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Richtig scharf stellen: Autofokus oder manueller Fokus?

Lesezeit: 2 Minuten Ob ein Foto knackig scharf oder in Bereichen völlig verschwommen ist, hängt vom Ziel des Fotografen ab. Die richtige Schärfe an der richtigen Stelle ist immens wichtig, da sonst ein Bild schnell misslingt. Bei vielen Kameras haben Sie die Wahl zwischen Autofokus und manuellem Fokus. Welche Art zum Scharfstellen ist sinnvoller?

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Richtig scharf stellen: Autofokus oder manueller Fokus?

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Die richtige Schärfe im Bild ist fast schon wichtiger als das Motiv selbst. Denn was nützt Ihnen das attraktivste Model, wenn Sie den Fokus auf den Hintergrund legen und das Model unscharf abgebildet wird? Viele Fotografen schwören auf den manuellen Fokus, mit dem Autofokus sparen Sie mehr Zeit. In bestimmten Situationen ist es aber sinnvoll, den manuellen Fokus einzusetzen.

Wichtigste Regel zum Scharfstellen

Ganz egal, ob Sie den Autofokus oder den manuellen Fokus verwenden: Schärfe muss dort liegen, wohin das Auge des Betrachters als Erstes fallen soll. Bei der Makroaufnahme einer Blume sind es die Blütenblätter und nicht der Stängel, bei einem Model sind es die Augen und nicht das Kinn.

Autofokus erleichtert das Scharfstellen

Oft dient der Autofokus als Erleichterung, um ein Foto scharf zu stellen. Über verschiedene AF-Felder können Sie genau den Bereich festlegen, der scharf gestellt werden soll. Je weiter Sie die Blende öffnen, umso mehr können Sie den geschärften Bereich hervorheben. Die AF-Felder haben den Vorteil, dass sie Sensoren aufweisen, die das einfallende Licht genau messen und sich dadurch den kontrastreichsten Punkt im Bild suchen und diesen scharf stellen.

Vor allem bei schnellen Motiven ist der Autofokus dem manuellen Fokus vorzuziehen. Übrigens: Diese einzelnen AF-Messfelder können Sie nur in den Kreativprogrammen Ihrer Kamera verändern.

Probleme beim Autofokus: Lieber manuell fokussieren

Nicht immer ist der Autofokus die nützlichste Art und Weise zum Scharfstellen. Oft kommt es vor, dass der Autofokus "ruckelt" und sich nicht auf einen bestimmten Punkt festlegen will. In bestimmten Situationen sollten Sie lieber auf den manuellen Fokus umschwenken. Achtung: Vergessen Sie niemals, den kleinen Schalter am Objektiv auf MF umzustellen. Drehen Sie am Objektiv, wenn der Autofokus noch eingestellt ist, könnten Sie die Objektivmechanik im schlimmsten Fall beschädigen.

Statt Autofokus: Situationen für den manuellen Fokus

Glatte Oberflächen mit wenig Strukturen und keinen Kontrasten sind für den Autofokus eine unüberwindbare Hürde, weswegen Sie bei solchen Motiven lieber den manuellen Fokus verwenden. Das könnten zum Beispiel eine Fensterscheibe oder eine weiße Hausfassade sein. Aber nicht nur glatte Flächen irritieren den Autofokus. Auch Dämmerlicht und ungünstige Wetterbedingungen lassen den Autofokus scheitern. Den manuellen Fokus sollten Sie zum Beispiel einschalten, wenn Sie ein Motiv im Schneefall fotografieren möchten. Der Autofokus könnte zu sehr von den Schneeflocken abgelenkt sein, die das Scharfstellen immer wieder verhindern.

Auch Nebelbilder sollten nicht mit dem Autofokus scharf gestellt werden. Der Nebelschleier reduziert die vorhandenen Kontraste extrem, sodass statt des Autofokus der manuelle Fokus verwendet werden sollte. Denn wie beim Schneefall sind die Sensoren irritiert, weil die Kontrastkanten durch den Nebel einfach zu diffus und zu weich wirken.

Pluspunkte für den manuellen Fokus

Auch wenn das manuelle Fokussieren länger dauert und schwieriger zu sein scheint: Es bietet gegenüber dem Autofokus doch einige Vorteile. Vor allem bei Makroaufnahmen lohnt sich der manuelle Fokus, da hierbei oft Millimeter entscheidend sind. Auch wenn Sie ein Motiv mehrmals fotografieren möchten und immer den exakt gleichen Schärfepunkt treffen müssen, sollten Sie den manuellen Fokus vorziehen. Außerdem erfassen die AF-Felder nicht immer genau den Punkt, den man gerne scharf hätte. Das Scharfstellen über den AF und nachträgliches Schwenken zum gewünschten Schärfepunkt sind nicht zu empfehlen. Nutzen Sie dafür lieber direkt den manuellen Fokus.

Sie trauen Ihren Augen nicht?

Sicherlich ist das Auge in manchen Situationen ebenfalls überfordert. Sie können dafür den manuellen Fokus mit dem Autofokus kombinieren. Dafür stellen Sie das Motiv zunächst über den manuellen Fokus scharf. Gleichzeitig drücken Sie den Auslöser halb herunter. Ihre Kamera sagt Ihnen Bescheid (je nach Modell Piepton oder Blinken), sobald das Motiv scharf gestellt ist. Allerdings ist diese Methode auch nur dann sinnvoll, wenn der Schärfepunkt von einem Sensorfeld des Autofokus erfasst wird.

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