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Schule: Hochbegabte Kinder im Verbund fördern erzielt bessere Ergebnisse

Lesezeit: 2 Minuten Hochbegabte Kinder brauchen eine anregende Lernumgebung, damit sie ihr Begabungspotenzial entfalten können. Eine Schule allein kann dieser Anforderung oftmals nicht gerecht werden. Deshalb schuf das niedersächsische Kultusministerium seit dem Schuljahr 2001/02 insgesamt 29 Schulverbünde mit 166 Schulen zur Förderung besonders begabter Schüler. Daran sind mittlerweile 98 Grundschulen, 35 Orientierungsstufen, 1 Realschule, 29 Gymnasien und 3 Gesamtschulen beteiligt.

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Schule: Hochbegabte Kinder im Verbund fördern erzielt bessere Ergebnisse

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Jedem Verbund gehören verschiedene Schularten an, vor allem Grundschulen und Gymnasien. So können hochbegabte Kinder konstant begleitet werden.
Durch regelmäßigen Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Schulen und weiteren Kooperationspartnern werden Förderkonzepte entwickelt, ausgetauscht, weitergeführt und spezialisiert.
Weitere Partner sind Elternverbände, das Studienseminar und die Bezirksregierung. Örtliche Betriebe und Geschäfte tragen durch Sponsoring zu verbesserten Rahmenbedingungen bei.
Hochbegabte Kinder in bestehende Klassen integrieren
Nicht die Separierung in Spezialklassen wird angestrebt. Vielmehr erfolgt die Förderung der Schüler weitgehend in bestehenden Klassenverbänden. Damit wird einerseits die soziale Integration des besonders begabten Kindes gewährleistet, andererseits bleiben Anregungen durch das Kind für die Klasse erhalten.
Mit "Sonderangeboten" anreichern (Enrichment)
Darüber hinaus wird an allen beteiligten Schulen ein zusätzliches differenziertes Angebot eröffnet, um dem Lernbedürfnis hochbegabter Schüler gerecht zu werden und die Auseinandersetzung mit Entwicklungsgleichen zu unterstützen.
Diese Angebote können klassen- oder sogar schulformübergreifend konzipiert sein. Sie erfassen kognitive Fähigkeiten, aber auch z.B. musische, soziale, technische und sportliche Begabungen. Außerdem werden Lern- und Arbeitsstrategien vermittelt.
Das Förderkonzept in das Schulprogramm integrieren
In fast allen Konzepten der beteiligten Schulen sind Maßnahmen enthalten, die sich auch an Ihrer Schule durchführen lassen:
  • Offener Unterricht mit innerer Differenzierung und Werkstätten
  • Teilnahme an externen Wettbewerben
  • Arbeitsgemeinschaften wie Schacho der Computer-AGs
  • Erfahrungen mit und in Begleitung von Springern
  • Einsatz von Beratungslehrern und Psychologen, insbesondere zur Erkennung von hochbegabten Kindern
Ermöglichen Sie es z.B. begabten Schülern, an einem Projekt weiterzuarbeiten, wenn es die Lernziele des Regelunterrichts bereits erreicht hat. Sie stellen nach Fertigstellung die Ergebnisse wiederum den Mitschülern oder höheren Klassen vor.

Besondere organisatorische Lösungen finden Zwar erfordern manche Lösungen einen höheren Organisationsaufwand, doch dieser lohnt sich:

  • 1 Wochenstunde klassen- und jahrgangsübergreifendes Differenzierungsangebot z.B. in Mathematik: "Denksport", "Geometrie" und "Rechentraining"
  • Zeitlich begrenzte Teilnahme am Unterricht höherer Klassen
  • Vorträge und Dokumentation individuell bearbeiteter Themen in von den Schülern selbst erstellten "Klassenbüchern"
  • Forscherclub – naturwissenschaftliche Fragestellungen und Experimente
  • Instrumentalunterricht in Musik
  • Schriftsteller-Werkstatt – Autorenwettbewerb
  • Kunstwettbewerb
Nehmen Sie in Förderkursen keinen Schulstoff vorweg, damit sich die Schere innerhalb der Klasse nicht unnötig vergrößert. Führen Sie die Kurse in 3-Monats-Blöcken zu je 1 Thema durch, um Ermüdung zu vermeiden.

Die Zusammenarbeit organisieren Wollen Sie über mehrere Schulen hinweg kooperieren, bedarf es der Absprache mit dem Schulträger wegen der Unkosten. Bauen Sie außerdem Stundenbänder innerhalb Ihrer Einzelschule und über

Schulgrenzen hinweg in den Stundenplan ein, um den Austausch Ihrer Lehrer und die phasenweise Teilnahme der Schüler an Veranstaltungen und Bildungsangeboten anderer Schulen zu ermöglichen.
Die frühe Abstimmung mit den Eltern über die zu ergreifenden Fördermaßnahmen ist unumgänglich. Überprüfen Sie die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen mit einer 2-maligen Evaluation pro Jahr.
Ein Forum für Erfahrungsaustausch schaffen
Unterstützen Sie die Gründung eines Forums für Erfahrungsaustausch und Weiterbildung. Es bietet betroffenen Eltern und Lehrern Seminare und Gesprächskreise, organisiert gemeinsame Freizeitangebote für Familien und unterstützt Sie bei der Referentensuche für Spezialthemenabende.

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