Praxistipps

So beugen Sie mit Klimaplatten dem Schimmelbefall in der Wohnung vor

So beugen Sie mit Klimaplatten dem Schimmelbefall in der Wohnung vor
geschrieben von Burkhard Strack

Klimaplatten sind Baustoffe für die Innenwanddämmung. Sie heißen auch Kalziumsilikat-, Wohnklima- oder Klimadämmplatte. Je nach Ausführung der Platte können die Platten unterschiedlichen Zwecken dienen: Schimmelvorbeugung, Innendämmung oder Wohnraumklimaverbesserung.

Klimaplatten bestehen aus Siliziumdioxid, Kalziumoxid, Wasserglas und Zellulose und werden unter Wasserdampf in Form gebracht und gehärtet. Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe hat die Klimaplatte spezielle Eigenschaften: Sie ist nicht brennbar (Brandschutz!), druckfest, formstabil, diffusionsoffen, alkalisch (verhindert somit Schimmelbefall), feuchtigkeitsregulierend und wärmedämmend.

Außerdem ist die Klimaplatte einfach zu verarbeiten, kann ökologisch korrekt recycelt werden und ermöglicht im Winter ein schnelleres Aufheizen von Räumen durch ihren „Warme-Wand“-Effekt, somit muss nicht erst eine kalte Außenwand lange mitaufgeheizt werden. Allerdings hat sie eine höhere Wärmeleitfähigkeit als andere Isolationsdämmstoffe, und ist zum Teil auch teurer, sodass die Klimaplatte vielleicht nicht die erste Wahl ist, wenn es um die reine Wärmeisolierung geht.

Zudem sollten Sie bedenken, dass der Einsatz von Klimaplatten Ihre Wandgestaltung direkt beeinflusst. Denn die Klimaplatten sind diffusionsoffen und feuchtigkeitsregulierend, das heißt, sie nehmen Feuchtigkeit aus der Umgebung auf, speichern sie und geben diese dann nach Möglichkeit wieder an die Umgebung ab, wenn zum Beispiel gelüftet wird oder das Raumklima zu trocken wird. Um diese vorteilhaften und gewünschten Eigenschaften zu erhalten, müssen dann auch bei der Wandverkleidung entsprechende Materialien genommen werden, die auch diffusionsoffen sind, also Farben, Tapeten, Kleister oder gar Fliesen müssen danach sorgfältig ausgewählt werden, was sich eventuell in höheren Kosten niederschlagen kann.

Beachten Sie außerdem, dass schwere Gegenstände, die an der Wand befestigt werden müssen (zum Beispiel Küchenschränke oder Fernseher), durch die Klimaplatten hindurch an der tragfähigen Außenwand verankert werden müssen, wodurch Sie unweigerlich die Klimaplatte durchbohren und beschädigen werden und somit deren Vorteile genau an diesen Stellen verloren gehen.

Der größte Vorteil der Klimaplatten besteht in deren schimmelbekämpfender Eigenschaft. Zum einen weisen die Platten einen hohen pH-Wert auf (alkalisch), was von sich aus schon auf natürliche Weise gegen Schimmel wirkt. Zum anderen verhindern die Klimaplatten, dass sich an versteckter Stelle in der Wand aufgrund von Nässe oder Feuchtigkeit Schimmel bilden kann, weil sie die Feuchtigkeit aus der Umgebung aufsaugen, verteilen, speichern und erst wieder abgeben, wenn sich durch verändertes Raumklima die Möglichkeit dazu ergibt.

Wenn also Ihr Hauptanliegen das Vorbeugen von Schimmelbefall in der Wohnung ist, dann sind Sie mit den Klimaplatten auf der sicheren Seite, sofern Sie folgendes beachten:

Beseitigen Sie den Schimmel!

Vorhandener Schimmelbefall muss zuerst restlos beseitigt werden, nicht nur der sichtbare Befall, sondern alles. Holen Sie sich hierzu fachmännische Unterstützung! Schimmel findet sich heutzutage in nahezu jedem Haushalt. Denn Schimmel liebt drei Dinge, die auch wir Menschen lieben: Wärme (20-24 °C), Feuchte Luft (ab 65 % Luftfeuchtigkeit erschaffen Sie ein Paradies für Schimmelpilze) und Sauerstoff.Stellen Sie also sicher, dass Ihre Wände schimmelfrei sind (mit entsprechenden Schimmelvernichtern behandelt wurden), bevor Sie mit dem Anbringen der Klimaplatten beginnen.

Reinigen Sie die Wände gründlich!

Die Wände müssen frei von jeglichen Resten (Tapete, Kleisterrückständen, Farbe, Staub und Schmutz) sein.

Tragen Sie die Silikatgrundierung auf!

Damit die schimmelvorbeugenden Eigenschaften der Klimaplatten nicht verloren gehen, achten Sie bitte darauf, diffusionsoffene Verarbeitungsmaterialien zu verwenden, also eine entsprechende Silikatgrundierung benutzen. Jeder Fachhandel, der Klimaplatten verkauft, hat auch die passenden Grundierungen, Kleber, Fugenfüller und was sonst noch dazu passt im Angebot.

Tragen Sie den Silikatkleber gleichmäßig auf!

Jetzt wird es spannend! Tragen Sie wie beim Fliesenlegen den Silikatkleber gleichmäßig auf die Wand auf, aber nur soviel, wie Sie für die erste Platte benötigen. Dann bringen Sie die erste Platte an und tragen den Kleber auf die Fläche für die nächste Platte auf. Beginnen Sie in einer unteren Ecke der Wand und arbeiten Sie sich dann Reihe für Reihe nach oben.

Klimaplatten an die Wand!

Kleber auf die Wand bringen und die Klimaplatten aufdrücken sind fast ein Arbeitsgang. Es ist wichtig, dass Sie die jeweils nächste Platte stumpf so nah wie möglich an die vorherige Platte andrücken. Es sollten keine Fugen entstehen, die größer als 3 mm sind. Wenn Sie unsicher sind, schauen Sie sich Verarbeitungsvideos vom Klimaplatten-Hersteller an. Fast jeder Hersteller bietet auf seiner Webseite kleine Videos an, die Ihnen genau zeigen, wie Sie die Klimaplatten selber zu Hause verbauen können.

Grundieren Sie die Klimaplatten!

Wenn Sie die ganze Wand geschafft haben, geht es schon fast über die Ziellinie. Nur noch schnell die Platten mit geeigneter Grundierung überstreichen.

Füllen Sie die Fugen!

Und zum Schluss die Fugen verfüllen, damit Sie eine ganz glatte Wandfläche haben. Jetzt ist das Klimaplatten-Projekt geschafft.

Gestalten Sie Ihre Wand!

Und nun die Kür: Die Wand zu Ihrem neuen Highlight machen! Farbe, Tapete oder Putz? Wofür Sie sich auch entscheiden, denken Sie daran, dass alle Materialien diffussionsoffen sein müssen. Lassen Sie sich im Fachhandel dazu beraten. Und dann sollte zumindest an dieser Wand Schimmel keine Chance mehr haben.

Bildnachweis: burdun / stock.adobe.com

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Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing.