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Roman schreiben: Autoren als Fluchthelfer aus der Langeweile des Alltags

Lesezeit: 2 Minuten Sieht man genau hin, so ist der Alltag eigentlich niemals alltäglich. Vielen Menschen aber kommt es so vor. Um der Langeweile zu entkommen, lenken sie sich ab. Wer dann nicht auf einen Bildschirm starrt, sondern zum Buch greift, will alles, nur nichts Alltägliches. Er will gut unterhalten werden. Bringen Sie als Autor deshalb das Außergewöhnliche.

2 min Lesezeit

Roman schreiben: Autoren als Fluchthelfer aus der Langeweile des Alltags

Lesezeit: 2 Minuten

Woher wissen Sie, dass Ihre Idee für eine neue Geschichte gut ist? Eine mögliche Antwort: "XY hat sich tot gelacht, als ich ihm davon erzählt habe." Das klingt nach einer schlechten Antwort. Wahrscheinlich ist Ihre Geschichte im Alltag wirklich passiert und war für den Moment witzig. Dennoch könnte sie zu alltäglich sein für eine spannende Lektüre, zu geringfügig, um einen Roman zu schreiben und eine ganze Geschichte zu tragen.

Das braucht eine gute Geschichte, um sich aus dem Alltag der meisten Menschen abzuheben:

  1. einen außergewöhnlichen Schauplatz – die Präsidenten-Suite oder der Vorraum, in dem die Klofrau einen großen Teil ihres Lebens verbringt, die mickrige "Hochzeitssuite" in einem kleinen Hotel in Castrop-Rauxel oder der Arbeitsplatz am Hochofen
  2. außergewöhnliche Figuren: besonders schön oder hässlich, reich oder arm, mit ausgefallenen Berufen, Hobbys, Überzeugungen, Zielen und Plänen, hochintelligent, hochbegabt …

Roman schreiben: Slapstick oder Komödie?

Längst nicht jede Augenblickskomik ist außergewöhnlich. Sie kann es aber werden. Ein Beispiel: Die alt gediente Sekretärin hat dem verhassten Chef eine Sahnetorte ins Gesicht geworfen, die eigentlich ihre Abschiedsparty kurz vorm Renteneintritt versüßen sollte. Lustig? Nein, das ist Slapstick.

Dennoch hat die Idee einen guten Kern. Es gibt nämlich einen Konflikt, sonst täte die Vorzimmerdame so etwas nicht. Der aber trägt nur, wenn es auch für den Chef wichtig ist, was die Dame von ihm hält. Immerhin geht sie in Kürze. Vielleicht ist er ja heimlich in ihre bildschöne Tochter verliebt, die zudem noch keine weiteren Verwandten, aber eine reiche Erbtante hat. Was die Sache schwierig macht: die Tochter ist eine sehr folgsame Tochter, die viel auf Mamas Meinung hält. Und nur der Chef weiß (bis jetzt), dass sein von seinen Vorvätern ererbtes Unternehmen nahezu rettungslos verschuldet ist.

Merke: Jede Geschichte, die gut unterhalten soll, hat einen Konflikt, und zwar einen zentralen Konflikt. Was soll ich bloß kochen? Ob Sie Bratwürstchen oder Fischstäbchen wählen, ist einer unser vielen alltäglichen Konflikte, lächerlich banal. Als Autoren brauchen wir Konflikte, die Menschen in ihren Grundfesten erschüttern, sie zu Handlungen bringen und befähigen und Lösungen nachjagen lassen, die alles andere sind als Alltag – und damit unterhaltsam.

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