Praxistipps

So kommt Ihr Arzt den Gallensteinen auf der Spur

Lesezeit: 2 Minuten Verschiedene Untersuchungsmethoden stehen zur Verfügung, um Gallensteine zu entdecken und die Behandlung zu planen.

2 min Lesezeit
So kommt Ihr Arzt den Gallensteinen auf der Spur

So kommt Ihr Arzt den Gallensteinen auf der Spur

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Gut versteckt und meist über Jahre hinweg völlig unauffällig liegen die Gallensteine in der Gallenblase.

Werden sie nicht per Zufall bei einem Ultraschall entdeckt, bemerkt der Patient sie erst, wenn Beschwerden auftreten. Bei der Suche nach den Übeltätern helfen unterschiedliche Untersuchungsmethoden.

Von den Beschwerden zum Gallenstein: Erste Schritte

Patienten, die sich mit leichten, wellenartigen Bauchschmerzen, länger andauernder Übelkeit und Völlegefühl – als „läge ein Stein im Magen“ – an den Arzt wenden, müssen zuerst über ihre Beschwerden und die Gesamtumstände berichten.

Unter Beachtung der Symptome und mit einem Blick auf mögliche Risikofaktoren erstellt der Arzt die Verdachtsdiagnose „Gallensteine“ und leitet die weiteren Schritte ein.

Eine Tastuntersuchung des Bauches ist meist der erste Schritt.

Einfach, schnell und zuverlässig: Die Ultraschalluntersuchung

Die schnellste und einfachste Methode, die Gallensteine zu finden, ist der Ultraschall.

Er lässt sich gut von außen durchführen und ist nicht invasiv. Geschallt werden die Gallenblase, die Gallengänge, die Bauspeicheldrüse und der Rest des Bauchraums.

Etwa 95 Prozent der Gallensteine lassen sich im Ultraschall erkennen. Probleme machen vor allem sehr kleine Steine, die ungünstig liegen.

Trotzdem ist der Ultraschall auch dann wichtig, denn er zeigt, ob bereits Entzündungen in der Bauspeicheldrüse und der Gallenblase vorliegen. Bauchwasser wäre ein Hinweis auf eine beginnende Bauchfellentzündung.

Eine wertvolle Alternative zum Ultraschall von außen ist die Endosonographie – der Ultraschall von innen. Dazu wird der Schallkopf über Mund, Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm direkt zu den Gallengängen gelegt.

Auch kleinste Steine finden: MRCP und ERCP

Zwei weitere bildgebende Verfahren werden bei der Diagnostik von Gallensteinen genutzt: Die MRCP – eine Variante der MRT – und die ERCP, ein röntgenologisches Verfahren.

Die Magnetresonanz-Cholangiographie (MRCP) kann die Gallenwege und kleinste Strukturen mit hoher Auflösung darstellen. Das moderne Verfahren hat die ERCP – die endoskopisch-retrograde Cholangio-Pankratikographie – nahezu abgelöst.

Bei diesem Verfahren wird wie bei der Endosonographie mit einem Endoskop gearbeitet, um Bilder direkt aus dem Inneren zu bekommen.

Die ERCP hat einen großen Vorteil gegenüber der MRCP: Werden kleine Steinchen in den Gallenwegen gefunden, können sie auch sofort entfernt oder zertrümmert werden.

Ein Blick ins Blut – was passiert in Galle und Pankreas?

Unverzichtbar, um die Gesamtsituation einzuschätzen, ist die Blutabnahme. Werte wie GOT, GPT und gamma-GT – allesamt Leberenzymwerte – geben einen Hinweis darauf, ob es zu einem Gallestau gekommen ist.

Sind Amylase und Lipase erhöht, spricht vieles für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, eine schwerwiegende Nebenwirkung des Sekret-Staus, verursacht durch Gallensteine. Auch die Entzündungswerte sind wichtige Faktoren für das Gesamtbild.

Weitere Untersuchungsmethoden für schwierige Fälle

Verkalkte Gallensteine sind zwar eher selten, können sich aber oft besonders gut verstecken. In diesem Fall werden weitere Untersuchungsmethoden angewandt, um sie zu finden oder ihre Existenz sicher auszuschließen. Dazu gehören die Computertomographie und die röntgenologische Untersuchung des Bauchraums von außen.

Beide Verfahren können Hinweise auf mögliche Folgeerkrankungen durch ausgetretene Gallenflüssigkeit geben.

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