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Sexuelle Schimpfwörter auf dem Schulhof – wie gehen Sie damit um?

Lesezeit: 2 Minuten Haben Sie das auch schon beobachtet? Grundschulkinder auf dem Schulhof nehmen andauernd sexuelle Schimpfwörter in den Mund. Warum sind sie so beliebt? Was steckt dahinter? Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie als Eltern damit umgehen können.

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Sexuelle Schimpfwörter auf dem Schulhof - wie gehen Sie damit um?

Sexuelle Schimpfwörter auf dem Schulhof – wie gehen Sie damit um?

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Ihr Kind verwendet sexuelle Schimpfwörter?

Die wichtigsten Grundregeln:

  1. Ignorieren hilft nicht. Sprechen Sie Ihr Kind direkt auf die Worte, die es gebraucht an. Sie müssen das  nicht  unmittelbar, sondern nur zeitnah tun.
  2. Hintergrund und Kontext können interessant sein. Die vielbemühte Frage: „Von wem hast du das?“ ist es nicht. Ihr Kind hat die Wörter vermutlich einfach von dem Sprössling der gut-situierten Familie von nebenan.
  3. Verbieten Sie den Gebrauch von Schimpfwörtern generell. Schimpfen ist allerdings manchmal besser als Schlagen. Vielleicht können Sie mit Ihrem Kind drei erlaubte Schimpfwörter für den Ausnahmefall vereinbaren.
  4. Bereiten Sie sich innerlich darauf vor, die tatsächliche Bedeutung des entsprechenden Wortes nun kindgerecht zu erklären. Das ist sinnvoll, weil Kinder mit dem häufigen Einsatz von sexuellen Schimpfwörtern auch indirekt ihren Bedarf an Aufklärung anzeigen wollen. Schreiben Sie sich geeignete Formulierungen ggf. vorher auf.
  5. Die Bewertung, die Sie der jeweiligen Sexualpraktik oder dem Wort an sich entgegenbringen, teilt sich Ihrem Kind auch ohne Worte mit. Es versteht aber die Gründe dafür nicht. Nutzen Sie die gute Gelegenheit Ihr Kind zu informieren und zu erziehen.
  6. Hier ist es möglich die Botschaften einzuflechten, die Ihnen wichtig sind, zum Beispiel: zu erklären, wer mit wem Sex haben darf und wer mit wem nicht zu betonen, dass Erwachsene niemals sexuelle Dinge mit Kindern machen dürfen. klarzustellen, dass Sex auch unter Erwachsenen immer freiwillig passieren muss darauf hinzuweisen, dass jeder Mensch unterschiedliche Wünsche hat und deshalb sexuelle Praktiken  immer Verhandlungssache zwischen den jeweiligen Partnern sind und was Ihnen sonst noch wichtig ist.

Beispiel für den Umgang mit sexuellen Schimpfwörtern

Das könnte idealtypisch vielleicht so verlaufen:

Alexander schreit im Garten spielend lauthals „Arschficker, Arschficker!“ in Richtung seines Spielkameraden. Zwei Nachbarinnen, die das mitkriegen tauschen vielsagend empörte Blicke.  Alexanders Mama ist das furchtbar unangenehm. Sie ruft Alexander und Leon zu sich herein und fragt: „Weißt Du eigentlich, was Du sagst, wenn Du „Arschficker“ sagst?“ Alexander wird rot. Aus Mamas Mund hört sich das Wort plötzlich sehr befremdlich an.

Wenn die Erwachsenen so richtig schön zusammenzucken, findet er das viel spannender. „Klar!“ sagt er trotzig und kleinlaut. Aber als er es erklären soll, weiß er nicht mehr weiter. „Ich erklär Dir das gern, aber vorher möchte ich Dir noch sagen, dass ich Dir solche Wörter nicht erlauben kann. Kinder und Erwachsene finden sie besonders peinlich und verletzend. Nicht weil das, was sie bedeuten falsch oder böse ist, sondern weil es etwas sehr Privates ist. Deshalb will ja auch keiner „Arschloch“ genannt werden. Ein Po-Loch ist ja was völlig Normales, was jeder hat, aber es ist eben auch was Privates. – Keine Schimpfwörter mehr. – Verstanden?“ Zerknirschtes Nicken.

„Also und jetzt zu Deinem Wort. Manche Erwachsene möchten auf diese Weise miteinander schlafen. Du kennst ja aus Deinem Aufklärungsbuch, dass der steife Penis des Mannes normalerweise in die Scheide der Frau geschoben wird. Manchen Erwachsenen gefällt es aber auch, wenn sie den Penis ganz vorsichtig in die Po-Öffnung des anderen schieben“

„Igitt,  das ist ja eklig“, sagt Leon. „Die Mutter antwortet: „Ja viele finden das auch so, aber eben nicht alle. Wenn einer von beiden es schmerzhaft oder eklig findet, können sie es eben nicht miteinander machen!“

Machen Sie sich keine allzu großen Sorgen. Gegen Ende der Grundschulzeit ist das ein Phänomen, das viele Eltern und vor allem Lehrer kennen. Sprechen Sie es beim Elternabend an und versuchen Sie eine gemeinsame Regelung für die Klasse anzuregen. In der vierten Klasse steht Sexualerziehung explizit auf dem Lehrplan, so können Sie sich von einem Teil der Verantwortung entlasten.

Bildnachweis: STUDIO GRAND OUEST / stock.adobe.com

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