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Schlafprobleme bei Kindern

Lesezeit: 3 Minuten Viele Eltern geraten an den Rand der Erschöpfung, weil ihr Kind einfach nicht alleine einschlafen möchte geschweige denn die Nacht durchschläft. Vor allem Babys halten ihre Eltern mit hartnäckigem Schreien auf Trab. Unsere Ratschläge helfen Ihnen, Schlafprobleme zu erkennen und eine gesunde Nachtruhe für sich und Ihre Kinder zu finden.

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Schlafprobleme bei Kindern

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Schlafprobleme
Niemand schläft nachts vollkommen durch. Es gibt immer wieder Phasen, in denen der Schläfer aufwacht. Das passiert auch kleinen Kindern. Jetzt überprüfen Sie Ihre Situation. Ist alles noch in dem Zustand, als es einschlief? Wenn ja, wird es zufrieden weiterschlafen.

Einer kanadischen Studie zufolge schaffen viele Eltern in ihrer Fürsorge Einschlafsituationen, die das Kind scheinbar beruhigen. Es darf auf dem Arm einschlafen, vielleicht steht ein Elternteil so lange am Bettchen, bis das Kleine schläft oder es bekommt etwas zu trinken. Das Kind gewöhnt sich daran und nimmt diesen Zustand als selbstverständlich an. Wenn es in der Nacht kurz aufwacht, ist es folgerichtig verunsichert. Die Situation hat sich gegenüber dem Einschlafen verändert.

Die fürsorglichen Eltern sind verschwunden. Sie können Ihrem Kind nicht verdenken, dass es die vertrauten Abläufe auch in der Nacht haben möchte. Also schreit es, schreit nachhaltig, bis die Eltern kommen und mit dem Einschlafprogramm von vorne beginnen. Versuchen Sie mit unseren Ratschlägen, diesen Kreislauf zu unterbrechen.

10 Tipps für einen ruhigen Schlaf

  • Kinder können lernen, alleine einzuschlafen! Legen Sie Ihr Baby wach in sein eigenes Bettchen. Die Babywiege ist an besten ganz spartanisch eingerichtet. Spielzeug und Kuscheltücher gehören nicht hinein, allenfalls ein kuscheliges Schaffell. Wenn das Baby weint, gehen Sie an sein Bettchen, reden ihm ruhig zu und verlassen wieder den Raum. Dies so oft wiederholen, bis das Kind eingeschlafen ist.
  • Schreibabys stellen Eltern vor Probleme. Inzwischen wird vermutet, dass diese Babys im Laufe des Tages zu viele Reize erhalten. Wenn Sie es auch noch mit Spielzeug und heftigen Bewegungen beruhigen wollen, kann es noch weniger abschalten. Gehen Sie besonders behutsam mit ihnen um, streicheln Sie es sanft und warten Sie immer wieder einige Minuten ab, ob es sich selber beruhigen kann.
  • Kinder brauchen feste Gewohnheiten. Spätestens ab dem 6. Monat sollten Kinder abends immer zu der gleichen Zeit schlafen gehen. Gewöhnen Sie sich ein besonderes Abendritual an, dass Sie jeden Tag wiederholen. Entweder lassen Sie die Spieluhr ablaufen, singen ein Liedchen oder lesen ein Buch vor. Mit dem Gute-Nacht-Küßchen endete das abendliche Ritual.
  • Wenn Kinder nicht in ihrem Bettchen schlafen wollen, ist es ihnen vielleicht zu ungemütlich oder unheimlich. Das könne Sie leicht ändern. Mit etwas Stoff zaubern Sie ein Himmelbett, in dem die liebsten Kuscheltiere nicht fehlen dürfen. Dunkle Ecken können Sie mit Kissen auspolstern und ein Nachtlicht vertreibt düstere Schatten.
  • Finden Sie den richtigen Zeitpunkt für den Nachtschlaf. Ein Kind, das drei Stunden Mittags schläft, ist am frühen Abend noch quietschmunter. Manchmal ist es sinnvoll, den Mittagsschlaf zu verkürzen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind zur Schlafenszeit auch müde ist. Allerdings sollte es nicht zu übermüdet sein. Überdrehte Kinder können erst recht nicht abschalten und einschlafen.
  • Lassen Sie die Tür zum Kinderzimmer offen, damit ein Lichtschein hineinfällt. Sie müssen sich auch gar nicht ruhig verhalten. Wenn Sie die Wohnung aufräumen, können die vertrauten Geräusche das Kind beruhigen. 
  • Wenn Kinder nachts aufwachen, sind sie meistens quietschmunter. Sie müssen erst den Unterschied zwischen Tag und Nacht kennen lernen. Wahrscheinlich sind Sie ohnehin so müde, dass Sie automatisch das Licht dämpfen, leise sprechen und auf lustige Unterhaltung verzichten. 
  • Kleinkinder sollten nachts nichts mehr essen. Zum einen stört die Mahlzeit den Schlafrhythmus, zum anderen ist das schlecht für die Zähne.
  • Niemand ist perfekt. Sie kennen Ihr Kind am besten. Wenn Sie von einem Vorschlag nicht überzeugt sind, lassen Sie es lieber. Aber Kinder verändern sich, reifen und werden selbstständiger. Überprüfen Sie regelmäßig, ob es nicht inzwischen angebracht ist, etwas zu verändern. Sie können nicht für den Rest Ihres Lebens am Kinderbett stehen und warten, bis Ihr Kind einschläft. Und irgendwann sollte das Kind auch nicht mehr im Elternbett schlafen. Auch wenn Ihr Verhalten eine Zeitlang für Sie und Ihr Kind richtig war, Sie merken selber, wann der Zeitpunkt gekommen ist, etwas zu verändern.
  • Wenn Sie ein eingespieltes Verhalten verändern wollen, müssen Sie zunächst selber davon überzeugt sein. Nur wenn Sie wirklich dahinter stehen, bringen Sie die nötige Geduld und Entschlossenheit auf. Ihrem Kind versüßen Sie die Veränderung, indem Sie ihm eine Belohnung versprechen. Legen Sie mit Ihrem Kind eine bunte Strichliste an. Hat es 5 Mal alleine in seinem Bettchen geschlafen, wird ihm ein heiß ersehnter Wunsch erfüllt. 

Literatur:
Annette Kast-Zahn und Dr. med. Hartmut Morgenroth: Jedes Kind kann schlafen lernen. Gräfe und Unzer Verlag 2007
ISBN: 978-3-7742-7409-9 

 

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