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So schützen Sie sich vor finanziellen Risiken bei Online-Einkäufen

Lesezeit: 5 Minuten Viele meiner Leser kaufen mittlerweile häufig im Internet ein. Bequem vom Wohnzimmer aus sehen sie sich in aller Ruhe die verschiedenen Angebote an und wählen einen günstigen Lieferanten aus. Ob Bücher, CDs, Fernsehgeräte oder gar Lebensmittel: Der Online-Einkauf funktioniert schnell, einfach und bequem. Doch Vorsicht: Viele Betrüger nutzen das Internet aus, um Internetkäufer auszunehmen. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie mit meinen 5 einfach nachvollziehbaren Tipps sicher online einkaufen.

5 min Lesezeit

So schützen Sie sich vor finanziellen Risiken bei Online-Einkäufen

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5 Tipps für das sichere Einkaufen im Internet

Früher konnten Sie beim Einkauf dem Verkäufer in die Augen sehen und die Ware vor der Bezahlung prüfen. Das geht beim Einkauf im Internet leider nicht mehr. Dafür hat der Einkauf im Internet andere Vorzüge:

  • Bequem von zu Hause aus oder unterwegs mit dem Laptop können Sie jederzeit Ihre Einkäufe tätigen.
  • Im Internet finden Sie eine Vielzahl von Angeboten für das gesuchte Produkt und können den günstigsten Anbieter ausfindig machen.
  • Preisportale wie Check24.de erleichtern die Suche und bieten Ihnen einen schnellen Preisvergleich der unterschiedlichen Anbieter an.
  • Sie müssen sich nicht um Transport oder Abholung kümmern, denn die Ware wird zu Ihnen nach Hause geliefert.

Diese Vorteile haben leider auch ihre Schattenseiten: Internet-Kriminelle zocken Kunden ab, indem sie per Vorkasse das Geld kassieren, aber die Ware nicht ausliefern. Oder die bestellte Ware entspricht nicht der Beschreibung im Internet. Halten Sie sich an die folgenden fünf Tipps und kaufen sie damit sicher online ein.

Tipp 1: Kontrollieren Sie die Seriosität des Online-Shops

Sie sparen durch Preisvergleiche im Internet viel Geld. Dabei sollten Sie jedoch nicht immer dem günstigsten Angebot den Zuschlag geben. Achten Sie auf die Transparenz der Online-Shops. Prüfen Sie anhand folgender Checkliste die Seriosität einer Webseite:

  • Es gibt eine vollständige Firmenanschrift
  • Es gibt weitere Kontaktmöglichkeiten (E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Informationen zum Kundendienst)
  • Es gibt detaillierte Informationen über Verantwortliche (Geschäftsführer, Kundendienst), Versandkosten, Umtauschmöglichkeiten und Reklamation
  • Es gibt Zertifikate von anerkannten Prüfstellen wie „Trusted Shops EHI“ oder das TÜV-Siegel

Viele Online-Shops werben mit einem Rückgaberecht der Ware. Das klingt in der Werbung gut, ist aber vom Gesetzgeber bereits eindeutig geregelt:

  • Sie können fast alle Waren, die Sie online oder telefonisch bestellt haben, bei Nichtgefallen innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe eines Grundes wieder zurückschicken (Fernabsatzvertrag laut § 312 b BGB).
  • Die zweiwöchige Widerrufsfrist beginnt dann, wenn Sie vom Händler in Textform, also per Fax, E-Mail oder schriftlich ordnungsgemäß über ihr Widerrufsrecht informiert wurden und die Ware erhalten haben.
  • Schicken Sie die Ware bei Nichtgefallen nicht kommentarlos zurück. Sie müssen den Widerruf ausdrücklich erklären, am besten schriftlich. Der Widerruf erfolgt formlos und sollte die Kundennummer, Bestellnummer und das Datum beinhalten. Eine Begründung ist nicht notwendig.

Bei Vorauskasse ist der Händler verpflichtet, Ihnen das im Voraus gezahlte Geld inklusive der Versandkosten zurückzahlen. Ab einem Bestellwert von mehr als 40 € muss der Händler sogar das Porto für die Rücksendung übernehmen.

