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Serotoninsyndrom: Wenn Selbstmedikation gefährlich wird

Lesezeit: 2 Minuten Nahrungsergänzungsmittel, die den Serotoninspiegel anheben, sind auf dem Markt ohne Rezept erhältlich, z. B. 5-HTP. Da es viele angenehme Wirkungen verspricht, wird es gern von Menschen mit chronischen Schmerzen, Schlafstörungen, Depressionen oder Übergewicht gekauft. Doch Vorsicht bei Kombinationen mit anderen Arzneimitteln!

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Serotoninsyndrom: Wenn Selbstmedikation gefährlich wird

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Serotonin ist ein wichtiges Gewebshormon, das viele Vorgänge in unserem Körper beeinflusst. Es wirkt auf Herz und Kreislauf, Magen, Darm, Blutgerinnung sowie auf das zentrale Nervensystem, hebt die Stimmung, reduziert den Appetit und fördert einen gesunden Schlaf.

Selbstmedikation mit Folgen

Auch bei chronischen Schmerzen hat Serotonin einen positiven Effekt. Allerdings nur, wenn der Neurotransmitter in der richtigen Dosierung im Körper agiert. Diese kann jedoch durch die Kombination mit anderen Arzneimitteln so stark ansteigen, dass gefährliche Nebenwirkungen entstehen. Oft sind dies Folgen einer Selbstmedikation oder wenn Ärzte nicht wissen, welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel ihre Patienten einnehmen.

5-HTP kann hilfreich sein

Viele Menschen leiden unter Schlafstörungen, Depressionen und/oder chronischen Schmerzen, die nicht befriedigend therapiert werden können. Um diese „natürlich“ zu behandeln, wird unter anderem auch von Ärzten empfohlen, den Serotoninspiegel anzuheben, damit sich die Stimmung und die Schlafqualität verbessert.

Je tiefer der Schlaf, desto geringer wird die Schmerzempfindlichkeit. Um dies zu erreichen, kann man 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) einnehmen, das freiverkäuflich in verschiedenen Dosierungen auf dem Markt erhältlich ist. Für Schmerzpatienten ist die Alpha-Aminosäure besonders interessant, da sie eine große Erleichterung bringen kann, wo nichts Anderes hilft, z. B. bei Fibromyalgie (Muskelfaserschmerz).

Wundermittel gegen Schmerzen?

Auch Migräne geplagte oder übergewichtige Menschen können von 5-HTP profitieren. Wer häufig oder ständig unter Schmerzen, Schlafstörungen, Heißhungerattacken  und Depressionen leidet, greift natürlich nach jedem Strohhalm, der sich bietet, zumal 5-HTP als natürliches, wissenschaftlich erforschtes Nahrungsergänzungsmittel bezeichnet wird. Es wird aus der afrikanischen Schwarzbohne hergestellt und klingt zunächst harmlos, ist es aber nicht immer.

Kombinationen mit 5-HTP und anderen Medikamenten

Wer sonst keine weiteren Medikamente einnimmt, kann mit 5-HTP Erfolg haben und seinen Gesundheitszustand verbessern. Leidet man unter heftigen chronischen Schmerzen, kommt man jedoch nicht ohne Schmerzmittel aus. Wenn starke Schmerzstiller wie Tramadol und vielleicht noch ein Antidepressivum zur Reduzierung der Schmerzempfindlichkeit verordnet werden, erfährt man durch 5-HTP eine ungesunden Überschuss an Serotonin, der zum Serotoninsyndrom führt.

Serotoninüberschuss führt zu heftigen Beschwerden

Das Serotoninsyndrom macht sich durch vegetative Beschwerden wie starkes Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen und einen erhöhten Puls bemerkbar. Auch im mentalen Bereich können massive Störungen auftreten, z. B. starke Unruhe, Halluzinationen, Ängstlichkeit, Verwirrung, Bewusstseins- und Koordinationsstörungen. Ungewöhnliche Muskelzuckungen und Krampfanfälle sowie Zittern gehören ebenfalls zu den Symptomen des Serotoninsyndroms, die leicht falsch zugeordnet werden.

Serotoninsyndrom kann tödlich enden

Die genannten Symptome treten bei den meisten Patienten schon nach einigen Stunden der Einnahme auf. Wer sich nicht bewusst ist, dass sie durch die Kombination seines an sich harmlosen Nahrungsergänzungsmittels mit seinen verschriebenen Medikamenten entstehen, kann sie nicht richtig einschätzen und setzt die Einnahme fort. Dann wird das Serotoninsyndrom so gefährlich, dass es zum Tod führen kann.

Medikation immer mit dem Arzt besprechen

Bevor Sie ein frei verkäufliches Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Er kann am besten entscheiden, ob das gewünschte Präparat zu Ihren anderen Medikamenten passt oder nicht.

Wenn Sie ein solches Nahrungsergänzungsmittel bereits eingenommen haben und Beschwerden bekommen, teilen Sie dies Ihrem Arzt unbedingt mit, damit er Ihre Symptome richtig einschätzen kann. Aus Scham zu schweigen, kann gefährlich werden!

Dieser Artikel kann den Rat eines Arztes nicht ersetzen!

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