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Schönheitschirurgie: 9-Punkte-Programm für die Arztsuche

Lesezeit: 3 Minuten Im Bereich der Schönheits-OPs ist die Gefahr, an einen falschen Arzt zu geraten, recht groß: Es gibt zu viele selbst ernannte, nicht oder schlecht ausgebildete Schönheitschirurgen. Denn der Titel „Schönheitschirurg“ ist nicht geschützt. Lassen Sie sich bei der Arztsuche unbedingt Zeit und beachten Sie die folgenden 9 Punkte.

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Schönheitschirurgie: 9-Punkte-Programm für die Arztsuche

Schönheitschirurgie: 9-Punkte-Programm für die Arztsuche

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„Schönheitschirurg“ darf sich jeder Arzt nennen ­ egal ob Zahnarzt, Augenarzt oder Gynäkologe. Die meisten haben die schönheitschirurgischen Verfahren „schnell mal“ in Wochenend-Kursen gelernt ­ wenn überhaupt. Auch die Begriffe „ästhetische Chirurgie“ oder „kosmetische Chirurgie“ sind nicht geschützt oder geregelt.

Hingegen sind „Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ Ärzte, die auf diese Eingriffe spezialisiert sind. Sie haben eine 6-jährige Zusatzausbildung hinter sich, zu der unter anderem auch die operative Versorgung von Verbrennungs- und Unfallopfern sowie Menschen mit Fehlbildungen gehört. Von diesen Spezialisten gibt es derzeit etwa knapp 400 in der Bundesrepublik.

Ihr 9-Punkte-Programm für die Arztsuche

1. Vertrauen Sie sich nur einem Facharzt an. Suchen Sie sich deshalb einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie.

2. Der Arzt sollte Mitglied einer der anerkannten deutschen Fachgesellschaften sein, da diese strenge Kriterien an Ihre Mitglieder anlegen und deren Arbeit kontrollieren. Die Plastischen Chirurgen Deutschlands sind in der „Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen“, die mit ästhetischem Schwerpunkt in der „Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen“ zusammengeschlossen.

3. Der Arzt muss unbedingt Erfahrung mit dem Eingriff haben, den Sie vornehmen lassen wollen. Er sollte den Eingriff möglichst mehrmals monatlich und seit mehreren Jahren durchführen. Das bedeutet: Wenn Sie ein Face-Lifting machen lassen wollen, sollten Sie keinen Arzt aufsuchen, der sich auf Fettabsaugen spezialisiert hat.

4. Der Arzt sollte sich für Ihre Beweggründe interessieren und Sie umfassend über die Technik des Eingriffs, den Ablauf sowie über die Risiken aufklären. Sie müssen alles erfahren, um eine persönliche Entscheidung treffen zu können. Bitten Sie ihn, Ihnen den genauen Ablauf der OP zu beschreiben: Welche Materialien mit welchen Inhaltsstoffen verwendet er, welche einzelnen Schritte plant er, welches Operationsverfahren wählt er und warum?

Wenn Sie sich unsicher sind, holen Sie sich bei einem zweiten Facharzt eine weitere Meinung ein. Lassen Sie sich dann vier bis sechs Wochen Zeit, um zu überlegen. Dann erst sollten Sie mit dem Operateur ein zweites Gespräch führen.

5. Jeder Eingriff ist mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Darüber muss der Arzt Sie detailliert informieren. Er sollte Ihnen erklären, was im Falle von Komplikationen getan wird.

6. Der Arzt sollte Ihnen eine korrekte Antwort darauf geben, wann Sie sich wieder in der Öffentlichkeit sehen lassen können. Auch sollten Sie nicht darüber im Unklaren gelassen werden, dass Sie unter Umständen nach dem Eingriff für eine Weile ziemlich schlimm aussehen können. Sie selbst müssen sich klar machen, dass Sie wahrscheinlich Urlaub nehmen müssen, bis Sie wieder gesellschaftsfähig sind.

7. Und natürlich muss auch über Geld geredet werden. Sie sollten einen kompletten Kostenvoranschlag bekommen, der alles enthält: die Kosten für die OP selbst, die Narkose, die Laboruntersuchungen und Medikamente, die stationäre Unterbringung, Materialien wie Implantate, Vorgespräche und Nachuntersuchungen.

Der Arzt sollte Sie darüber aufklären, unter welchen Umständen Ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt und was Sie dafür tun müssen. Zahlt Ihre Versicherung nicht, tragen Sie die Kosten allein. In der Regel müssen Sie am Tag der Operation eine Vorauszahlung in Höhe der zu erwartenden Kosten leisten.

8. Hier ist besondere Vorsicht geboten:

  • wenn im Vorgespräch nicht auf Ihre Beweggründe, Ihre Vorgeschichte mit eventuellen Vorerkrankungen und Ihre Lebenssituation eingegangen wird,
  • wenn Ihnen erklärt wird, dass Sie mehr korrigieren lassen sollten, als Sie selbst beabsichtigen,
  • wenn die Operation als völlig problemlos und risikolos geschildert wird,
  • wenn neue Techniken und/oder Materialien eingesetzt werden sollen, die noch nicht hinreichend erprobt oder getestet sind,
  • wenn Ihnen ein Operationstermin angeboten wird, der Ihnen zu wenig Bedenkzeit lässt,
  • wenn beim Erstgespräch schon Anzahlungen für die Operation geleistet werden sollen.

9. Je nach Aufwand kann ein ästhetischer Eingriff ambulant oder stationär durchgeführt werden. Vorwährend und nach der Operation sollten Sie von einem Facharzt für Anästhesie betreut werden, nicht nur von einer Narkoseschwester. Die meisten derartigen Eingriffe können in Praxen oder Privatkliniken vorgenommen werden, sofern ein Anästhesist und geschultes OP-Personal vorhanden sind sowie die räumliche Ausstattung (Operationssaal, Aufwachzimmer, die Möglichkeit, nach dem Eingriff auch über Nacht bleiben zu können) den Anforderungen entspricht.

Ambulant sollten nur solche Eingriffe vorgenommen werden, bei denen Operateur und Anästhesist keine nachfolgenden Komplikationen erwarten. Fast alle niedergelassenen Plastischen Chirurgen verfügen über Belegbetten in Krankenhäusern. Operateur, Anästhesist und OP-Personal sollten im Notfall rund um die Uhr erreichbar sein. In öffentlichen Kliniken ist eine Notfallbetreuung immer gewährleistet.

Kassenärztlich tätige Operateure werden von der Kassenärztlichen Vereinigung überprüft. Auch VDÄPC und VDPC führen bei ihren Mitgliedern im Rahmen ihrer Qualitätssicherungsprogramme Kontrollen durch.

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