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Schlaftabletten: Wann welche der 3 Stufen am besten geeignet

Lesezeit: 2 Minuten Möchte der Schlaf nicht eigenständig kommen oder herrschen sogar akute Zustände von Insomnia, sind Schlaftabletten und andere Schlafmittel oftmals der einzige Ausweg. Die Therapie mit den Tabletten erfolgt jedoch immer in Stufen, um den Körper einerseits daran zu gewöhnen und andererseits eine Abhängigkeit zu verhindern.

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Schlaftabletten: Wann welche der 3 Stufen am besten geeignet

Schlaftabletten: Wann welche der 3 Stufen am besten geeignet

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Die Funktionsweise von Schlaftabletten

Schlaftabletten unterdrücken, egal in welcher Form, immer den Lernschlaf. Aufgrund chemischer Substanzen wirken sie zwar mitunter ein wenig anders, immer verkürzen sie aber einzelne Schlafphasen und verhindern außerdem die Struktur des Schlummerns. Die REM-Schlaf-Phasen, gern auch als Traumphasen bezeichnet, werden entweder signifikant reduziert oder verschwinden völlig.

Teilweise wird das schummrige Gefühl auch noch in den nächsten Tag getragen, was die Denk- und Reaktionsfähigkeit negativ beeinflussen kann. Ein erholsamer Tiefschlaf, wie er natürlich vom Gehirn herbei gewirkt wird, entsteht durch Schlafmittel also nie. Wird dennoch eine Therapie notwendig, wird diese je nach Schweregrad und Diagnose angepasst.

1. Zustand: gelegentliche Probleme beim Einschlafen

Fällt das Einschlafen ab und an etwas schwieriger, zum Beispiel weil Sie aufgewühlt sind oder sich nicht völlig ausgelastet fühlen, werden in aller Regel Hausmittel oder Tabletten auf pflanzlicher Basis genutzt. Melisse, Baldrian und Hopfen sind bekannte Hausmittel, die teilweise auch in Tabletten verarbeitet werden. Sie beruhigen das Gehirn und machen, wenn überhaupt, erst nach mehreren Wochen des Dauereinsatzes abhängig.

Menschen ab 55 Jahre können auf das neue Präparat „Melatonin“ zurückgreifen, welches eine körpereigene Substanz nutzt. Anders als die chemischen Inhaltsstoffe anderer Schlaftabletten, macht generisches Melatonin nicht zwingend süchtig. Dennoch gilt auch bei pflanzlichen Tabletten oder eben Melatonin: nie dauerhaft und immer mit Bedacht nutzen.

2. Zustand: häufigere Schlafstörungen

Treten Schlafstörungen häufiger auf, muss zu erst einmal die Ursache hierfür gefunden werden. Eine falsche Ernährung, zu wenig physische Aktivität oder zu viel Koffein sind einige der möglichen Gründe. Auch Depressionen resultieren häufig in Schlafproblemen, wobei diese dann natürlich nicht mit Schlaftabletten behandelt werden sollten.

Wurden im Gespräch mit einem Mediziner Depressionen als Ursache ausgemacht, können diese über ein leichtes Antidepressivum angegangen werden, da diese Mittel auch schläfrig machen. Ansonsten greifen Betroffene in diesem Stadium normalerweise erstmals zu Tabletten, die nicht ausschließlich auf pflanzlicher Ebene produziert werden, zugleich aber auch nicht verschreibungspflichtig sind.

Frei verkäufliche Schlaftabletten sind normalerweise Antihistaminika. Diese sollen eigentlich Allergien behandeln, haben aber eine schläfrig beziehungsweise müde machende Wirkung. Im Handel finden sich mehr als ein halbes Dutzend solcher Medikamente, die teils unterschiedliche Wirkstoffe aus der Welt der Antihistaminika einsetzen. Die Wirkung ist immer mittellang, wodurch es zu Überhängen am nächsten Tag kommen kann.

Die schlafanstoßende Wirkung ist mit 30 Minuten bis 3 Stunden dafür wesentlich langsamer als bei intensiveren Therapien. Sie eignen sich für Personen ohne chronische Schlafstörungen. Experten argumentieren hingegen, dass bei nicht-chronischen Störungen gar keine Medikamente notwendig werden, insbesondere da Langzeitwirkungen nicht immer vollends erforscht sind.

3. Zustand: chronische Schlafstörungen und Insomnia

Bei schweren chronischen Störungen müssen Therapien vom behandelnden Arzt sowie Kurzzeitlösungen entwickelt werden. Einerseits müssen Betroffene die Ursache ausfindig machen und diese behandeln, zugleich müssen mögliche Abhängigkeiten zu den verschriebenen Schlaftabletten so weit wie möglich unterbunden werden.

Wichtig ist stets, dass Patienten das natürliche Schlafen mittel- und langfristig nicht verlernen. Benzodiazepine beziehungsweise neue Nicht-Benzodiazepine sind hier das Mittel der Wahl. Es tritt eine entspannende und sedierende Wirkung ein, bei der Prozesse im Gehirn künstlich verlangsamt werden.

Insbesondere neue Nicht-Benzodiazepine besitzen zudem eine geringere Abhängigkeit als Benzodiazepine. Auch schwere Antidepressiva oder Neuroleptika können als Behandlungsmethode dienen, besitzen aber zahlreiche Nebenwirkungen.

Bildnachweis: sebra / stock.adobe.com

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