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Schilddrüsenwerte: Diese 3 Blutwerte sollten Sie kennen

Lesezeit: 3 Minuten Die Schilddrüse ist aufgrund der Iodbildung und -speicherung ein bei Säugetieren und auch Menschen elementares Organ, welches sich kurz unterhalb des Kehlkopfes befindet. Da sie trotz ihrer geringen Größe lebenswichtig ist, wird sie regelmäßig und bei bestimmten Symptomen untersucht.

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Schilddrüsenwerte: Diese 3 Blutwerte sollten Sie kennen

Schilddrüsenwerte: Diese 3 Blutwerte sollten Sie kennen

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Die dabei ermittelten Schilddrüsenwerte können zur direkten Diagnose von verschiedenen Krankheiten genutzt werden.

Was sind Schilddrüsenwerte und welche gibt es?

Schilddrüsenwerte werden über das Blut ermittelt und sind damit indirekt auch Blutwerte. Da sich die Hormonproduktion der Schilddrüse selber dem erforderlichen Bedarf anpasst, lassen diese Werte einen direkten Rückschluss darauf zu, ob die Schilddrüse tatsächlich einwandfrei arbeitet.

Verschiedene Blutwerte können außerdem genutzt werden, um bestimmte Schwachstellen oder Fehler in diesem Regelkreis zu bestimmen. Mediziner können anhand dieser Ergebnisse dann (zumeist) medikamentöse Behandlungen einleiten, um den Regelkreis und die intelligente Hormonbildung auf diese Weise wieder zu stärken.

Bei den Werten selber wird zwischen

  • Thyreotropin (TSH),
  • T3 und
  • T4

unterschieden. Das Thyreotropin wird in der Hirnanhangdrüse produziert und gilt als einer der zentralen Blutwerte. T3 und T4 hingegen sind die Hormone, die durch die Schilddrüse ausgeschüttet werden. Beide bezeichnet man im Fachjargon als „periphere Schilddrüsenhormone“. T3 verbleibt bis zu 19 Stunden im Körper, während T4 kurzfristiger, dafür aber in größerer Anzahl existiert. T4 gilt weiterhin als eine Vorstufe von T3 und wird bei Bedarf eigenständig vom Körper umgewandelt.

Es findet außerdem immer eine Unterscheidung zwischen der Norm und den freien Hormonen (T3-Norm und freies T3) statt. Beide Hormone beeinflussen den Stoffwechsel und sind daher elementar. Unter anderem regeln sie:

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  • den Wärmehaushalt und die körpereigene Temperatur
  • das Ausscheiden von Cholesterin
  • sie fördern Fettstoff- und Kohlenhydratwechsel
  • den verbrauchten Grundumsatz im Ruhezustand (Stoffwechsel)
  • die Wirkung von Stresshormonen (Adrenalin und Noradrenalin)

Mittels der Blutwerte lässt sich also feststellen, wie viele T3 und T4 Hormone im Blut zirkulieren, ob die Umwandlung einwandfrei funktioniert und ob sie langlebig (T3’s) genug sind. Das Thyreotropin hingegen wird durch die Hirnanhangdrüse produziert, steht aber in direkter Wechselwirkung zu der Schilddrüse. Ob diese Wechselwirkung funktioniert, kann also ebenfalls anhand der TSH-Werte abgelesen werden. Ein Mangelzustand kann sowohl auf die Schilddrüse als auch die Hirnanhangdrüse zurückgeführt werden.

TSH, T3 und T4 : Normalwerte und ihre Abweichungen

Wie bereits im vorherigen Abschnitt angemerkt, wird zwischen Normwerten und den freien Hormonen unterschieden – so natürlich auch bei der Klassifizierung von normalen, gesteigerten und reduzierten Werten. Das T3 Hormon wird mit einem Normwert von 1,4 bis 2,8 nmol/l und einem Normalwert von 2,2 – 5,5 pg/ml als freies T3 bezeichnet. T4 Normwerte betragen 71 bis 142 nmol/l, während das freie T4-Hormon mit als normal erachteten Werten von insgesamt 0,6 – 1,8 ng/dl pmol/l angegeben wird. Der als gesund erachtete Wert für TSH (Thyreotropin) beträgt 0,4 bis 2,5 mU/l.

Diese Werte gelten immer nur dann, wenn keine bekannte medikamentöse Behandlung erfolgt, die diese Werte beeinflussen könnte.

Wer über normale Schilddrüsenwerte verfügt, verfügt auch über eine „normal“ funktionierende Schilddrüse und damit einen intakten Regelkreis. Zu Veränderungen der Schilddrüsenwerte kommt es in aller Regel erst dann, wenn die Schilddrüse aus bestimmten Gründen entweder zu viel oder zu wenig der wichtigen Hormone (T3 und T4) produziert und an den Blutkreislauf abgibt. Es kann außerdem immer zu einem Wechsel der veränderten Blutwerte kommen, so dass innerhalb der Blutwerte beispielsweise eine erhöhte Hormonanzahl und reduziertes TSH oder andersherum gemessen wird.

Sind die T-Hormone zu niedrig und das TSH zu hoch, produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone, während die Hirnanhangdrüse die Produktion erzwingen möchte. Dieser Fall ist vor allem bei autoimmunen Erkrankungen der Schilddrüse häufig vorzufinden. Eine populäre Krankheit, die diese Blutwerte hervorruft, ist zum Beispiel Hashimoto-Thyreoditis.

Sind die T-Hormone erhöht und das TSH zu niedrig, werden zu viele Hormone produziert, um den TSH-Mangel auszugleichen. Diese Schilddrüsenwerte entstehen bei Schilddrüsenentzündungen, Morbus Basedow oder Vergrößerungen des Organs. Sind alle Werte (T3, T4 und TSH) zu niedrig, deutet das auf eine Hirnanhangdrüsen-Unterfunktion hin, welche medizinisch behandelt werden muss. In jedem Fall sollten veränderte Schilddrüsenwerte durch den Spezialisten (Endokrinologen) behandelt werden.

Bildnachweis: Alexander Raths / stock.adobe.com

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