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Scampi oder nicht Scampi, das ist oft die Frage…

Lesezeit: 2 Minuten Wer in Italien einmal Scampi im Ristorante bestellt hat, wird sich vielleicht gewundert haben. Die Tiere hatten Scheren! Wenn in deutschen Landen Scampi auf der Speisekarte stehen, dann werden fast immer – selbst beim Italiener – andere Meeresbewohner serviert. Nämlich deutlich billigere, größere Garnelen.

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Scampi oder nicht Scampi, das ist oft die Frage…

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Scampi sind keine Garnelen!

Scampi ist die Mehrzahl von Scampo, die italienische Bezeichnung für Nephrops norvegicus. Es handelt sich dabei um einen langschwänzigen, am Boden lebenden Zehnfußkrebs, der mit Hummern und Langusten verwandt ist – mit Garnelen, auch Gambas oder Shrimps genannt, hat er nichts zu tun. Die korrekte deutsche Bezeichnung ist Kaisergranat.

Früher waren auch Namen wie Kaiserhummer, Norwegischer Hummer, Schlankhummer, Schlauchhummer oder Tollhummer gebräuchlich, die aber nicht mehr als Handelsbezeichnung verwendet werden dürfen. In Spanien heißen Kaisergranat bzw. Scampi Langostinos, in Frankreich Langoustines und in Großbritannien und Irland Norway lobster oder Dublin Bay prawn.

Woher kommen Scampi eigentlich?

Es ist schon traurig genug, dass weniger edle Meeresfrüchte als deutlich edlere ausgegeben werden. Denn wer im Restaurant gute, frische Qualität für sein gutes Geld haben möchte, der fragt sich, wieso frische echte Scampi bei uns eine Rarität sind. Denn an fangfrische und sogar noch lebende Kaisergranat alias Scampi kommt man viel leichter ran als an frische Garnelen.

Die Hauptfangebiete liegen nämlich, wie ein Blick auf den lateinischen Namen der Tiere verrät, durchaus auch im Norden: Norwegen, Dänemark und Schottland gehören dazu. Außerdem werden an den Atlantikküsten Frankreichs, Spaniens und Portugals Scampi angelandet, ebenso wie im ganzen Mittelmeer.

Aufgepasst im Restaurant: Bei Scampi immer nachfragen!

Warum bei uns im Restaurant Garnelen statt echter Scampi auf den Tellern landen, ist schnell erklärt. Sie sind billiger und, zumindest als Tiefkühlware, einfacher zu bekommen. Es handelt sich nicht selten um Produkte fragwürdiger Süßwasser-Zuchten in Ostasien.

Zwischen dem Geschmack solcher Garnelen und dem exzellenter frischer Scampi liegen Welten. Letztere haben einen sehr feinen, süßlichen Geschmack, der durchaus mit dem ihrer größeren scherenlosen Verwandten, den Langusten, verglichen werden kann.

Daher lohnt es sich, im Restaurant nachzuhaken, was die Küche unter Scampi versteht. Zögern Sie nicht zu fragen: „Sind Ihre Scampi Kaisergranat?“ oder „Sind das Garnelen – oder Scampi wie in Italien, mit Scheren?“ Stellt sich heraus, dass Sie Garnelen erwarten, ist es ratsam, etwas anderes zu wählen. Zumal Pseudo-Scampi-Gerichte gerne ungerechtfertigt teuer angeboten werden. Also, wenn Scampi, dann nur echte!

Bildnachweis: Artem / stock.adobe.com

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