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So verhüten Sie, wenn Sie noch stillen

Lesezeit: 3 Minuten Nach der Geburt eines Kindes haben die Eltern so viel Neues zu lernen, dass sie gar nicht über das Thema Verhüten nachdenken. Leider ist das Stillen des Kindes keine sichere Form der Empfängnisverhütung. Überlegen Sie sich deshalb vor dem ersten Geschlechtsverkehr, welche Verhütungsmethode Sie in der nächsten Zeit anwenden möchten.

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So verhüten Sie, wenn Sie noch stillen

So verhüten Sie, wenn Sie noch stillen

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Keine Menstruation – trotzdem verhüten

Wann bei einer Frau nach der Geburt die erste Menstruation einsetzt, ist sehr unterschiedlich. Wenn Frauen nicht stillen, kann die Monatsblutung schon in den ersten sechs Wochen einsetzen. Wird das Baby voll gestillt, kann es über ein Jahr dauern, bis die Regel beginnt.

Denken Sie jetzt aber nicht, so lange Sie keine Blutungen haben, können Sie auch nicht schwanger werden. Denn ungefähr zwei Wochen vor der Menstruation kommt es zum Eisprung. Haben Sie in dieser Zeit ungeschützten Geschlechtsverkehr, können Sie auch schwanger werden.

Verhüten durch Stillen

Immer wenn eine Frau ihr Baby stillt, schüttet der Körper das milchbildende Hormon Prolaktin aus. Dieses Hormon unterdrückt den Eisprung und verzögert das Einsetzen der Menstruation. In gewisser Weise ist Prolaktin eine natürliche Verhütungsmethode. Allerdings sinkt der Empfängnisschutz in den Stillpausen ab.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung besteht ein hoher Empfängnisschutz, wenn eine Frau noch keine Monatsblutung hat und voll stillt. Das bedeutet, dass Sie jeden Tag mindestens sechsmal für insgesamt 80 Minuten Ihr Baby stillen. Wer aber auf keinen Fall schwanger werden möchte, sollte eine zusätzliche Verhütungsmethode anwenden.

Mit Barrieremethoden verhüten

Wenn Sie verhüten, obwohl Sie noch Stillen, empfehlen sich die sogenannten Barrieremethoden. Gemeint sind mechanische Verhütungsmethoden wie Kondom und Diaphragma. Ihr großes Plus: Sie wirken sich in keiner Weise auf die Milchproduktion aus. Benutzen Sie das Diaphragma erst nach der Rückbildung der Gebärmutter, also zwei bis drei Monate nach der Geburt. Beachten Sie, dass Ihr Frauenarzt das Diaphragma anpasst. Haben Sie schon vor der Geburt ein Diaphragma benutzt, könnte es jetzt nicht mehr passen. Bitte ebenfalls vom Arzt überprüfen lassen.

Mit der Spirale verhüten

Während Sie stillen, können Sie auch mit der Spirale verhüten. Auch Sie hat keinen Einfluss auf die Milchproduktion. Wenn sich der Gebärmutterhals nach sechs bis acht Wochen zurückgebildet hat, wird Sie von Ihrem Arzt eingesetzt. Wird die Spirale zu früh eingesetzt, könnte Ihr Körper sie ausstoßen. Eventuell löst das Tragen der Spirale Komplikationen wie Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut aus. Beraten Sie sich deshalb vorher mit Ihrem Arzt über die Vor- und Nachteile der Spirale.

Verhütung durch die Pille

Ob Sie während der Stillzeit mit der Antibabypille verhüten können, hängt von der Zusammensetzung der Präparate ab. Die in der Kombinationspille enthaltenen Östrogene reduzieren nicht nur die Milchmenge, über die Muttermilch nimmt das Baby auch noch zu viele Hormone auf.

Ähnlich verhält es sich beim Hormonimplantat, das sich aufgrund der Östrogene nicht für die Verhütung in der Stillzeit eignet. Dagegen enthält die sogenannte Minipille nur das Hormon Gestagen. Es wirkt sich nicht negativ auf die Milchproduktion und die Gesundheit Ihres Kindes aus. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt, welche Minipille sich für das Verhüten während des Stillens eignet.

Natürliche Verhütung

Das tägliche Messen der Temperatur gilt nicht gerade als die sicherste Form der Empfängnisverhütung. Bei dieser Methode misst die Frau jeden Morgen möglichst um die gleiche Zeit ihre Basaltemperatur. Ist sie mit ihrem monatlichen Zyklus vertraut, kann sie die fruchtbaren Tage um den Eisprung erkennen.

Durch die unregelmäßigen Still- und Schlafenszeiten kann sich das Messergebnis allerdings verfälschen. Insgesamt empfiehlt sich die Methode nur für Frauen, die schon vor der Geburt  auf diese Weise verhütet haben und sich gut mit ihrem Zyklus auskennen. Machen Sie sich allerdings bewusst, dass diese Methode nicht sehr sicher ist und Sie trotzdem wieder schwanger werden könnten.

Überlegen Sie sich die optimale Verhütungsmethode

Nach der Geburt sind Sie wahrscheinlich mit dem Baby völlig ausgelastet und denken nicht an Sex. Das ist ganz normal, denn Ihr Körper braucht etwas Zeit, um sich zurückzubilden. Gönnen Sie sich ruhig einige Wochen Ruhe, in der Sie und Ihr Partner allerdings darüber nachdenken sollten, wie Sie in Zukunft verhüten möchten.

Vielleicht möchten Sie oder Ihr Partner keine weiteren Kinder zeugen und erwägen eine Sterilisation. Diskutieren Sie die unterschiedlichen Möglichkeiten und beraten Sie sich mit Ihrem Frauenarzt. Schieben Sie die Entscheidung für eine Verhütungsmethode nicht zu lange vor sich her. Sonst kann es passieren, dass der unterschwellige Gedanke an eine weitere Schwangerschaft Ihr Sexualleben negativ beeinflusst.

Ausführliche Informationen über Verhütungsmethoden finden Sie in der Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: „Sichergehn – Verhütung für sie und ihn“.

Bildnachweis: Alik Mulikov / stock.adobe.com

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