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Schüchtern: So helfen Sie Ihrem Kind

Lesezeit: 2 Minuten "Niemand ist eine Insel" so lautet ein Buchtitel und beschreibt damit ausdrucksstark, dass wir alle auf Beziehungen mit anderen angewiesen sind. Manche Menschen leiden jedoch unter Schüchternheit und empfinden die täglichen Kontakte als Stress. Besonders schüchterne Kinder fühlen sich dem oft hilflos ausgesetzt. Wie können Sie Ihrem schüchternen Kind helfen?

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Schüchtern: So helfen Sie Ihrem Kind

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Schüchtern: So helfen Sie Ihrem Kind

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Schüchternheit bei Kindern annehmen

Bei Kindern hat man gemeinhin das Bild von kontaktfreudigen, offenen und zugewandten kleinen Menschen. Doch nicht jedes Kind entspricht dieser Vorstellung. Auch Kinder können, genauso wie Erwachsene, introvertiert und schüchtern sein. Manchen fällt es schwer auf andere zuzugehen. Sie schließen nur langsam neue Bekanntschaften. In Gruppen stehen sie oft abseits.

Als Eltern sollten Sie sich klarmachen, dass Zurückhaltung keine Charakterschwäche ist. Manche sind einfach weniger kontaktfreudig als andere. Wenn Sie jedoch spüren, dass Ihr Kind darunter leidet und vielleicht sogar regelrecht Stress empfindet, wenn Gruppenaktivitäten angesagt sind, ist es Zeit, helfend zu unterstützen.

Fühlt sich Ihr Kind belastet?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wie es mit anderen zu Recht kommt. Dabei sollten Sie darauf achten, Ihre Fragen so zu formulieren, dass sie „offen“ sind. Das bedeutet, dass mit mehr als einem „Ja“ oder „Nein“ geantwortet werden muss. Versuchen Sie zu verstehen, wann sich Ihr Kind gehemmt fühlt. Liegt dies an neuen Situationen oder Menschen, oder bleibt die Introvertiertheit immer bestehen? Viele Kinder fühlen sich besser, je näher sie andere kennenlernen.

Erkennen Sie, wie stark Ihr Kind durch seine Schüchternheit gestresst ist. Man neigt als Elternteil oft dazu, Dinge selbst dramatischer aufzunehmen, als das Kind sie tatsächlich empfindet. Bei Ängstlichkeit braucht Ihr Kind jedoch unbedingt Ihren Beistand.

Kein Druck

Aufforderungen, wie „Nun geh’ doch mal hin und stell dich nicht so an“ sind kontraproduktiv. Sie erzeugen mehr Druck und damit mehr Stress. So einfach ist die Sache leider nicht. Zeigen Sie Verständnis und begleiten Sie Ihr Kind. Finden Sie einen Anfang, wenn dieser Ihrem Kind schwer fällt.

Stärken Sie das Selbstvertrauen

Schüchternheit ist häufig das Resultat von mangelndem Vertrauen in das eigene Können. Wer glaubt, nicht gut genug zu sein, hält sich lieber zurück. Daher ist es wichtig, Ihrem Kind positive Erfahrungen, besonders im Umgang mit anderen, zu vermitteln. Bestärken und loben Sie es, wo immer Sie können. Geben Sie Ihrem Kind die Gelegenheit, kleinere Entscheidungen oder Verantwortungen zu treffen. Erfolge machen stolz und stark.

Lehrer und Erzieher helfen

Sprechen Sie mit den Pädagogen in der Schule oder im Kindergarten. Diese erleben Ihr Kind in Gemeinschaften und haben gute Ideen, wie man den sozialen Kontakt fördern kann. Lassen Sie Ihr Kind an diesem Gespräch bitte nicht teilnehmen. Es soll auf keinen Fall das Gefühl haben, mit dem Stempel „schüchtern“ versehen zu sein. Das würde seine Gehemmtheit eher steigern, weil es dadurch anders wird, als die Übrigen.

Zeit lassen

Geben Sie Ihrem Kind Zeit. Manche Kinder brauchen eine Weile, bevor sie auf andere zugehen. Erst einmal zu beobachten ist durchaus positiv, denn es zeugt von sozialer Kompetenz. Helfen Sie dann, wenn es so gar nicht wagt, sich den anderen anzuschließen

Professionelle Hilfe suchen

Sollte Ihr Kind starke Ängste entwickeln, ist die Hilfe von Profis angeraten. Beratungsstellen unterstützen auch konfessionsunabhängig. Der Schulpsychologische Dienst hilft Kindern weiter, die bereits zur Schule gehen.

Ein Tipp zum Schluss

Solange ein Kind nicht durch die eigene Schüchternheit gestresst ist, muss sie nicht negativ sein. Introvertierte und scheue Kinder pflegen häufig tiefere Freundschaften als andere. Sie sind zudem im Alltag vorsichtiger, was zu weniger Unfällen oder Verletzungen führt. Meist gehören sie auch als Erwachsene zu den eher Stillen. Gerade diese Menschen werden wegen ihrer Ruhe von anderen geschätzt.

Bildnachweis: pololia / stock.adobe.com

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