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Schützen Sie Ihre Daten und Ihren Computer mit einem sicheren Passwort

Lesezeit: 4 Minuten Kennen Sie das Passwort Ihres Internet-Routers oder wissen Sie zumindest, wo Sie dieses aufbewahren? Verwenden Sie verschiedene Passwörter für unterschiedliche Anwendungen wie E-Mail, Online-Banking, Internet-Foren, Windows-Anmeldung oder Netzwerk-Freigaben?

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Schützen Sie Ihre Daten und Ihren Computer mit einem sicheren Passwort

Schützen Sie Ihre Daten und Ihren Computer mit einem sicheren Passwort

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Wenn Sie beide Fragen mit „Nein“ beantworten, sind Ihre Daten und Ihr Computer in Gefahr. Mit einem Passwortkonzept und dem Tool „KeePass“ schließen Sie alle Risiken aus. Wie Sie Ihre Daten und Ihren Computer mit einem sicheren Passwort schützen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Beachten Sie die Grundregeln für ein sicheres Passwort

Egal, um welches Passwort es sich handelt: jedes Passwort sollte mindestens 8, besser 12 Zeichen, lang sein. Im Passwort selbst sollten Groß- und Kleinbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen enthalten sein. Halten Sie sich an diese Regeln, wenn Sie ein Passwort vergeben.

Auf keinen Fall sollten Sie

  • leicht zu erratende Wörter verwenden, die beispielsweise im Duden stehen, oder
  • Telefonnummern, Geburtsdaten, Namen, Autokennzeichen oder ähnliche, leicht zu ermittelnde Informationen verwenden.

Vergeben Sie für jede Anwendung ein eigenes Passwort

Verwenden Sie niemals ein und dasselbe Passwort für mehrere Anwendungen. Das gilt insbesondere für

  • die Anmeldung an Ihren PC,
  • den Zugriff auf Netzwerkfreigaben,
  • die Anmeldung im Internet,
  • die Absicherung von Konten, beispielsweise E-Mail oder Cloud.

Bewahren Sie Ihre Passwörter an einem sicheren Ort auf

Kein Mensch kann sich alle Passwörter merken. Das gilt insbesondere für Passwörter, die selten benötigt werden, wie etwa das Passwort für den Router-Zugang. Legen Sie sich eine Liste Ihrer Passwörter an und bewahren Sie diese an einem sicheren Ort auf.

Auf keinen Fall sollten Sie

  • Passwörter in einer Text-, Excel- oder Word-Datei speichern und auf Ihrem PC ablegen,
  • Passwörter auf einem Zettel notieren und unter der Tastatur, in Ihrem Schreibtisch oder in der Nähe des PCs aufbewahren.

Behalten Sie den Überblick über alle Passwörter mit einem Passwort-Manager

Für die Umsetzung eines sicheren Passwortkonzeptes sollten Sie einen Passwort-Manager nutzen. Der Vorteil: Sie müssen sich nur ein Passwort merken, alle anderen Passwörter befinden sich in dem sicheren Safe Ihres Passwort-Managers.

Ein Passwort-Manager ist beispielsweise das Tool „KeePass Classic Edition“, mit dem Sie Ihre Passwörter einfach und sicher verwalten können. Eine aktuelle Version von „KeePass“ können Sie kostenlos herunterladen.

Zur Installation von „KeePass“ gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Öffnen Sie mit „Windowstaste“ + „E“ den Windows-Explorer und klicken doppelt auf die soeben heruntergeladene Datei „KeePass-Setup.exe“.
  2. Wählen Sie die Sprache „Deutsch“, klicken Sie auf „OK“ und auf „Weiter“.
  3. Markieren Sie die Option „Ich akzeptiere die Vereinbarung“ und klicken Sie auf „Weiter“.
  4. Bestätigen Sie den Speicherort, indem Sie auf „Weiter“ klicken.
  5. Für einen schnellen Start markieren Sie die Option „Desktop-Symbol erstellen“, klicken auf „Weiter“ und zuletzt auf „Installieren“.
  6. Starten Sie nun „KeePass“ mit einem Klick auf das gleichnamige Desktop-Symbol.
  7. Klicken Sie auf „Get more languages“ und laden Sie die deutsche Sprachdatei „KeePass-1.30-German.zip“ herunter. Entpacken Sie diese und speichern Sie die Datei im Ordner „C:Program FilesKeePass Password Safe“.
  8. Stellen Sie in der oberen Menüleiste mit einem Klick auf „View und Change Language…“ die deutsche Sprache ein. Ihr „KeePass“ ist nun einsatzbereit.