Nicht bei allen Waren können Sie von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Bei individuell gefertigten Produkten wie zum Beispiel maßgeschreinerten Möbeln, bei verderblichen Produkten oder solchen, die nicht zurückgeschickt werden können (z. B. Heizöl), gibt es kein Rückgaberecht. Auch Software, CDs, DVDs und Videos muss der Händler nicht zurücknehmen, wenn Sie die Schutzfolie aufgerissen oder das Siegel gebrochen haben. Das gilt auch für viele Dienstleistungen. Elektroartikel wie TV-Geräte oder Mobiltelefone dürfen Sie aber auspacken, um diese zu testen.

Online-Auktionshäuser, wie zum Beispiel eBay, vermitteln lediglich zwischen Käufern und Verkäufern. Ob ein Anbieter vertrauenswürdig ist, können Sie nur anhand der Käuferbewertungen überprüfen.

Tipp 2: Überprüfen Sie die angegebenen Produktinformationen

Nicht immer entspricht die Ware bei Anlieferung den Anpreisungen im Online-Shop. Lesen Sie deshalb genau die Artikelbeschreibung durch. Die Bezeichnung „Original-Toner“ besagt beispielsweise nicht, dass es sich dabei um einen Original-Toner des Herstellers handelt. Es kann auch billige Refill-Ware sein. Originalware erkennen Sie an der eindeutigen Artikelnummer des Herstellers. Rufen Sie dazu die Internetseite des Herstellers auf und suchen Sie im Produktkatalog die Artikelnummer des Herstellers heraus.

Tipp 3: Melden Sie sich über eine verschlüsselte Verbindung an

Zu einer Webseite mit „http“ zu Beginn der Adresse werden die Daten unverschlüsselt übertragen. Online-Kriminelle können hier Ihre sensiblen Daten wie Ihre Adresse oder Kontodaten abfangen und missbrauchen.

Rufen Sie eine Internetseite für den Online-Kauf auf, sollte „https“ zu Beginn der Webadresse angegeben sein. „https“ steht für eine verschlüsselte Verbindung. Ihre Daten werden bei der Eingabe sicher zum Lieferanten übertragen, sodass niemand sonst im Internet mitlesen kann.

Um absolut sicher zu gehen, rufen Sie Online-Shops ausschließlich über eine verschlüsselte Verbindung mit „https“ auf.

Eine sichere, verschlüsselte Verbindung zu einer Webseite erkennen Sie auch am kleinen Schlosssymbol in der Statusleiste Ihres Browsers.

Tipp 4: Bezahlen Sie mit gesicherten Zahlungsmethoden

Passen Sie auf, wenn es beim Einkaufen im Internet um die Bezahlung geht. Gerade kleine und wenig bekannte Online-Shops verlangen häufig eine Vorab-Überweisung. Dabei haben Sie keine Garantie, dass Sie die Ware nach Zahlung auch bekommen. Kriminelle stellen in kürzester Zeit einen Online-Shop ins Internet, wobei sie mit vergleichsweise günstigen Preisen gegenüber der Konkurrenz werben. Haben Sie per Vorauskasse bezahlt, erhalten Sie die Ware nicht. Irgendwann wird der Online-Shop gesperrt und der Verbrecher häufig auch zur Rechenschaft gezogen, doch Ihr Geld erhalten Sie meist nicht zurück.

Auch die Zahlung per Nachnahme hat Tücken. Sie erhalten zwar ein Paket, doch erst nach dem Öffnen sehen Sie den Inhalt. Ein Leser hat mir im letzten Monat vom Kauf eines neuen iPhones mit einem hohen Rabatt von 25 % auf den Listenpreis berichtet. Nach der Bezahlung per Nachnahme öffnete er das Paket und fand eine halb leere Wasserflasche statt des bestellten iPhones darin.

Prüfen Sie deshalb vor dem Einkauf, ob der Online-Händler eine dieser beiden Zahlungsmethoden unterstützt: PayPal oder Giropay.

PayPal gehörte bis vor Kurzem zu eBay, doch bereits vor der Abspaltung wurde dieses Bezahlsystem auch von vielen weiteren Online-Shops benutzt. Zur Bezahlung per PayPal richten Sie bei dem Anbieter ein kostenloses Konto ein (https://www.paypal.com/de/home) und hinterlegen Ihre Bankverbindung. PayPal ist dann berechtigt, die von Ihnen getätigten Einkäufe gegenüber Online-Händlern zu begleichen. Das funktioniert in der Praxis schnell und einfach. Beim Zahlvorgang werden Sie vom Online-Shop auf die PayPal-Webseite weitergeleitet. Melden Sie sich mit der hinterlegten E-Mail-Adresse an und bestätigen Sie den Betrag.

