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So schützen sich Freelancer und Unternehmen vor Cyberbetrug

Vor allem Unternehmen und Freelancer, die ein Gewerbe als Grafik Designer, Webdeveloper oder Virtueller Assistent betreiben, sollten sich vor Internetbetrügern schützen, denn die Machenschaften von Cyberbetrügern werden immer raffinierter.

So schützen sich Freelancer und Unternehmen vor Cyberbetrug

So schützen sich Freelancer und Unternehmen vor Cyberbetrug

Für gewöhnlich gehen Hacker und Cyberkriminelle mit Ransomware, Viren, Bankingtrojanen und Phishing-Mails auf die Jagd nach sensiblen Daten und Informationen. Die neueste Masche besteht in der AirDroid. Das ist eine leistungsfähige Applikation zur Remote-Smartphone-Verwaltung, um Freelancern und Unternehmen Geld aus den Taschen zu leiern. 

Wie die Betrugsmasche funktioniert

Internetkriminelle suchen sich ihre Opfer auf Jobplattformen, auf denen Auftraggeber nach Freelancern suchen. Gleichermaßen können dort Freelancer nach neuen Auftraggebern suchen. In solchen Fällen gaukeln Internetbetrüger vor, Arbeitgeber zu sein, die sich einen Spezialisten für ein Webprojekt engagieren wollen. Für gewöhnlich werben sie Tester, Copywriter, Texter oder Webdesigner an, jedoch auch andere Freelancer und Unternehmen geraten in die Zielscheibe von Internetkriminellen. 

Ist der Kontakt zwischen dem Freelancer und dem Betrüger erstmal aufgebaut, bitten die Kriminellen den Freelancer darum, eine Anwendung oder Cloud zu installieren, die für die Ausführung der Online-Arbeit nötig ist. Sie geben vor, dass diese Applikation nötig ist, um eine Rezension zu schreiben, Icons zu entwerfen oder neue Features zu testen. In den allermeisten Fällen kam hierbei die AirDroid ins Spiel. 

Der Link zur AirDroid führt erstmals über den offiziellen Google Play Store, somit schöpft erstmal kein Freelancer Verdacht, dass es sich um Phishing oder andere Betrügereien handeln könnte. Ist die Anmeldung erstmal durchgeführt, sendet der Internetkriminelle die Anmeldedaten wie den Testzugang und die dementsprechenden Passwörter. Da es für Auftraggeber üblich ist, Daten mit ihren Freelancern zu teilen, würde selbst der misstrauischste Unternehmer und Freelancer keinen Verdacht schöpfen, jedoch hat der Kriminelle bereits vollsten Zugang und Kontrolle über die Endgeräte des Freelancers erhalten. 

Die Auswirkungen dieser AirDroid-Betrugsmasche sind fatal

Falls das infizierte Endgerät über eine Mobilebanking-Applikation verfügt, kann sich der Internetbetrüger bereits Geld überweisen. Ferner können sie das Mobilgerät außer Betrieb setzen und ein Lösegeld zur Wiederherstellung aller Funktionen verlangen. Alle Daten, Fotos, Videos können eingesehen werden und für Erpressungszwecke dienen. Man denke nur an heimliche Chats oder brisante, kompromittierende Daten und Material aus dem privaten Bereich. Zusammengefasst kann man sagen, dass ein Smartphone eine wahre Goldgrube für Internetbetrüger ist.

Im Internet kursieren sogar ausführliche „Bedienungsanleitungen“ die eine Step-by-Step-Anleitung liefern, wie man Personen anhand der AirDroid betrügen kann. Im Grunde genommen ist die AirDroid aber ein legales und benutzerfreundliches Programm, welches Usern einen Remote-Zugriff auf ihre Geräte zur Verfügung stellt. Diese nützliche Applikation haben leider auch Kriminelle für sich entdeckt. 

AirDroid vorwiegend auf russischen Freelancer-Plattformen

AirDroid hat auf der russischen Seite der App im Google Playstore einen ausdrücklichen Hinweis veröffentlicht, der User davor warnt, ausschließlich den persönlichen Account zu verwenden, um Fremdzugriffe und Datenmissbrauch zu vermeiden. Somit steht fest, dass ein fremder AirDroid-Account hohe Risiken birgt, Kriminellen in die Hände zu geraten. Die Entwickler kennen alle Formen der betrügerischen Interaktionen und sind dran, das Problem zu lösen. Die Unvorsichtigkeit und Gutgläubigkeit der Freelancer und Unternehmer macht es Internetkriminellen leicht, diese in die Kostenfalle zu locken, da viele Nutzer sehr unvorsichtig sind, wenn sie etwas installieren. Kaum jemand liest sich die vollständige Beschreibung einer Applikation oder die AGBs durch. 

Wie kann man sich vor solchen Internetbetrügern proaktiv schützen?

Primär helfen gute Antivirenprogramme gegen solche Machenschaften. Sie schützen den Freelancer und ein Unternehmen, um Trojaner, Malware und Viren zu schützen. Auch eine VPN Verbindung für sicheres Interagieren im Internet schützt vorbeugend gegen Internetkriminelle. Dabei sei gesagt, dass die AirDroid-App eine sichere Anwendung ist, die dafür entwickelt wurde, komplett legale Aufgaben durchzuführen. Da die Applikation im Google Play-Store eine sehr gute Bewertung erreicht hat, ist sie auch für Kriminelle attraktiv. Um Kriminellen das Handwerk zu legen, gilt es also, zu verstehen, wie sie ihre betrügerischen Machenschaften in die Tat umsetzen. Neben AirDroid sind auch andere Anwendungen mit Remote-Zugriffen kritisch zu betrachten. Kriminelle verwenden häufig auch TeamViewer und andere IT-Lösungen, um von der Ferne ein Handy oder einen PC zu steuern. Deshalb ist äußerste Vorsicht geboten, wenn ein Unternehmer und Freelancer eine Anwendung oder eine App auf dem eigenen Personal Computer oder Handy installieren soll, um gewisse Tasks auszuführen, die für die Arbeit „nötig“ sind. Selbst, wenn ein Auftraggeber explizit danach fragt oder dem Freelancer den „technischen IT-Support“ schicken will, sollte man mehr als skeptisch sein und sich auf keinen Fall auf Fernsteuerungen einlassen. 

Vorsicht ist besser als blindes Vertrauen

Wie bereits erwähnt, kann man sich nur schützen, indem man die kriminellen Energien solcher Betrüger versteht und weiß, wie sie bei wem wann auf welche Weise betrügen. Unsere Sicherheitstipps:

  • Skepsis ist geboten, sobald man sich ein fremdes Programm wie AirDroid zur Ausführung der Freelancer-Tätigkeit installieren soll
  • Keine Bankdaten für „Tests“ irgendwelcher Bankkonten angeben
  • Keine „technischen IT-Mitarbeiter“ per Remotesteuerung auf die eigenen Geräte lassen
  • Keine fremden Workerspaces zum Upload und zur Kommunikation zulassen. 
  • Bei verdächtigen Anfragen den „Auftrag“ lieber nicht annehmen
  • Sich über den Auftraggeber im Netz und – wenn nötig – bei der Handelskammer informieren.

Bildnachweis: smolaw11 / stock.adobe.com

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