Gesundheit Praxistipps

Sind Rückstände von Antibiotika in der Nahrung gefährlich?

Lesezeit: 2 Minuten Multiresistente Keime in Hühnerfleisch oder Putenbrust mit Antibiotika-Rückständen, die die erlaubten Werte um ein Vielfaches übersteigen, sowie andere Horrormeldungen über Gefahren durch Lebensmittel des täglichen Bedarfs erschrecken immer häufiger den Verbraucher. Welche Konsequenzen müssen Sie als Konsument ziehen?

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Sind Rückstände von Antibiotika in der Nahrung gefährlich?

Sind Rückstände von Antibiotika in der Nahrung gefährlich?

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Dioxin in Eiern, Schimmelpilzgifte in der Milch, im Fleisch Keime und Antibiotika-Rückstände in Dosen, die den Wert des Erlaubten um ein Vielfaches übersteigen. Die Liste der sog. Lebensmittelskandale ist lang, während die Abstände, in denen uns diese Nachrichten erreichen, immer kürzer werden. In jedem Einzelfall geben die Behörden Entwarnung, weil die Dosis der schädlichen Bestandteile gering und eine Gesundheitsgefährdung angeblich nicht zu befürchten sei.

Antibiotika in der Tiermast

Die industrielle Tiermast unter nicht artgerechten Lebensumständen hat das Risiko für Krankheiten und vorzeitige Sterbefälle der Tiere enorm anwachsen lassen. Dies versuchen Tierhalter mit hohen Gaben von Antibiotika, oft schon als Prophylaxe verabreicht, zu minimieren. Zudem haben sich diese Medikamente als Beschleuniger der Mast erwiesen. Ein Zuviel der Medikamente und deren Abbauprodukte werden von den Tieren ausgeschieden und gelangen über die Gülledüngung in den Boden, von dort aus ins Grundwasser und somit in den Nahrungskreislauf von Pflanzen, Tier und Mensch.

Verbote

Wie verheerend sich der Medikamenten-Missbrauch auswirkt, ist durchaus allgemein bekannt. Politiker der EU haben deshalb das Verbot von Antibiotika als Mastbeschleuniger ab 01.01.2006 durchgesetzt. Trotzdem ist der Verbrauch dieser Tierarzneimittel nicht gesunken. Das Verbot wird schlicht ignoriert oder die erlaubte Indikation im Krankheitsfall „großzügig“ interpretiert.

Arzneimittelrückstände in der Nahrung

Dass Rückstände von Medikamenten in Nahrungsmitteln verbleiben, ist bei einem derartigen Arzneimittelabusus nicht verwunderlich, insbesondere wenn die erforderlichen Zeitabstände zwischen Medikation und Schlachtung nicht eingehalten werden.

Welche Konsequenzen diese Rückstände in tierischen Produkten für unsere Gesundheit haben, ist bislang noch nicht explizit dokumentiert worden. Kein Verbraucher möchte aber mit dem „Genuss“ eines Fleischgerichts einen Medikamentencocktail voller unbekannter Substanzen zu sich nehmen und damit Leber und Nieren belasten, die Bakterien seiner Darmflora zerstören lassen und das Immunsystem negativ beeinflussen.

Resistenzen

Die größte Gefahr des Dauereinsatzes von Antibiotika liegt in der Gefahr der Bildung von Resistenzen der Keime gegen diese einst so wirksamen Waffen gegen bakterielle Infekte. Die Anzahl multiresistenter Keime, die Zahl der davon betroffenen Personen und der daraus resultierenden Todesfälle steigt stetig.

Was können Sie als Einzelner tun?

Wichtig ist, das Bewusstsein, wie unser Konsumverhalten die Massentierhaltung beeinflusst, zu schärfen und als Konsequenz daraus weniger Fleisch, dafür aber Produkte aus artgerechter Tierzucht zu verzehren. Ein Einsatz für gesunde Lebensumstände unserer Nutztiere kann für uns langfristig lebensnotwendig sein.

Bildnachweis: Rainer Fuhrmann / stock.adobe.com

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