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Schwanger im Winter: So bleiben Sie in der kalten Jahreszeit gesund

Lesezeit: 4 Minuten Extreme Wetterverhältnisse sind in der Schwangerschaft eine Belastung. Wenn Sie schwanger sind, hilft Ihnen vorausschauende Planung, gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden. Trotzen Sie mit unseren Tipps Kälte und Glatteis und genießen Sie entspannt schwanger im Winter zu sein.

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Schwanger im Winter: So bleiben Sie in der kalten Jahreszeit gesund

Schwanger im Winter: So bleiben Sie in der kalten Jahreszeit gesund

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Vielleicht hadern Sie mit dem Gedanken ausgerechnet im Winter schwanger zu sein. Trösten Sie sich damit, dass ein heißer Sommer den Kreislauf der Schwangeren strapaziert und oft zu Wassereinlagerungen im Körper führt. Von diesen Beschwerden bleiben Sie im Winter weitgehend verschont. Allerdings birgt die kühle Jahreszeit mit den kurzen Sonnenzeiten einige gesundheitliche Komplikationen. Fangen Sie im Herbst an, Ihr Immunsystem zu kräftigen, um unangenehme Erkrankungen zu vermeiden.

Schwanger im Winter: Trotzdem raus an die frische Luft

Zahlreiche Studien belegen, dass ein Vitamin-D Mangel die Gesundheit schwächt. Der Körper bildet normalerweise Vitamin-D selbst, wenn Sonnenlicht bzw. UVB-Strahlung auf die unbedeckte Hand trifft. Deshalb ist Vitamin-D genau genommen kein Vitamin. In den dunklen Wintermonaten erhält der Körper zu wenig UVB-Strahlen. Allerdings reichen die im Sommer gespeicherten Reserven einige Monate.

Der Mangel an Vitamin-D kann zu zahlreichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, denn das Hormon stärkt das Immunsystem, die Knochendichte, verhindert Bluthochdruck und schützt vor Müdigkeit und Depressionen.
Sie stärken Ihre Gesundheit, wenn Sie im Sommer und Herbst mindestens zwei- bis dreimal in der Woche an der frischen Luft spazieren gehen. Fünf bis dreißig Minuten reichen, um ausreichend Vitamin-D zu bilden. Aber auch während der Arbeit haben Sie die Möglichkeit Sonne zu tanken. Öffnen Sie das Fenster und genießen Sie für einige Minuten die belebenden Sonnenstrahlen auf der Haut. Von einem Besuch im Solarium raten viele Mediziner ab. Da die meisten Geräte keine UVB-Strahlung absondern, bildet der Körper auch kein Vitamin-D.

Vitamin-D Mangel im Winter

Von Oktober bis März steht die Sonne in unseren Breiten zu tief, um genügend UVB-Strahlung durchzulassen. Im Winter zehren wir von unseren im Sommer gespeicherten Vitamin-D Reserven. Unterstützen Sie Ihre Gesundheit zusätzlich durch eine gesunde Ernährung, wenn Sie im Winter schwanger sind. Fettreicher Fisch wie Makrele, Lachs oder Hering hilft dem Körper, Vitamin-D zu bilden.

Wenn Sie im Sommer wenig Sonne tanken konnten, lassen Sie durch einen Bluttest beim Arzt Ihren Vitamin-D-Spiegel kontrollieren. Bei Bedarf verordnet der Arzt ein Vitaminpräparat. Nehmen Sie Mittel niemals ohne Rücksprache mit einem Mediziner ein, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Stärken Sie Ihr Immunsystem, wenn Sie im Winter schwanger sind

Während der Schwangerschaft schützt Ihr Immunsystem vor allem das ungeborene Baby. Deshalb sind schwangere Frauen besonders anfällig für Erkrankungen. Eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten und frischem Gemüse versorgt den Körper mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralien. Trinken Sie mindestens 1,5 Liter Wasser, Kräutertees oder Fruchtsaftschorlen pro Tag. Treiben Sie regelmäßig Sport und gehen Sie oft an der frischen Luft spazieren, um Ihren Kreislauf auf Trab zu bringen.

Auch regelmäßige Saunagänge oder kalte Güsse nach dem Duschen wirken sich wohltuend auf Ihre Gesundheit aus. Besonders belastend wirkt sich Stress auf die körperliche Konstitution der Schwangeren aus. Versuchen Sie Hektik und Überforderung zu vermeiden, indem Sie Arbeiten abgeben und Hilfe von der Familie, Freunden oder Kollegen annehmen. Ihr Körper braucht jetzt regelmäßig Ruhephasen zum Entspannen.

