Praxistipps

So richten Sie ein Regenwaldterrarium artgerecht ein!

Lesezeit: 3 Minuten Für die artgerechte Unterbringung Ihrer Pfleglinge ist es natürlich dringend erforderlich, die Ansprüche der jeweiligen Tierart, die gehalten werden soll, zu erfüllen. Ein Regenwaldterrarium ist entsprechend den feuchten und schwülen Bedingungen des natürlichen Habibtats anzupassen. Hierbei sind einige grundlegende Dinge zu beachten.

3 min Lesezeit

So richten Sie ein Regenwaldterrarium artgerecht ein!

Lesezeit: 3 Minuten

Wie Sie bereits wissen, müssen die Anforderungen der Tiere immer im Vordergrund stehen! So muss sich die Gestaltung eines künstlichen Lebensraumes, hier in Form eines Regenwaldterrariums, an den Bedürfnissen der zu pflegenden Art orientieren.

Der hauptsächliche Unterschied eines solchen Terrariums im Vergleich zu anderen besteht in der hohen Luftfeuchtigkeit. Deshalb möchte ich Ihnen die wichtigsten Mindestausstattungen für Ihr Terrarium nun etwas näher erläutern:

Verwenden Sie den geeigneten Bodengrund
Für ein feuchtes oder ein halbfeuchtes Terrarium, wie es ein Regenwaldterrarium darstellt, eignet sich, aufgrund der hervorragenden Eigenschaft zur Feuchtigkeitsaufnahme, ein erdiger Bodengrund, wie z.B. Blumenerde, Torf, Gartenerde, Rindenhumus oder auch Rindenmulch. Doch bei all den genannten Materialen ist auch Vorsicht geboten, denn Reptilien und Amphibien reagieren sehr empfindlich auf behandelte Erde, die zur Abtötung von Bakterien und Pilzen Pestizide und Chemikalien enthalten kann.

Benutzen Sie niemals ein solches Material, was für Ihre Tiere lebensgefährlich sein kann. Der im Terrarienfachhandel erhältliche Bodengrund ist immer unbehandelt. Wenn Sie sich die Erde im Gartenfachhandel kaufen, achten Sie also unbedingt darauf, dass sie vorher nicht gedüngt wurde.

Wie Sie Rück- und Seitenwände gestalten können
Zur Gestaltung von Rück- und Seitenwänden gibt es sehr viele, auch dekorativ geeignete Materialien. Es eignen sich z.B. Korkplatten, die doch ein sehr natürliches Aussehen mit sich bringen und sehr gute Klettereigenschaften besitzen. Auch die im Baumarkt erhältlichen Schilfmatten werden, vor allem von Phelsumen, die einen glatten Untergrund zum Klettern benötigen, sehr gerne angenommen.

Die im Terraristikbedarf zum Sortiment gehörenden Kokosfasermatten besitzen ebenfalls sehr gute Klettereigenschaften, nehmen die Luftfeuchtigkeit und Nässe hervorragend auf und eignen sich sehr gut für eine Bepflanzung. All diese Materialien sind mit Aquariensilikon, ebenfalls im Baustoffhandel oder Zoofachgeschäft erhältlich, sehr gut an den Rück- und Seitenwänden, ob aus Glas oder Holz, zu verkleben. Gleichzeitig stellen sie einen sehr guten Sichtschutz für die Tiere dar, welcher als Wohlfühl-Faktor für die Tiere außerordentlich wichtig ist.

Schaffen Sie Klettermöglichkeiten und Versteckplätze
In den meisten Fällen sind Tiere des Regenwaldes Baumbewohner. Somit eignen sich Äste und Zweige, der Größe der Tiere entsprechend, sehr gut als Klettermöglichkeit an. Verwenden Sie auch Baum- oder Mangrovenwurzeln, gewölbte Rindenstücke und dekorieren Sie Ihr Terrarium noch mit einigen wenigen, größeren Steinen. Auch Baumbewohner suchen immer wieder mal die Bodennähe und finden dann in Korkhöhlen, die im Zoofachhandel erhältlich sind, eine gute Versteckmöglichkeit.

Bei Tieren, die Haftlamellen benutzen, wie z.B. Taggeckos, müssen Sie unbedingt darauf achten, dass die gewählten Äste und Zweige aus einem glatten Untergrund bestehen. Rauhe Gegenstände werden von diesen Tieren nicht angenommen, da sie keine geeignete Kletterfläche bieten können. Deshalb sollten Sie in diesem Fall nur Bambusrohre verwenden, die gleichzeitig, außer bei einigen wenigen ihrer Art, auch im natürlichen Habitat dieser Tiere vorhanden sind.

Kunstpflanzen oder lebende Pflanzen?
Zu beiden Varianten gibt es hier Vor- und Nachteile zu nennen. Letztendlich müssen Sie selbst entscheiden, welche Art von Pflanzen Sie einsetzen. Kunstpflanzen bieten den Vorteil, dass man sie an Rück- und Seitenwänden variabel einsetzen kann, sie leicht abwaschbar sind und nicht von Futterinsekten angeknabbert werden. Leider bieten sie aber keinerlei Beitrag zur Luftfeuchtigkeit, die in einem Regenwaldterrarium von entscheidender Bedeutung ist.

Da ein Terrarium dieser Art jedoch sowieso täglich ein- bis zweimal zu besprühen ist, kann dies schon etwas ausgeglichen werden. Echte Pflanzen bieten optisch natürlich ein hervorragendes Bild, sind aber leider immer wieder Ziel von Heuschrecken und anderen Futterinsekten. Die Dekoration sieht dann nicht mehr hübsch, sondern hässlich aus. Für die Feuchtigkeit im Terrarium sind sie aber sehr wichtig.

Es gibt eine Menge von lebenden Pflanzen, die hohe Feuchtigkeit lieben und somit für ein Regenwaldterrarium geeignet sind. Es kommt jedoch auf die Größe und auf die Eigenschaften der jeweiligen Tierart an, welche Pflanzen genau zu empfehlen sind. Für Langschwanzeidechsen sind natürlich andere Pflanzen als für Wasseragamen geeignet. Also erkundigen Sie sich bitte rechtzeitig und fachkundig hierüber.

Ich persönlich habe in meinen Terrarien jeweils Kunstpflanzen und lebende Pflanzen, damit ich die Vorteile beider Varianten genießen kann.

Literaturhinweis
Thomas Wilms, Zoologischer Leiter des Reptiliums in Landau in der Pfalz und sehr erfahrener Terrarianer, beschreibt in seinem Buch „Terrarieneinrichtung“ die Grundlagen zu diesem Thema und stellt gleichzeitig eine Anleitung zum Eigenbau sämtlicher Einrichtungsgegenstände vor. Erhältlich ist dieses Buch beim Natur- und Tier-Verlag (http://www.ms-verlag.de/) ISBN 978-3-931587-90-1. Es ist mit zahlreichen Fotos und Abbildungen ausgestattet, bezieht sich auf alle Terrarientypen und ist sehr zu empfehlen.

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: