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Selbstwertgefühl von Kindern stärken

Lesezeit: 3 Minuten Ein zu niedriges Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen kann viele Probleme in der Schule und im Kontakt mit Gleichaltrigen erklären. Und ein gutes, stabiles Selbstwertgefühl hilft Kindern und Jugendlichen auch, mit so mancher Enttäuschung fertig zu werden.

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Selbstwertgefühl von Kindern stärken

Selbstwertgefühl von Kindern stärken

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Wie aber entsteht ein gesundes Selbstwertgefühl und wie können Eltern das Selbstwertgefühl ihres Kindes stärken?

7 Punkte zeigen, wie Sie das Selbstwertgefühl Ihres Kindes stärken können.

Selbstwertgefühl stärken: 1. Die positiven Seiten des Kindes sehen

Häufig sind Eltern durch den Alltagsstress auf das fokussiert, was das Kind nicht gut kann, was nicht so gut klappt, wo sie sich über das Kind ärgern. Hier ist es wichtig den Blickwinkel zu verändern. Manchmal hilft es sich aufzuschreiben, was das Kind schon gut macht und wofür man es ruhig mal loben kann.

Selbstwertgefühl stärken: 2. Dem Kind sagen, wenn Sie etwas gut finden

Manchmal denken Eltern zwar: „Oh, das hat jetzt aber gut geklappt“ oder „Das kann mein Kind ja schon richtig gut“, aber sie vergessen es zu sagen. Hier kann es zu einem Mangelgefühl beim Kind kommen, was gar nicht sein müsste. Probieren Sie es ruhig mal aus, wie Ihr Kind reagiert, wenn es mehr als dreimal am Tag hört, dass es etwas gut gemacht hat.

Anerkennung kann auch durch Blicke, zärtliche Gesten und dergleichen ausgedrückt werden. Sehr verunsicherte Kinder reagieren manchmal auf direktes Lob abwehrend. Hier sind zärtliche Gesten oder Blicke oft wirkungsvoller.

Selbstwertgefühl stärken: 3. Dem Kind das Gefühl geben, dass es wertvoll ist – unabhängig von seinem Verhalten

Dies ist ein sehr wichtiger Punkt in der Erziehung eines Kindes. Nur wenn ein Kind das Gefühl hat, dass es unabhängig von seinem Verhalten geliebt wird, kann es sich frei und ungezwungen entwickeln. Die meisten Kinder haben eine Tendenz sich positiv zu entwickeln, wenn man sie nicht zu sehr unter Druck setzt. Besonders negativ wirken sich unrealistisch hohe oder widersprüchliche Erwartungen an das Kind aus.

Wenn ein Kind das Gefühl hat, es wird nur geliebt, wenn es bestimmte Leistungen oder Verhaltensweisen bringt, die von den Eltern erwartet werden, kann es sein, dass es äußerlich zwar den Erwartungen versucht zu entsprechen, sich innerlich aber einsam und ungeliebt fühlt.

Selbstwertgefühl stärken: 4. Das Verhalten des Kindes kritisieren, nicht das Kind insgesamt ablehnen oder abwerten

Auch dies ist wichtig für einen guten Kontakt und die Entwicklung eines stabilen Selbstwertgefühls. Nur wer die Erfahrung gemacht hat, dass ein geliebter Mensch zwar von einem bestimmten Verhalten enttäuscht ist, dies aber an der grundlegenden Zuneigung nichts ändert, bleibt trotz Kritik in seinem Selbstwert unangetastet.

Selbstwertgefühl stärken: 5. Dem Kind genau erklären, was Ihnen missfallen hat

Zeigen Sie ihm auf, was es nun tun kann, damit sie nicht mehr unzufrieden mit seinem Verhalten sind.

Beispiel: Das Kind hat sein Zimmer nicht aufgeräumt.

Kritik am Verhalten: „Ich finde es nicht gut, dass Du nicht aufgeräumt hast – wie wir es besprochen haben. Bring das bitte in Ordnung!“ Möglichst noch eine Zeit vereinbaren, in der das Kind die versäumte Aufgabe erledigt haben soll und es dann loben, wenn es das gemacht hat.

Häufig fällt das Lob unter den Tisch, wenn man sich zuvor über das Verhalten des Kindes geärgert hat. Dies kann zu einem wiederkehrenden Muster werden, in dem es dem Kind nicht gelingt, die Anerkennung der Eltern zu erringen. In der Regel führt hier das Anerkennen der Tätigkeit, die man schon früher erwartet hatte, zu mehr Erfolg, als das Kind dafür zu kritisieren, dass es dies nicht gleich erledigt hat.

Selbstwertgefühl stärken: 6. Auch mal alle fünfe gerade sein lassen

Häufig kommen Eltern von sehr anstrengenden Kindern gar nicht mehr raus aus dem Kreislauf von Geboten, Verboten, Ermahnungen und Strafen. Hier hilft es – wenn es geht – einfach mal ein oder auch beide Augen zuzudrücken. In einer Art Waffenstillstand können sich beide Seiten ein wenig erholen.

Dies sollte nicht als Inkonsequenz verstanden oder angesehen werden. Wenn die Kinder wissen, was sie grundsätzlich nicht machen sollen oder was von ihnen erwartet wird, können sie durchaus mit einer Verschnaufpause umgehen, in der sie mal nicht an die Einhaltung aller Regeln erinnert werden. Diese Pause ist auch gut dafür, um dem Kind das Gefühl zu geben, dass es grundsätzlich in Ordnung ist.

Selbstwertgefühl stärken: 7. Fähigkeiten fördern

Natürlich ist das Selbstwertgefühl eines Kindes auch davon abhängig, was es kann. Dafür ist es wichtig, dass Eltern gucken, was kann das Kind besonders gut? Wo liegen seine Talente? Und dann diese zu fördern. Hier gilt die Devise fördern ohne zu überfordern. Also Anregungen und Struktur anbieten, aber die eigenen Leistungserwartungen möglichst gering halten.

Dies ist für viele Eltern gar nicht so einfach. Spielen doch oft eigene Träume von den eigenen Fähigkeiten, die oft ungenutzt geblieben sind, bei der Erziehung des Kindes durchaus mit. Aber es ist wichtig, um dem Kind nicht gerade im Bereich seiner größten Fähigkeiten das Gefühl des Versagens zu geben – was übrigens gar nicht so selten vorkommt. Erlebt das Kind hier zu viel Druck und dadurch bedingt zu viele Enttäuschungen, wird es schnell die Lust verlieren und seine Fähigkeiten nicht ausbauen können.

Fazit

Eine gute Beziehung mit Respekt und Wertschätzung für das Kind – unabhängig von seinem Verhalten – stabilisiert das Selbstwertgefühl. Ein Kind, das sich grundsätzlich geschätzt und angenommen fühlt, kann auch Kritik für Fehlverhalten viel besser wegstecken. Lob und Zärtlichkeiten helfen dem Kind, sich angenommen zu fühlen.

Urheber : Mikkel Bigandt/123rf.com

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