Computer Praxistipps

So schützen Sie sich vor gefährlichen Webseiten

Lesezeit: 4 Minuten Am Wochenende wurde wieder deutlich, wie gefährlich Sicherheitslücken im Internet sein können. So konnte sich der Erpresser-Virus „Wanna Decryptor“ von einem Computer zum nächsten per E-Mail ausbreiten, ohne dass diese oder ein Link dafür auch nur hätten angeklickt werden müssen.

4 min Lesezeit
So schützen Sie sich vor gefährlichen Webseiten

So schützen Sie sich vor gefährlichen Webseiten

Lesezeit: 4 Minuten

Mit der Botschaft „Ups, Deine Daten wurden verschlüsselt!“ und einer Lösegeldforderung in Höhe von 275 Euro, zahlbar in der Internet-Währung Bitcoins, legte er unter anderem das Fahrgastinformationssystem der Deutschen Bank lahm. Die Anzeigetafeln wiesen bundesweit Fehlmeldungen auf und sorgten für Chaos an den Bahngleisen. Der Zugverkehr sei aber nicht beeinträchtigt gewesen, wie der Bahn-Konzernchef Richard Lutz der Bild am Sonntag mitteilte, denn sicherheitsrelevante Systeme waren nicht betroffen.

Einige blieben vor dem Cyberangriff aber auch verschont. Wer regelmäßig seine Software-Updates installiert, so heißt es, konnte dem Virus mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar entgehen. Ein Grund mehr, sich nochmal darüber zu informieren, wie man den Gefahren im Netz möglichst gut begegnen kann.

Im Netz lauern etliche Gefahren

Gegen Viren und Trojaner kann man sich oft nur mit guten Antivirenprogrammen wehren. Diese sind auch unbedingt von Nöten, denn das Internet hält zahlreiche Fallen für uns bereit:

Phishing-Mails

Eine der häufigsten Fallen sind die sogenannten Phishing-Mails. Sie werden mit der Absicht verschickt, mit ein bisschen Glück Ihr Konto räumen zu können. Die Gefahr, hier in die Falle zu tappen, ist groß. Denn bei den Absendern scheint es sich zunächst um seriöse Dienste wie PayPal, Amazon, Ebay oder diverse Banken zu handeln. Zunächst wird in der Mail auf Probleme mit Ihrem Konto verwiesen und anschließend werden Sie eindringlich dazu aufgerufen, diesbezüglich einem speziellen Link zu folgen. Dort angekommen, werden schließlich noch ihre Zugangsdaten abgefragt und zack, da ist es schon passiert: Man ist in die Falle getappt! Die Daten landen prompt auf der Seite von Cyberkriminellen, die nun über Ihre Zugangsdaten frei verfügen können.

Daher sollten Sie niemals einem Link folgen, der in einer Mail angegeben ist, um vertrauenswürdige Daten anzugeben. Lästige Spam-Mails lassen sich auch mit einer Spam-Sperre eindämmen.

So schützen Sie sich vor gefährlichen Webseiten
Vorsicht ist geboten bei Dateianhängen unbekannter E-Mail-Adressen.

Gefährliche Dateianhänge

Daneben gibt es aber auch noch die gefährlichen Dateianhänge, die gleich noch einen Virus oder Trojaner mit an Bord haben. Sie werden E-Mails angehängt, in denen darauf hingewiesen wird, dass eine Rechnung offensichtlich noch aussteht oder ihr Konto überzogen wurde. Auch Rechnungen von Telekommunikationsanbietern werden dabei häufig als Einfalltor genutzt. Getarnt ist der Dateianhang hier meist als komprimierte ZIP-Datei, tatsächlich handelt es sich aber um eine ausführbare Datei, die soeben einen Virus oder Trojaner auf Ihrem Rechner installiert.

Meiden sie demzufolge das Öffnen von Dateianhängen, wenn sie den Absender der E-Mail nicht kennen und er nicht wirklich vertrauenswürdig erscheint.