Schwanger in die Sauna

Regelmäßige Saunagänge, wenn Sie schwanger im Winter sind, stärken Ihre Abwehrkräfte und belasten nicht das Kind. Übertreiben Sie es aber nicht. Wenn Sie leichten Schwindel verspüren oder Kreislaufprobleme bekommen, verlassen Sie die Sauna. Streichen Sie den Tauchgang im kalten Wasser und gönnen Sie sich stattdessen Ruhepausen, wenn möglich an der frischen Luft. Bei Risikoschwangerschaften besprechen Sie sich zuerst mit Ihrem Arzt, ob ein Saunabesuch angeraten ist. Wenn Sie noch nie sauniert haben, fangen Sie lieber nicht während der Schwangerschaft damit an.

Winterkleidung für Schwangere

Im Winter brauchen Sie gar nicht so viel Geld für teure Schwangerschaftskleidung ausgeben. Eine weite, wind- und wasserabweisende Winterjacke wächst mit dem Bauch mit und hält schön warm. Wenn Sie neue Winterstiefel brauchen, kaufen Sie diese lieber eine halbe Nummer größer. So passen diese auch, wenn die Füße in der Schwangerschaft anschwellen.

Besonders wichtig sind Schuhe mit rutschfester Sohle, damit Sie auf nassem Laub oder bei Glatteis nicht ausrutschen.

Vorsicht bei Wintersport, wenn Sie schwanger sind

Rodeln, Schlittschuhlaufen oder Skifahren sind keine geeigneten Sportarten für schwangere Frauen. Das Risiko eines Sturzes ist zu hoch. Außerdem besteht die Gefahr, dass unsichere oder waghalsige Sportler Sie in einen Unfall verwickeln. Im schlimmsten Fall führt ein schwerer Sturz zu einem Blasensprung oder einer vorzeitigen Plazentaablösung.

Auch ein Aufenthalt in Höhen um 2.000 Meter kann den Organismus der Schwangeren belasten und ist für Frauen mit einer Risikoschwangerschaft nicht zu empfehlen.

Ideal für schwangere Frauen sind Wanderungen durch den Schnee. Wer geübt ist auf den schmalen Brettern, kann auch Skilanglaufen. Meiden Sie verharschte Pisten und verzichten Sie auf schwierige Loipen mit steilen Abfahrten. Aber halten Sie Ihren sportlichen Ehrgeiz in Grenzen. Wenn Sie einen hohen Puls haben, bekommt das Baby zu wenig Sauerstoff.

Durstlöscher Kräutertee

Gönnen Sie sich nach einem Spaziergang in der kalten Luft eine kleine gemütliche Ruhepause im Warmen. In der Schwangerschaft ist es wichtig, viel zu trinken. Roibuschtee ohne Tein oder Kräutertees sind eine leckere und kalorienarme Alternative zu zuckerhaltigen Getränken. Einige Teesorten sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, da ihnen wehentreibende Wirkung nachgesagt wird.

Schränken Sie in der Schwangerschaft den Genuss von Kräutertees aus Pfefferminze, Beifuß, Himbeer- und Brombeerblätter, Eisenkraut, Schafgabe und Kreuzkümmel ein. Kräutermischungen im Teebeutel sind in der Regel für Schwangere unbedenklich. Nehmen Sie medizinische Teesorten wie Blasen- und Nierentees nur in Rücksprache mit dem Arzt ein.

Schwanger im Winter: Wintergewürze sind erlaubt

Die typischen Lebkuchengewürze wie Anis und Kardamon sind für schwangere Frauen unbedenklich. Fast alle Weihnachtsleckereien enthalten allerdings auch Zimt. Das darin enthaltene Kumarin steht in Verdacht, in größeren Mengen, die Leber zu schädigen. In Maßen ist das Naschen von Pfefferkuchen, Stollen und Plätzchen erlaubt.

Zum Vergleich: Der Genuss von 15 Zimtsternen am Tag gilt für einen Erwachsenen als unbedenklich. Verwenden Sie zum Backen die Sorte Ceylon Zimt, den Sie im Reformhaus erhalten. Er enthält deutlich weniger Kumarin als der preiswerte Cassia-Zimt.

Schwanger im Winter: Hautpflege

Bei kalten Temperaturen und trockener Luft braucht die Haut während der Schwangerschaft besonders viel Pflege. Die Heizungsluft trocknet obendrein die Hautpartien aus, die nicht von Kleidung geschützt werden. Greifen Sie deshalb im Winter zu fetthaltigeren Pflegeprodukten und cremen Sie sich regelmäßig ein.

Achten Sie darauf, dass die Creme rasch in die Haut einzieht. Ein dicker Fettfilm behindert die Atmung der Haut. Vergessen Sie nicht, die Lippen mit einem Fettstift einzustreichen, denn durch den Feuchtigkeitsverlust werden Sie schnell rissig und spröde.

Lesen Sie weitere Tipps für eine optimale Hautpflege in der Schwangerschaft.

Bildnachweis: Halfpoint / stock.adobe.com

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