Legen Sie einen sicheren Passwort-Safe mit „KeePass“ an

Nach der Installation starten Sie „KeePass“ mit einem Klick auf das gleichnamige Desktop-Symbol. Legen Sie mit den Befehlen „Datei“ und „Neu“ eine Datenbank an, in der alle Passwörter gespeichert werden.

Tragen Sie das Hauptpasswort (Master-Passwort) für die „KeePass“-Datenbank ein. Dieses Passwort fungiert quasi wie ein Schlüssel zu einem Tresor und Sie haben Zugriff auf den „KeePass“-Datensafe.

Wie Sie Ihre Passwörter mit „KeePass“ sicher verwalten

„KeePass“ legt automatisch fünf Gruppen an, in die Sie Ihre Passwörter einsortieren können, beispielsweise „Windows“ für Ihr Anmelde-Kennwort oder „Homebanking“ für Benutzernamen und Kennwort Ihrer Hausbank.

Wollen Sie nun ein Passwort für eine Anwendung erfassen, klicken Sie auf das Schlüsselsymbol „Eintrag hinzufügen“. Hier tragen Sie Benutzernamen und Passwort ein. Das Passwort geben Sie aus Sicherheitsgründen zweimal ein. Darunter geben Sie die URL, also die Internetseite, für die Sie das Passwort benötigen, an.

Wollen Sie eine passwortgeschützte Webseite oder ein Programm aufrufen, starten Sie „KeePass“ und geben das Master-Passwort ein.

Öffnen Sie in der linken Spalte die Gruppe, in der Sie die Zugangsdaten erfasst haben. Klicken Sie im rechten Fenster den entsprechenden Eintrag in „KeePass“ mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „URL(s) öffnen“. Die Internetseite oder die Anwendungen werden geöffnet.

Beachten Sie die 10 goldenen Regeln für sichere Passwörter

Bevor Sie nun mit „KeePass“ beginnen, Ihre Passwörter zu verwalten, überprüfen Sie anhand der folgenden Checkliste, ob Ihre Passwörter auch wirklich sicher sind:

  1. Benutzen Sie keinesfalls Passwörter, die sich leicht erraten lassen. Also nicht Ihren Namen, Ihr Geburtsdatum, den Namen Ihrer Partnerin, Ihres Partners, Ihrer Kinder oder von Haustieren.
  2. Verwenden Sie möglichst lange Passwörter. Denn je mehr Zeichen ein Passwort besitzt, umso schwieriger ist es zu knacken. Mindestens 8, besser aber 12, Zeichen sollte ein Passwort haben.
  3. Bauen Sie Ziffern und Zeichen wie Komma und Doppelpunkt oder einen Leerschritt ein: Beispiel: „ea/17,03“. So erschweren Sie es Crack-Programmen durch bloßes Ausprobieren häufig verwendeter oder generierter Passwörter ans Ziel zu kommen.
  4. Noch schwerer machen Sie es Crack-Programmen, wenn Sie Passwörter ohne Sinnzusammenhang benutzen, etwa „KaZdTs-dSsa“. Diese lassen sich allerdings schlecht merken.
  5. Sichere Passwörter lassen sich leichter einprägen, wenn Sie sich als Eselsbrücke ein passendes Sprichwort oder eine Redewendung dazu merken. Zum Beispiel steht dann „BMW – AFaF“ für „BMW – Aus Freude am Fahren“.
  6. Bauen Sie absichtlich Schreibfehler in Ihr Passwort ein, etwa „Sichherheid“ statt „Sicherheit“.
  7. Viele Anwendungen unterscheiden bei der Passwortabfrage zwischen der Groß- und Kleinschreibung. Nutzen Sie dies und variieren Sie nach Lust und Laune.
  8. Benutzen Sie möglichst für jede Anwendung ein anderes Passwort.
  9. Gewöhnen Sie sich an, Ihr Passwort regelmäßig zu ändern. Denn falls Ihnen doch einmal jemand bei der Eingabe über die Schulter geschaut hat, verhindern Sie auf diese Weise weiteren Missbrauch.
  10. Auch wenn Ihr Programm eine Option zum Speichern eines Passworts bietet: Aktivieren Sie diese nicht. Der Preis für die Bequemlichkeit ist, dass es irgendwo auf Ihrer Festplatte gespeichert und damit auch einsehbar wird.

Bildnachweis: vectorfusionart / stock.adobe.com

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