PayPal garantiert einen Käuferschutz: Wenn Sie die bestellte Ware nicht erhalten oder wenn die Ware erheblich von der Artikelbeschreibung abweicht, können Sie innerhalb von 45 Tagen Beschwerde einlegen. Beachten Sie aber, dass dabei die so genannte Käuferschutzrichtlinie von PayPal gilt: PayPal selbst legt fest, für welche Minderleistungen eine Erstattung möglich ist und für welche nicht.

PayPal ist jedoch nicht unumstritten. So gibt es immer wieder Berichte von PayPal-Nutzern, denen das Unternehmen unangekündigt und ohne plausible Begründung das Konto gesperrt hat. Außerdem agiert PayPal nach US-Recht, selbst wenn deutsche Kunden bei deutschen Händlern einkaufen.

Giropay wird von den Sparkassen, den Volksbanken, der Postbank und einigen anderen Kreditinstituten angeboten. Im Online-Shop wählen Sie als Zahlungsart „Giropay“ aus. Nach Eingabe Ihrer Bankleitzahl werden Sie zur Internetseite Ihrer Hausbank weitergeleitet. Melden Sie sich mit Ihren Online-Banking-Zugangsdaten an und bestätigen Sie die Überweisung auf einem bereits vorbereiteten, nicht veränderbaren Überweisungsformular.

Bestätigen Sie die Zahlung mit einer TAN, und die Bezahlung ist erledigt.

Tipp 5: Führen Sie Ihre Einkäufe mit einem sicheren PC durch

Wenn Sie online einkaufen, sollte Ihr PC geschützt sein. Drei Säulen zeichnen einen sicheren und geschützten PC aus:

  1. aktueller Virenschutz
  2. aktive Firewall
  3. aktuelles Betriebssystem

Da es für Windows XP keine Sicherheitsupdates mehr gibt und Sie das Betriebssystem somit nicht mehr aktuell halten können, sollten Sie keine Online-Einkäufe mit Windows XP durchführen. Es ist zu gefährlich.

So halten Sie Ihr Windows immer aktuell

Installieren Sie die Microsoft-Sicherheitsupdates zeitnah nach Erscheinen. Verwenden Sie dazu die automatische Update-Funktion von Windows. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

  1. Zum Überprüfen Ihrer Update-Einstellungen öffnen Sie „Windows Update“ in der Systemsteuerung. In Windows 8 drücken Sie „STRG“ + „X“, um die Systemsteuerung zu öffnen.
  2. Im Fenster von Windows Update klicken Sie am linken Rand auf „Einstellungen“ ändern.
  3. Legen Sie unter „Wichtige Updates“ fest, wie und wann Sie die von Microsoft zur Verfügung gestellten Updates automatisch herunterladen und installieren möchten.
  4. Markieren Sie auch die Option unterhalb „Empfohlene Updates“. Zu empfehlen ist die Einstellung „Updates automatisch installieren (empfohlen)

Schützen Sie sich vor Viren mit einem Virenscanner

Mit einem aktuellen Virenscanner haben es Viren oder Trojaner schwer, Ihre PCs zu infizieren. Installieren Sie ein Antiviren-Programm, beispielsweise von Kaspersky, G Data, Norman oder Symantec. Von diesen Anbietern gibt es auch Testversionen oder kostenlose Versionen, die einen Grundschutz bieten.

Anbieter Internet
Avira www.avira.com/de/
Bitdefender www.bitdefender.de
G Data www.gdata.de
Kaspersky www.kaspersky.com/de
Norman www.norman.com/de
Panda www.pandasecurity.com/germany/
Symantec www.symantec.com/de/de/

Aktivieren Sie die Firewall von Windows

Achten Sie immer darauf, dass die Firewall von Windows aktiviert ist, sofern Ihr Antiviren-Programm nicht eine eigene Firewall enthält. Windows zeigt im „Wartungscenter“ unten rechts in der Taskleiste an, wenn die Windows-Firewall deaktiviert wurde. Mit einem Klick auf die entsprechende Meldung können Sie die Firewall sofort wieder aktivieren.

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