Abzocke durch trickreiche Anbieter

Zudem gibt es auch noch zahlreiche trickreiche Anbieter, die Sie im Internet versuchen schamlos abzuzocken. Dafür locken sie die Internet-Nutzer mit vermeintlich kostenlosen Diensten, um ihnen anschließend das Geld förmlich aus der Tasche zu ziehen. Vorsicht bei der verlockenden Teilnahme an einem vermeintlich tollen Gewinnspiel, bei dem hohe Sach- oder Geldpreise zu gewinnen sind. Tatsächlich fallen dabei jedoch meist Kosten an, die im Kleingedruckten gut versteckt, verklausuliert und kaum zu finden sind oder der Nutzer schließt sogar unwissentlich ein dauerhaftes, kostenpflichtiges Abonnement ab.

Je toller das Angebot klingt, umso misstrauischer sollten sie sein. Geben Sie nicht leichtfertig persönliche Angaben, wie das Alter, das Geschlecht, den vollständigen Namen und die Postanschrift an.

Pop-Ups – die kleinen Störenfriede im Netz

Kleine Störenfriede sind auch die Pop-ups, die von der Internet-Werbewirtschaft als beliebte Werbeträger entdeckt wurden und mittlerweile massenhaft im Internet vertreten sind. Dabei handelt es sich um kleine Webseiten, die ganz plötzlich außerhalb des Browserfensters mit Werbeanzeigen aufpoppen. An und für sich sind diese weniger gefährlich als einfach nur lästig. Es kann aber durchaus passieren, dass man sich beim Anklicken dennoch einen Virus einfängt. Also hier lieber bei gewecktem Interesse, den Shop über die Adressleiste im Browser aufsuchen und das Pop-up schließen.

Vorsicht auch bei Gaming-Portalen

Vor allem für den Spieler sind Schadstoffsoftware, Phishing und gefälschte Registrierungs-Keys eine echte Bedrohung. In diversen Internetforen werden heute vermehrt günstige Aktivierungs- oder Gametime-Keys für aktuelle Online-Spiele angeboten. Doch wurden diese in der Regel mit gestohlenen Kreditkarten bezahlt und das angepriesene günstige Angebot ist nichts weiter als reine Geldwäsche. Ein solches Angebot anzunehmen ist nicht nur illegal, die Spieleanbieter löschen solche Accounts auch regelmäßig. Damit sind dann Geld und Account von heute auf morgen futsch.

So schützen Sie sich vor gefährlichen Webseiten
Antivirenprogramm und Firewall sind ein Muss. Vor lästigen Popups kann man sich auch mit Werbeblockern schützen.

Auf Spielseiten, wo sensible Daten von einem selbst preisgegeben werden und auch Geld eigenzahlt wird, ist es enorm wichtig, die Seite als „sicher“ identifizieren zu können. Vor allem im Online Casino gibt es da einige wichtige Punkte zu beachten. Über unbekannte Anbieter sollte der Nutzer sich daher auch unbedingt informieren, „bevor“ er dessen Programme runterlädt oder Daten preisgibt.

Besonders heikel ist hier auch das Einbetten gefährlicher Webseiten in ein Umfeld, das den Spieler besonders anspricht. Dadurch erhoffen sich die Angreifer, dass die Zielperson eher zu einem unbedachten Klick verleitet wird.

Um die unzähligen Gefahren im Netzt möglichst umgehen zu können, sollten also unbedingt technische Schutzmaßnahmen ergriffen und folgendes beachtet werden:

Tipps für ein sicheres Surfen im Internet

  • Antivirenprogramm installieren und regelmäßig updaten.
  • Firewall installieren.
  • Niemals Links folgen, die in einer E-Mail angegeben sind, um vertrauenswürdige Daten anzugeben. Internet-Adresse besser manuell in den Browser eingeben.
  • Allgemeine Nutzungsbedingungen (AGBs) genau durchlesen und prüfen, welche Verpflichtungen mit einer Anmeldung möglicherweise einhergehen
  • Keine Datenanhänge von E-Mails mit einem unbekannten Absender öffnen.
  • Vorsicht bei der Herausgabe von Konto- und Kreditkartendaten. Nur bei absolut vertrauenswürdigen Anbietern angeben! Bei dem kleinsten Verdacht lieber die Dateneingabe sofort abbrechen und die Webseite schließen.
  • Kostenlosen Angeboten misstrauen, sobald persönliche Daten angefordert werden.

Bildnachweise:

© JuralMin (CC0-Lizenz / pixabay.com)
© metsi (CC0-Lizenz / pixabay.com)
© pixelcreatures (CC0-Lizenz / pixabay.com)

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: