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SAD – Was tun bei Winterdepression?

Lesezeit: 2 Minuten Jetzt kommt wieder die kalte Jahreszeit und mit Ihr ein nicht zu unterschätzendes Phänomen: die Winterdepression (SAD). Sie zählt in Deutschland zu den häufigsten psychischen Erkrankung. Was das genau ist, woran Sie diese erkennen und was Sie dagegen tun können, lesen Sie in diesem Expertenartikel.

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SAD - Was tun bei Winterdepression?

SAD – Was tun bei Winterdepression?

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Der Name „Winterdepression“ ist eigentlich irreführend, da diese Art der „depressiven Verstimmung“ das ganze Jahr über auftreten kann. In der kalten Jahreszeit häufen sich jedoch die Fälle der Personen, die daran erkranken, daher auch der Name. Der fachlich richtige Name dafür ist eigentlich „saisonal abhängige Depression“, kurz SAD genannt.

Symptome der Winterdepression

Der Betroffene ist niedergeschlagen, erschöpft, lustlos und hat oft keinen Appetit. Die andauernde schlechte Stimmung bringt den Erkrankten dazu, sich sozial abzugrenzen, wodurch der Betroffene immer einsamer werden kann. Dinge, die er vorher gerne getan hat, interessieren ihn nicht mehr. Dadurch baut sich ein Teufelskreis auf, der die Symptome immer mehr verstärkt.

Bei Frauen, bedingt durch den menstrualen Zyklus, tritt SAD öfter auf als bei Männern. Die typischen Merkmale sind Müdigkeit, Interessenverlust, Erschöpfung, gedrückte Stimmung, Antriebsmangel, sozialer Rückzug, Nervosität, Reizbarkeit, Appetitmangel und Schlafstörungen.

Entstehung von SAD

SAD tritt meistens im Herbst und Winter auf, weil da die Tage kürzer werden. Es wird früher dunkel und oft treten Unwetter und Regen auf. Auf Grund des daraus resultierenden Lichtmangels stellt sich der Körper auf einen anderen Tag/Nachtrhythmus ein. Trotzdem hält der Mensch seinen gewohnten Tagesablauf ein: morgens zur gleichen Zeit aufstehen, in die Arbeit fahren, abends zur gleichen Zeit nach Hause kommen, zur selben Zeit schlafen gehen, usw. Dadurch kommen die Hormone und Botenstoffe des Gehirns durcheinander, was schwere Stimmungsschwankungen auslöst.

Zusätzlich kann das Krankheitsbild durch äußere Einflüsse wie Dauerstress, Trennung, Arbeitsplatzverlust oder Tod eines nahestehenden Menschen verstärkt werden.

Unterscheiden Sie ein kurzes Tief von einer Winterdepression

Ein kurzfristiges Tief kennt jeder Mensch und es gibt dafür meistens einen konkreten Anlass. Es handelt sich dabei um belastende Ereignisse, wie Todesfälle in der Familie, der Verlust eines geliebten Haustieres oder Trennung vom Partner. Jedoch ist es den meistens Menschen in dieser Phase möglich, Ihren Kummer für kurze Zeit zu vergessen, wenn sie sich entsprechend ablenken. Dabei helfen z. B. Gespräche mit Freunden oder interessante Freizeitaktivitäten.

Bei SAD baut sich eine Spirale auf. Der lustlose Zustand wird zum Dauertief und durch die „Entsozialisierung“ des Erkrankten wird der Zustand noch verstärkt.

Was hilft bei SAD?

In der Regel baut sich eine Winterdepression im Herbst auf, dauert über den Winter an und läuft im Frühling wieder aus. Gegen eine leichte depressive Verstimmung helfen in der Regel Spaziergänge tagsüber, zusätzlich Sport und kohlehydratreiche Ernährung oder Fisch (hoher Tryptophangehalt), um die Produktion das Glückshormon Serotonin im Gehirn zu fördern.

Bei stärker und länger anhaltenden Beschwerden ist es ratsam, zum Arzt zu gehen. Dieser kann eine Lichttherapie verschreiben oder eine Behandlung mit natürlichen Arzneimitteln wie Johanneskraut.

Achtung! Machen Sie nicht den Fehler, gleich nach dem ersten Stimmungshoch die Medikation und/oder Ihre Aktivitäten einzustellen. Alle Therapieaktivitäten sollten so lange durchgeführt werden, bis die Stimmung über längere Zeit wieder stabil ist.

Bildnachweis: Kzenon / stock.adobe.com

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