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Restless Legs: Dopaminmangel lässt Ihre Beine zucken

Lesezeit: 3 Minuten Schlafstörungen werden nicht nur durch Stress oder zu schweres Essen hervorgerufen – sie können auch krankheitsbedingt sein. Jeder 20. Deutsche leidet unter einer solchen Krankheit, dem Restless-Legs-Syndrom (RLS). Haben Sie Restless Legs, bohrt, sticht und kribbelt es in Ihren Beinen, die Beschwerden treten fast immer in Ruhestellung auf (also dann, wenn Sie sich hinlegen) und werden erst wieder weniger, wenn Sie aufstehen und sich bewegen. Für Restless Legs verantwortlich ist ein Vitalstoff: Dopaminmangel lässt Ihre Beine zucken.

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Restless Legs: Dopaminmangel lässt Ihre Beine zucken

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Restless Legs: Ein Dopaminmangel lässt Ihre Beine zucken
Juckende, stechende Beine können Ihnen Nacht für Nacht den Schlaf rauben. Diese Beschwerden, die sich erst einstellen, wenn Sie sich hinlegen und zur Ruhe kommen, treten häufig ohne konkreten Auslöser auf. Sie können aber in vielen Fällen schon durch einen einzigen Vitalstoff gelindert werden: Dopamin.

Restless Legs rauben Ihnen den Schlaf
Die Folgen dieser Krankheit sind deutlich: Sie brauchen viel länger zum Einschlafen und werden nachts immer wieder durch Ihre ruhelosen Beine aus dem Schlaf gerissen. Zudem ist Ihr Schlaf nicht so tief. Sie können sich nicht richtig erholen, fühlen sich tagsüber müde. In den meisten Fällen treten die unruhigen Beine einfach so auf, ohne dass ein Auslöser erkennbar ist.

Aber die Tatsache, dass bei der Hälfte aller Erkrankten in der Verwandtschaft RLS-Erkrankungen aufgetreten sind, lässt auf eine genetische Vorbelastung schließen. Verstärker der Erkrankung sind dann Medikamente, die unter anderem Metoclopramid enthalten, aber auch Stress, Nikotin oder Alkohol.

Allerdings nehmen Mediziner heute an, dass die Ursache von Restless Legs ein Dopaminmangel im Gehirn ist. Dopamin ist ein Botenstoff, der für die Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen erforderlich ist. Fehlt er, kommt es zu einer Übertragungsstörung bei den Nervenimpulsen, die die Koordination der Bewegung steuern.

So wird die Diagnose „Restless-Legs-Syndrom" gestellt
Die Diagnose RLS lässt sich nur dann stellen, wenn vier so genannte Minimalkriterien auftreten:

  1. Bewegungsdrang der Beine, der als sehr unangenehm empfunden wird. Manchmal beschränkt sich dieser Bewegungsdrang nicht nur auf die Beine, sondern kann auch Arme und andere Körperteile betreffen.
  2. Durch Bewegung wie Laufen bessern sich die Beschwerden teilweise oder verschwinden sogar ganz. Dies hält mindestens so lange an, wie auch die Bewegung andauert.
  3. Während Sie sich tagsüber ausruhen, liegen oder still sitzen, verschlimmert sich der Bewegungsdrang.
  4. Der Bewegungsdrang verschlimmert sich nachts noch weiter und führt so zu drastischen Schlafstörungen.

Nur diese vier Kriterien zusammen weisen auf die Erkrankung RLS hin.

Ein Eisenpräparat kann Ihre Beine zur Ruhe bringen
Da das RLS auch durch einen zu niedrigen Eisenspiegel ausgelöst werden kann, sollten Sie diesen immer überprüfen lassen, wenn Sie unter zuckenden Beinen leiden. Der Eisenspiegel im Blut sollte 175 µg/dl betragen, täglich brauchen Sie bis zu 10 mg Eisen. Ist Ihr Eisenspiegel zu niedrig, sollten Sie in Absprache mit Ihrem Arzt ein Eisenpräparat einnehmen. Das kann Ihre Beschwerden lindern, häufig sogar vertreiben.

Aber Achtung: Wenn Sie ein Eisenpräparat nehmen, müssen Ihre Eisenwerte regelmäßig kontrolliert werden. Haben Sie nämlich zu viel Eisen im Körper, können Ihre Organe geschädigt werden. Das passiert vor allem bei Männern schnell.

Restless Legs: Manchmal hilft Ihnen nur die medikamentöse Behandlung
Bis heute gibt es leider noch keine Möglichkeit, RLS zu heilen. Auch sind die Beschwerden nur bei 20 % der Betroffenen so deutlich ausgeprägt, dass sie medikamentös behandelt werden müssen. Dabei unterscheiden Mediziner zwischen zwei Behandlungsarten:

  1. Ursächliche Behandlung. Wenn RLS eine Folge von Krankheiten ist, werden diese zuerst behandelt. So können die unruhigen Beine z.B. eine Rheumafolge sein – hier hilft eine Therapie der Rheumaerkrankung.
  2. Symptomatische Behandlung. Es gibt Fälle, in denen RLS nicht vom Dopaminmangel ausgelöst wird – hier kennen wir die Ursache bis heute noch nicht. Ist dies der Fall oder leiden Sie sehr unter Ihren unruhigen Beinen, wird Ihr Arzt eine medikamentöse Therapie beginnen. Diese Medikamente können dann zum Einsatz kommen:
  • L-Dopa und Dopamin-Agonisten. Diese Substanzen werden eingesetzt, wenn die Beschwerden nur leicht und überwiegend abends auftreten. Leider können sie in Einzelfällen dazu führen, dass das RLS sich verschlimmert, auf andere Körperteile übergreift oder schon früher am Tag auftritt.
  • Benzodiazepine. Es handelt sich um Schlafmittel. Diese Mittel lassen Sie fester schlafen. Dadurch werden Sie seltener von Ihren zuckenden Beinen geweckt.
  • Epilepsie-Mittel. Sie werden vor allem bei schmerzhaften RLS-Erkrankungen eingesetzt, lindern aber eher die Schmerzen als das Zucken.

RLS als Schwangerschafts-Nebenwirkung bleibt allerdings unbehandelt, denn es wird nach der Geburt wahrscheinlich nicht mehr auftreten.

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