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Schweinegrippe: Impfen oder nicht impfen?

Lesezeit: 3 Minuten Um die Schweinegrippe ranken sich zahlreiche Gerüchte, insbesondere über die Risiken der Schweinegrippe-Impfung und die Nebenwirkungen des Schweinegrippe-Impfstoffes. Tatsache ist: In Deutschland und weltweit steigt die Zahl der Erkrankungs- und Todesfälle – doch damit steigt auch die Hysterie um die Schweinegrippe. Kann man sich überhaupt gefahrlos gegen die Schweinegrippe impfen lassen? Oder ist es weitaus gefährlicher, es nicht zu tun?

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Schweinegrippe: Impfen oder nicht impfen?

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Die Schweinegrippe grassiert in Deutschland und sorgt bei weiten Teilen der Bevölkerung für Verunsicherung. Zwar raten offizielle Stellen wie das Bundesministerium für Gesundheit, sich gegen Schweinegrippe impfen zu lassen. Allerdings steht der Schweinegrippe-Impfstoff Ende November 2009 noch gar nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung.

Schweinegrippe: Impfen gesundheitsschädlich?
Um im Herbst 2009 rechtzeitig zur zweiten Schweinegrippe-Welle auf dem Markt zu sein, wurde der Schweinegrippe-Impfstoff – schneller als bei Arzneimitteln normalerweise üblich – in Deutschland zugelassen. Deshalb wird er auch wegen unzureichender klinischer Tests und Studien kritisiert. Hinzu kommen die umstrittenen Wirkverstärker (Adjuvantien), die dafür sorgen, dass weniger Antigen pro Impfdosis benötigt wird. Die Produktion dieses Antigens ist langwierig, deshalb werden Wirkverstärker im Schweinegrippe-Impfstoff eingesetzt, um in kurzer Zeit möglichst viele Menschen gegen Schweinegrippe impfen lassen zu können.

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Zu den häufigsten Bedenken gegen die Schweinegrippe-Impfung lässt sich nach bisherigem Erkenntnisstand (November 2009) Folgendes sagen:

  • Der Schweinegrippe-Impfstoff soll gefährliches Quecksilber enthalten:
    Das im Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix des Herstellers GlaxoSmithKline enthaltene Thiomersal ist eine Quecksilberverbindung, die die Haltbarkeit verbessert. Zwar gibt es keine Beweise für die Schädlichkeit, trotzdem empfehlen Arzneimittelbehörden, für Kinder keine quecksilberhaltigen Schweinegrippe-Impfstoffe zu verwenden.
  • Das im Wirkverstärker enthaltene Squalen soll für das sogenannte „Golfkriegs-Syndrom“ (GWS) verantwortlich sein: Das Squalen im Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix war auch Bestandteil eines Impfstoffes, den US-amerikanische Soldaten vor ihrem Einsatz im Zweiten Golfkrieg erhalten haben. Einige Golfkriegsveteranen entwickelten danach ein unklares Krankheitsbild, und die in ihrem Blut enthaltenen Squalen-Antikörper gerieten als Auslöser in Verdacht. Später konnte in einer großen epidemiologischen Studie jedoch kein Zusammenhang gefunden werden.

Schweinegrippe: Impfen sogar gewollt gefährlich?
Darüber hinaus kursieren inzwischen vor allem im Internet einige „Verschwörungstheorien“, die davor warnen, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. Es werden regelrechte Horrorszenarien entworfen, in denen von „Zwangs-Impfungen“ und „geplantem Genozid“ die Rede ist. Hier einige der häufigsten Vorwürfe, die bisher allerdings von offizieller Stelle nicht bestätigt, geschweige denn bewiesen sind:

  • Die Wirkverstärker im Schweinegrippe-Impfstoff bestehen aus sogenannten Nano-Partikeln, die eine zerstörerische Wirkung auf den menschlichen Körper haben. Eine Massenimpfung der Bevölkerung wird verheerende Folgen haben. 
  • Da in den USA nur Schweinegrippe-Impfstoffe ohne Wirkverstärker zum Einsatz kommen, wird spekuliert, dass die Schweinegrippe-Pandemie genutzt werden soll, um die Position der USA als Weltmacht zu stärken. 
  • Die Pharmaindustrie hat den Schweinegrippe-Virus gezielt entwickelt, produziert und verteilt, um eine Pandemie auszulösen, die ein weltweites Massensterben verursacht. Der Schweinegrippe-Virus wird also quasi als biologische Waffe eingesetzt – genau wie der Schweinegrippe-Impfstoff. Die Regierungen verschiedener Länder sind ebenfalls daran beteiligt.
  • Auch die Bundesregierung wird der Verschwörung bezichtigt: Weil der Schweinegrippe-Impfstoff in so kurzer Zeit auf den Markt kam, wird unterstellt, dass die Pharmaindustrie in der deutschen Bevölkerung einen großangelegten Feldversuch durchführt, um die neuen Medikamente zu testen – und das mit Rückendeckung der Regierung!

Ob man diesen Verschwörungstheorien zur Schweinegrippe Glauben schenkt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das Robert-Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut sind bemüht, die Kritik durch wissenschaftliche Belege zu entkräften. Allerdings müssen sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie im Zweifelsfall nicht ganz „unparteiisch“ sind, weil sie als Bundesinstitute im Dienste der Regierung stehen.

Schweinegrippe: Impfen aus gutem Grund?
Eine Erklärung dafür, dass die Bundesregierung empfiehlt, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen, ist die Neuartigkeit des Schweinegrippe-Virus‘. Gegen die „normale“ Grippe besteht in der Bevölkerung aufgrund der jährlichen Widerkehr des Virus‘ – wenn auch in leicht veränderter Form – ein höherer Schutz. Bei der „neuen“ Grippe hat noch keine solche Vorimmunisierung stattfinden können – deshalb ist die Gefahr, dass jemand an der Schweinegrippe erkrankt, viel größer.

Während jedes Jahr um die zehn Prozent der Bevölkerung an der saisonalen Grippe erkranken, erwartet man bei der Schweinegrippe eine Erkrankungsrate von 30 Prozent. Damit wird auch die Zahl der schweren Verläufe und der Todesfälle ansteigen – allerdings ist es auch schon bei einer normalen Grippe-Welle vorgekommen, dass bis zu 20.000 Menschen verstoben sind.

Sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen ist momentan der wirksamste Schutz. Dennoch – wirklich sicher ist nur eins: Um die richtige Entscheidung für oder gegen eine Schweinegrippe-Impfung zu treffen, empfiehlt sich eine ausführliche Beratung durch den zuständigen Arzt, um das individuelle Risiko möglichst genau abschätzen zu können.

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