veganer eine wichtige Proteinquelle. In Broten und Kuchen verarbeitet helfen sie unter anderem den Blutzuckerspiegel regulieren und beanspruchte Muskeln zu regenerieren.

Hanfblätter-Tee
Reich an sekundären Pflanzenstoffen und ätherischen Ölen wirkt ein Aufguss der getrockneten Hanfblätter wohltuend und entspannend auf Körper und Geist.

So wirkt Hanf-Extrakt auf die Gesundheit
Lachs mit geschälten Hanfsamen und Cranberrys: Nur eine von vielen köstlichen Rezeptideen der Hanfküche.

Hanf ist lecker und gesund

Wer bei Hanfgerichten nur an Haschkekse denkt, hat weit gefehlt. Anders als die berauschenden kleinen Kekse tauchen immer mehr einfallsreiche Rezeptideen auf, in denen Hanfsamen oder Hanföl enthalten sind.

Als veganes Lebensmittel liefert Hanf viele wertvolle Mineralien und Spurenelemente für die Gesundheit und ist dazu noch lecker und leicht verdaulich. Mit der Anreicherung des Superfoods können unzählige Gerichte gesund aufgepeppt werden: Als Müsli-Beilage, in Smoothies, als Hanfmilch, zum Knabbern zwischendurch oder als Öl über Gemüse oder im Salatdressing.

Hanf als Nutzpflanze hält langsam wieder Einzug in Europa und das zurecht. Verarbeitet in Bier, Schokolade, als Hanfmehl oder Protein-Pulver kommt Hanf wieder zum Einsatz. Nach langjähriger Verdrängung und mit dem Stempel einer reinen Rausch-Pflanze erhält Cannabis wieder mehr gesellschaftliche Bedeutung für Gesundheit und bewusste Ernährung.

Bildnachweis: johnalexandr / stock.adobe.com

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