Computer Praxistipps

So verbessern Sie schlechten Klang bei der Musik-CD-Wiedergabe am PC

Lesezeit: 3 Minuten Praktisch jeder PC verfügt über ein CD/DVD- oder Blu-ray-Laufwerk, das auch Musik-CDs (Audio-CDs) wiedergeben kann. Dies liefert allerdings in den meisten Fällen ein ernüchterndes Klangerlebnis. Mit den folgenden Maßnahmen verbessern Sie die Qualität der Musik-CD-Wiedergabe und umgehen typische Pannen rund um Audio-CDs.

3 min Lesezeit

So verbessern Sie schlechten Klang bei der Musik-CD-Wiedergabe am PC

Lesezeit: 3 Minuten

Eine Musik-CD kann auch am PC wiedergegeben werden

Mit jedem CD/DVD- oder einem der neueren Blu-ray-Laufwerke ist es auch am PC möglich, Musik-CDs (Compact Disc Digital Audio, CD-DA) wiederzugeben. In der Praxis ist das jedoch nicht das reine audiophile Vergnügen. Denn die Audio-CD-Fähigkeiten eines CD/DVD-Laufwerks können in keiner Weise mit einem "richtigen" Stand-alone Musik-CD-Player einer HiFi-Anlage konkurrieren.

Während Standgeräte beispielsweise mit 256-fachem Oversampling und vielen anderen Tricks die digitale Musik für unsere analogen Ohren optimieren, wird sie von den PC-Laufwerken wirklich nur in der Geschwindigkeit 1x ausgelesen. Hinzu kommt die vergleichsweise minderwertige Qualität der zuständigen Elektronikbauteile eines CD/DVD-Laufwerks gegenüber echten Audiokomponenten, was sich beispielsweise in einem höheren Rauschpegel hörbar niederschlägt.

Musik-CD-Wiedergabe am PC: Qualitätsverbesserung und Pannenhilfe

Um wenigstens das geringe Audio-Qualitätspotenzial voll auszunutzen, haben sich die folgenden Maßnahmen als sinnvoll erwiesen:

  1. Digitale CD-Wiedergabe sicherstellen
    Nutzen Sie die digitale Übertragung der Audiodaten vom CD/DVD-Laufwerk zum Audioadapter oder der Soundkarte. Das ist bei Windows Vista/7 automatisch so, bei "alten" Windows-XP-Rechnern kommt es hingegen noch vor, dass ein internes Audiokabel verwendet wird. Um die zusätzliche Verschlechterung der Audioqualität durch diese Digital-Analog-Digitalwandlung zu unterbinden, rufen Sie die Systemsteuerung auf und setzen bei den Eigenschaften zu dem betreffenden Laufwerk ein Häkchen bei "Digitale CD-Wiedergabe für den CD-Player aktivieren".
  2. Unverstärkten Ausgang benutzen
    Wichtig für den Klang bei der Ausgabe auf Aktivboxen, beim Anschluss an eine HiFi-Anlage oder einen AV-Receiver ist die Benutzung eines unverstärkten Audio-Ausgangs am PC. Zum einen schleichen sich bei Benutzung des verstärkten Ausgangs ("Speaker") Verzerrungen ein, zum anderen sind die Verstärker-Bauteile alles andere als hochwertig, so dass sich das Rauschen erhöht und die Signalqualität insgesamt abnimmt.
  3. Line-Out oder S/P DIF
    Benutzen Sie von den analogen Ausgängen den unverstärkten Ausgang, der mit "Line-Out" beschriftet ist. Wesentlich besser ist allerdings die Benutzung eines digitalen Ausgangs. Hier hat sich als Standard die S/P DIF-Schnittstelle (Sony / Philips Digital Interconnect Format) mit dem optischen Signaltransport über Glasfaserkabel (TOS-Link) durchgesetzt, wobei die Namensgebung einfach eine Abkürzung der japanischen Entwicklerfirma Toshiba ist. Besonderer Vorteil der Übertragung der Audiosignale per TOS-Link: Die Leitungslänge hat keinen Einfluss auf die Qualität des Signals, auch 10-Meter-Verbindungen sind also unproblematisch.
  1. Sonderfall kopiergeschützte Musik-CDs
    Einen ärgerlichen Sonderfall stellen Musik-CDs dar, die sich gar nicht oder nicht korrekt bzw. vollständig über das optische Laufwerk im PC wiedergeben lassen. Für Musik-CDs legt die Red Book-Norm fest, wie so ein Datenträger organisiert ist. Von Kopierschutzverfahren ist in dieser Norm nichts zu lesen. Es war daher recht ungeschickt von der Musik-Industrie, von der Norm abzuweichen und kopiergeschützte Musik-CDs auf den Markt zu bringen. Nicht nur PC-Systeme, auch Car-Receiver haben vielfach Probleme, diese geschützten Formate abzuspielen. Zum Glück hat die Musikindustrie inzwischen eingesehen, dass kopiergeschützte CDs kontraproduktiv sind und neue Produktionen werden auch weitgehend nicht mehr mit Kopierschutzverfahren ausgestattet.
  2. Vorteile einer PC-Soundkarte
    Bei erheblichen qualitativen Wiedergabemängeln des internen PC-Soundmoduls oder fehlenden Schnittstellen führt meist kein Weg an der Zurüstung einer Soundkarte vorbei. Damit verbessern Sie nicht nur die Klangqualität, sondern gewinnen auch technische Vorteile hinzu, denn Rauschverhalten, Frequenzgang und die Abschirmung gegen rechnerinterne Störsignale verbessern sich, zudem ist die maximale Anzahl der Kanäle deutlich besser als bei den integrierten Lösungen. Für Audioliebhaber, die auch Musik-CDs über den PC abspielen möchten, ist eine gute Soundkarte also eine sinnvolle Aufrüstungsmaßnahme.

Viele Soundkarten unterstützen zudem Soundausgabestandards wie EAX, THX oder DTS für Kino- bzw. Raumklang. Das kommt dann zusätzlich den Filmliebhabern zugute, aber auch Gamer profitieren bei Spielprogrammen mit entsprechender Unterstützung von einer besseren akustischen Ortbarkeit von Ereignissen.

Tipp: Bedenken Sie jedoch bei allen Maßnahmen rund um Audio-Verbesserungen an Ihrem PC, dass letztendlich immer die Qualität der Lautsprecher bzw. des Lautsprechersystems den allergrößten Einfluss auf die Klangqualität hat.

Weitere Hardware-Tipps bieten Ihnen die folgenden experto-Artikel:

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: