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Smoothie: Gesunder Trink-Trend oder flüssiger Firlefanz?

Lesezeit: 3 Minuten Der Smoothie hat sich einen festen Platz auf den Getränkekarten und in den Kühlregalen erobert. Anfang der 1970er Jahre versorgte er die kalifornische Hippie-Generation mit gesunder Energie, nun ist er auch bei uns angekommen. Nach kleineren Produzenten sind inzwischen auch Größen wie Chiquita, Schwartau, Knorr und Mövenpick auf dem Smoothie-Zug aufgesprungen. Doch hält der dickflüssige Drink auch, was er verspricht? Und woran erkennen Sie einen wirklich guten Smoothie?

3 min Lesezeit
Smoothie: Gesunder Trink-Trend oder flüssiger Firlefanz?

Smoothie: Gesunder Trink-Trend oder flüssiger Firlefanz?

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Smoothie – ein weites Feld

Bei Fruchtsaft und Fruchtnektar gibt es Vorschriften über die Zusammensetzung, beim Smoothie dagegen bislang nicht. Was also ein Smoothie ist, bestimmt der Hersteller. Üblicherweise besteht der Drink aus einem Püree aus Früchten und manchmal auch Gemüse.

Damit ein geschmeidiges, cremiges, weiches („smooth“ auf Englisch) Getränk entsteht, wird noch Frucht- oder Gemüsesaft zugegeben. Je nach Hersteller und Preisklasse kommt frisches Obst und Gemüse zum Einsatz oder Püree und Saft aus Konzentrat. Wie hoch der Anteil an Püree sein muss und wie hoch der des Safts sein darf, ist nicht festgelegt.

So erkennen Sie einen hochwertigen Smoothie

Die angebotenen Geschmackskombinationen sind vielfältig. Auch der Preis variiert stark. Rund 1 bis 3 Euro und mehr kosten die 250 ml flüssiges Fruchtvergnügen. Wer gute Qualität für sein Geld haben will, kommt nicht umhin, das Etikett ausgiebiger zu studieren.

  • Es gilt der Grundsatz: Je purer und frischer, desto hochwertiger. Ein hoher Anteil von püriertem Obst und Gemüse (mehr als 50 %) ist ein erstes Anzeichen von Qualität. Smoothies mit einem hohen Saftanteil dagegen sollten Sie eher meiden (oder zumindest nicht viel dafür bezahlen).
  • Das Püree sollte aus frischen, ganzen Früchten hergestellt werden, nicht aus Konzentrat oder Fruchtmark, das enthält in der Regel weniger Vitamine.
  • Das gleich gilt für den Saft: Besser ist Direktsaft aus frischen Früchten, nicht aus mit Wasser wieder verdünntem Fruchtkonzentrat.
  • Ein guter Smoothie enthält kein Zusatzstoffe wie Zucker, Farb- und Konservierungsstoffe, und selbstredend auch keine zugesetzten Aromastoffe (auch keine „natürlichen Aromen“).
  • Mit Vitaminen sollte ein Smoothie nicht extra „angereichert“ sein – die sollten bereits die Ausgangsprodukte liefern.
  • Überflüssig ist auch der Stabilisator Pektin, der für ein „smoothes“ Geschmacksgefühl sorgen soll. Dafür sind die Früchte und die Mischung zuständig.
  • Olivenöl oder andere Öle dagegen sind ein Zeichen von Qualität. Denn diese erleichtern dem Körper die Aufnahme der Vitamine.
  • Verlässliche Qualität liefern zudem auch Bio-Smoothies. Bei denen sind Sie jedenfalls in der Regel vor überflüssigen Zusatzstoffen sicher.

Bedenken Sie: Der Anteil der auf dem Etikett aufgelisteten gesunden Bestandteile hängt stets von dem Obst und Gemüse ab. Beispielsweise hat ein Smoothie aus Zitrusfrüchten naturgemäß einen höheren Vitamin C-Anteil als einer aus Beeren, und einer mit Karottensaft schlägt den Smoothie auf Birnen-Basis logischerweise um Längen in der Karotin-Disziplin.

Kann ein Smoothie frisches Obst ersetzen?

Gesund, voller Vitamine, ohne Konservierungsstoff, Zuckerzusatz, deckt 50 % der Tagesempfehlung an Obst und Gemüse – die Werbung der Hersteller verspricht viel. Kann der Smoothie tatsächlich den Genuss von Obst ersetzen? Untersuchungen ergeben: Nein.

  • Smoothies werden wie frische Milch schonend pasteurisiert. Dabei geht zwangsläufig ein Teil der Vitamine und der gesunden anderen Stoffe (Poliphenole, Flavonoide, Folsäure usw.) verloren.
  • Meist wird außerdem die Schale nicht verarbeitet. Doch gerade sie enthält wertvolle Substanzen.
  • Der Anteil der Ballaststoffe ist beim Smoothie eher gering.

Ist ein Smoothie trotzdem zu empfehlen?

Smoothies können dennoch einen Teil der pro Tag empfohlenen Ration an Obst und Gemüse ersetzen. Vor allem, wenn Sie nicht aus Konzentrat hergestellt sind. Denn die Früchte werden oft noch im Anbauland aus vollreifen Früchten püriert, die bei uns meist gar nicht angeboten werden.

Ein Smoothie ist daher besser als gar kein Obst, und um Längen besser als andere Softdrinks wie Cola, Limonade und Standard-Fruchtsäfte. Auch für Kleinkinder oder ältere Leute, die mit dem Kauen von Obst Probleme haben, sind (gute!) Smoothies eine sinnvolle Nahrungsergänzung.

Vorsicht Kalorien: Smoothies liefern dem Körper (wie Früchte halt auch) viel Fruchtzucker in kurzer Zeit. Daher sind sie nur im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung sinnvoll – der exzessive Smoothie-Genuss dagegen kann zu einer Zunahme des Gewichts führen.

Wie lange ist ein Smoothie haltbar?

Smoothies sind schonend pasteurisiert und müssen daher wie frische Milch gekühlt gelagert werden. Sie halten sich ungeöffnet nur einige Wochen. Geöffnet hält sich der Smoothie 1-2 Tage. Am besten, Sie vernaschen ihn immer gleich vollständig.

Smoothie selbst gesmootht

Mit einem Küchenmixer werden Sie schnell zum Smoothie-Meister und zaubern ihr ganz spezielles Püree. Unzählige Kombinationen aus Obst, Gemüse und Säften sind möglich. Auch ein Schuss Milch, Sojamilch oder Joghurt darf es ein. Oder Alkohol, damit es nicht zu gesund wird – zum Beispiel Sekt, Gin, Wodka, Obstbrand und Liköre auf Fruchtbasis wie Cointreau.

Bildnachweis: karepa / stock.adobe.com

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