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Selbstmassage: So profitieren auch Sie von dieser chinesischen Tradition

Lesezeit: 3 Minuten Die über 2.000 Jahre alte Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) besagt: Sie können sich eine effektive und zugleich angenehme Massage mit Ihren eigenen Händen bereiten, die obendrein auch keinen Cent kostet. Probieren Sie die Selbstmassage einfach mal aus. Sie werden sehen, auch wenn die Selbstmassage mit einer professionellen nicht konkurrieren kann, bringt die so genannten Dao yin-Massage Ihnen trotzdem Entspannung und neue Energie.

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Selbstmassage: So profitieren auch Sie von dieser chinesischen Tradition

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Selbstmassage: Nutzen Sie Ihre Energiebahnen
Die chinesische Selbstmassage, genannt Dao yin, ist eine Technik aus einem weiten Gebiet der Chinesischen Medizin, das man unter dem Namen Qi Gong kennt, was soviel heißt wie "Energiearbeit". Nach der Anschauung der chinesischen Medizin sind die inneren Organe durch große und kleine Bahnen, oder Meridiane, mit jedem Körperteil verbunden. Durch diese Meridiane fließt das "Qi", die Lebensenergie des Körpers.

Durch die Selbstmassage sollen die einzelnen Körperteile harmonisch ins Gleichgewicht gebracht oder darin gehalten werden. Das wird durch Lösen von Blockaden erreicht, was eine Stimulation des Qi-Flusses bewirkt. Technisch geschieht dies durch Kneten, Reiben, leichtes Schlagen, Kneifen und sanftes Klopfen des Körpers, besonders im Bereich bestimmter Akupressurpunkte.

In der chinesischen Medizin geht man davon aus, dass diese Vorgehensweise nicht nur für das massierte Gewebe vorteilhaft ist. Auch die inneren Organe, die über Meridiane mit diesen Punkten verbunden sind, können davon profitieren, sodass es schließlich dem ganzen Körper nutzt.

Sie müssen gar nicht viel über die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) wissen, um zu spüren, wie gut Ihnen eine Dao yin-Selbstmassage tut. Die folgende Vorgehensweise kann helfen, Spannungen und Ängste abzubauen, sich entspannter zu fühlen und die Zirkulation des Blutes und der Körperflüssigkeit zusammen mit dem Qi-Fluss zu erhöhen. Zusätzlich hat die Forschung gezeigt, dass Massagen den Körper dazu anregen, natürliche, schmerzstillende Substanzen auszuschütten und das Immunsystem zu stärken.

So gehen Sie schrittweise vor
Lehrer und erfahrene Praktizierende der Dao yin-Selbstmassage machen sich viele verschiedene Trainingseinheiten zunutze. Für Sie als Anfänger können folgende Übungen hilfreich sein:

  • „Waschen" Sie Ihr Gesicht – Zuerst reiben Sie Ihre Handflächen kräftig aneinander, bis sie durch die Reibung warm geworden sind. Legen Sie Ihre Hände dann auf Ihre Stirn und führen Sie diese mit Druck auf Ihr Gesicht nach unten, bis Ihre Fingerspitzen Ihr Kinn berühren. Bearbeiten Sie Ihr Gesicht einige Zeit mit kreisenden Bewegungen, so als wollten Sie es waschen.
  • Bedecken Sie Ihre Augen – Reiben Sie Ihre Hände aneinander und bedecken Sie anschließend Ihre Augen mit den warm gewordenen Handflächen. Lassen Sie die Wärme Ihrer Hände für ca. 30 Sekunden auf Ihre geöffneten Augen einströmen.
  • Reiben Sie Ihre Ohren – Reiben Sie mit Daumen und Zeigefinger sanft Ihre Ohraußenseiten, bis sie warm werden. Danach kneifen und drücken Sie das gesamte Ohr.
  • Schultermassage – Kneten und massieren  Sie mit einer Hand  Ihre Schulter- und Halsmuskeln. Wiederholen Sie diese Übung auf der anderen Seite.
  • Klopfmassage im Brustbereich – Klopfen Sie Ihren Brustkorb leicht ab und massieren Sie anschließend den äußeren Bereich rund um  Ihre Schlüsselbeinmulden in der Nähe Ihres Schultergelenkes. Zusätzlich können Sie das Gewebe Ihrer Achselhöhle leicht durchkneten.
  • Arme und Hände – Klopfen Sie Ihre Armunterseite von der Achselhöhle bis zu Ihren Fingerspitzen ab, drehen Sie dann Ihre Hand um und klopfen Sie nun die Armoberseite in Aufwärtsrichtung ab. Wiederholen Sie dies einige Male. Stoppen Sie in Aufwärts- und Abwärtsrichtung an Ihren Gelenken (Ellbogen, Handgelenk und an den Händen), um diese kurz zu massieren. Nehmen Sie sich auch aller Vertiefungen und Vorsprünge an. Wiederholen Sie diese Übung mit dem anderen Arm.
  • Bauchmassage – Platzieren Sie eine Hand über Ihrem Nabel, und legen Sie die andere darüber. Nun beginnen Sie mit leichtem Druck folgende kreisende Bewegung auszuführen: Im unteren Bauchbereich von links nach rechts und im oberen Bereich im Uhrzeigersinn.
  • Rücken und Gesäß – Klopfen Sie Ihren unteren Rücken und Ihr Gesäß im Stehen für ca. 30 Sekunden ab, und reiben Sie anschließend den unteren Rücken kräftig mit beiden Händen, bis Sie die Wärme spüren.
  • Beine und Füße – Ähnlich wie Sie mit Ihren Armen verfahren sind, klopfen Sie nun die Beinaußenseite von der Hüfte abwärts bis zu Ihren Zehen ab und verfahren ebenso an Ihrer Beininnenseite von unten aufwärts bis zu Ihrer Leistengegend. Wiederholen Sie dies einige Male, indem Sie die Beine außen abwärts und innen aufwärts abklopfen. Reiben Sie Ihre Beine vom Oberschenkel abwärts und legen Sie dabei besonderes Augenmerk auf Ihre Knie und Fußknöchel. Zusätzlich sollten Sie sich noch Zeit für eine Hand- und Fußmassage nehmen.

Selbstmassage: In diesen Fällen sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt sprechen
Eine Selbstmassage sollte nie schmerzhaft sein. Sollten Sie an Gelenkarthritis leiden, lassen Sie bitte bei der Behandlung betroffener Stellen besondere Vorsicht walten oder sparen Sie diese Bereiche ganz aus. Wenn Sie kürzlich einen Herzinfarkt erlitten haben, Osteoporose haben oder anfällig für tiefe Beinvenenthrombose sind, sollten Sie sich vor einer Selbstmassage auf jeden Fall an Ihren Arzt wenden.

Selbstmassage ist kein Allheilmittel
Genauso, wie ein neuer Hausanstrich Ihnen nicht zu einer schöneren Wohnung verhilft, darf die Selbstmassage nicht als Allheilmittel für einen Körper angesehen werden, um den man sich sonst nur mäßig kümmert. Eine Selbstmassage entfaltet ihre beste Wirkung, wenn Sie als Ergänzungsmaßnahme zu einer gesunden Lebensführung verstanden wird.

Hierzu gehören eine gesunde Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, genügend Schlaf, körperliche Betätigung sowie angemessene Auszeiten zur Besinnung und Meditation. Falls Sie noch Hilfe für die praktische Umsetzung benötigen, wenden Sie sich zum Beispiel an einen Masseur bzw. Yoga-Lehrer. Eventuell bietet auch Ihre örtliche Volkshochschule Kurse an.

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