Praxistipps Reisen

Reiseveranstalter: Bei „kindgerechter Ausstattung“ muss das Türglas splitterfest sein

Reiseveranstalter, die in ihrer Werbung die kindgerechte Ausstattung einer Appartementanlage betonen, werden den deutschen Gerichten beim Wort genommen. Das zeigt eine aktuelle Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH). Danach müssen Reiseveranstalter die Gefahren, die sich aus der baulichen Ausstattung für Kinder ergeben, gering halten und nach Möglichkeit beseitigen.

Reiseveranstalter: Bei „kindgerechter Ausstattung“ muss das Türglas splitterfest sein

Im entschiedenen Fall hatten Eltern mit ihrer 8-jährigen Tochter eine Pauschalflugreise gebucht. Während des Urlaubs wohnten sie in einem Appartement, das nur über die Terrasse zugänglich war. Eines Morgens prallte die Tochter gegen die geschlossene Schiebetür und verletzte sich dabei so stark, dass sie bleibende Schäden davontrug. Weil die Schiebetür nicht besonders gekennzeichnet und das Türglas auch nicht bruchsicher war, sah der BGH hier die Verkehrssicherheitspflicht des Reiseveranstalters verletzt. Begründung: Bei einer kindgerechten Ausstattung muss die Glastür als einzige Zugang zum Appartement aus splitterfreiem Glas sein (BGH; 18.07.2006, Azz. X ZR 44/04).
Tipp: Nutzen Sie diese Entscheidung des BGH, um offensiv mit kindgerechter Ausstattung zu werben und dabei speziell auf splitterfestes Glas in den Eingangstüren hinzuweisen. Vorausgesetzt, dass diese Türen den Anforderungen entsprechen, und Mitarbeiter Ihres Unternehmens sich bei der routinemäßigen Inspektion vor Ort selbst davon überzeugen. Urlaubende Eltern werden dieses zusätzliche Stück Sicherheit für ihre Kids zu schätzen wissen!

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