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Reisetipp Milbertshofen: auf 100 Wegen durch den Jahrhundert-Bezirk

Lesezeit: 3 Minuten Im Jahr mit der ungeraden 13 feiert der Münchner Stadtbezirk Milbertshofen sein Hundertjähriges. Zum Auftakt lud Bürgermeister Hep Monatzeder alle Bewohner zum gemeinsamen Feiern ins knallrote Kulturhaus ein, das das Architekturbüro Reichert - Pranschke - Maluche am weitflächigen Milbertshofener Curt-Mezger-Platz imposant in Szene gesetzt hat.

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Reisetipp Milbertshofen: auf 100 Wegen durch den Jahrhundert-Bezirk

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Zum 100-jährigen Event steht der nördliche Bezirk der bayerischen Landeshauptstadt im Rampenlicht: Hundertjährige; Wohngemeinschaften, die es gemeinsam auf die 100 bringen; Betriebe, Schulklassen, Chöre oder Fußballmannschaften, die zusammen 100 sind, durften sich zur ersten Fotosession versammeln, um Starfotos von sich schießen zu lassen. Mit einer darauf folgenden Fotoaktion wird die Serie neben den bereits ausgestellten Bildern fortgeführt.

Zu historischen Fotos und Ansichtskarten von Münchner Stadtbezirken, wie Milbertshofen, das nur knappe zehn Minuten vom Hauptbahnhof entfernt liegt, können sich Antik-Fans von Wolfgang Lang im "Philatelie-Geschäft und Sammlerantiquariat Detlef Hilmer" direkt unter der Bahnhofsuhr beraten lassen.

Milbertshofen: vom Dorfflecken über den Arbeiterbezirk zur "tüchtigsten Tochter der Stadt"

Erstmals urkundlich wird das Dorf Milbertshofen im Jahr 1140 erwähnt. Bei seiner Eingemeindung nach München im Jahr 1913 soll es hoch verschuldet gewesen sein. Heute zählt der Bezirk im Norden Münchens jedoch zu den besten Business-Locations der Stadt. Demzufolge nannte Oberbürgermeister Christian Ude Milbertshofen "die tüchtigste Tochter der Stadt." Ab der U-Bahn-Station "Frankfurter Ring" reiht sich ein Gebäude des weltweit tätigen Unternehmens BMW (Bayerische Motoren Werke) an das nächste.

Wohnen und Leben in Milbertshofen

Vom Kulturzentrum zeigt die große Verbindungsroute, die Schleißheimer Straße, in alle Himmelsrichtungen der Stadt. Entlang der Knorrstraße wechseln sich Blumengeschäfte, wie das Barnert, mit Biobrotläden, wie der Hofpfisterei, oder eine griechische Änderungsschneiderei mit alteingesessenen Arbeiterkneipen ab – der Bezirk Milbertshofen lebt. 

An der Ecke Keferloherstraße betreibt Sabine Geffen ihr Münchner
Feriendomizil "Feeling Home" für kurzentschlossene München-Reisende oder
Langzeitbewohner, die den pulsierenden Stadtbezirk liebgewonnen haben.
Jedes der Apartments ist liebevoll hergerichtet: Weiße Korbsessel oder
mit Leo-Look bezogene Polster laden zum Verweilen ein. Ein kleiner
Garten verspricht Erholung inmitten der Großstadt.

Der Fußweg entlang der kleinen Straße bringt Morgenspaziergänger zum Brotladen von Ingrid Mader, wo es neben handgemachten bayerischen Brezn auch echte Schrippen gibt. "Die stellen wir nach einem Originalrezept aus Berlin her," verrät die Betreiberin. Die Rezeptur jedoch bleibt geheim. "Ein französischer Kunde machte mir das Kompliment, meine Croissants seien mindestens genauso gut, wie die echt-französischen und ein gebürtiger Hamburger bestellt seine Franzbrötchen bei mir, die besser als die Hamburger Originale sein sollen."

Die Kundschaft liebt aber nicht nur ihre Rohrnudeln, Pfannkuchen oder
bayerischen Auszognen, sondern nennt die Chefin auch "das Herz von
Milbertshofen." "Bei mir gibt es noch einen altbekannten Frankfurter
Kranz oder eine Holländer Schnitte, die Sie sonst nirgends mehr finden,"
verrät sie mit dem Hinweis auf das traditionelle Sahnegebäck mit der roten
Glasur und die Buttercremetorte mit Krokant.

Manch einer verweilt
gern an den kleinen Tischen, innen oder vor dem Laden; andere flitzen
morgens herein, um sich belegte Pausenbrote oder überbackene Semmeln zu
holen. Nachmittags kommen viele, um den berühmten Kuchen aus dem
Fischbachauer Café Winkelstüberl in München-Milbertshofen zu genießen.

Gern
zeigt Ingrid Mader die Tierfotos an ihrer Kaffeehauswand: "Das sind
Fibi und Aramis, die täglich mit ihren "Besitzern" in meinen Laden
kommen, um sich ihre Leckerli abzuholen – da spielt sich immer das
gleich Ritual ab. An einem Tag wollte sich allerdings eine Kundin
zwischen Hund und Gabe drängeln. Aramis schaute sie unwirsch an, ging um
sie herum auf die andere Seite und wartete dort auf sein Schmankerl.
Das ist nicht anders als unter Menschen."

Milbertshofen vereint Kultur und Wirtschaft

Zum 100-jährigen Jubiläum zeigt das Kulturhaus die Ausstellung "Phantastisches Mibertshofen: die ganze Wahrheit," zu der sich Bewohner des Münchner Stadtbezirks die Aufgabe gestellt haben, die Historie des Ortes nachzuvollziehen. Bei der Führung "Von der Klosterschwaige zum Großstadtquartier" oder der Stadtteiltour auf den Spuren des ehemaligen Dorfes kommen Geschichts- und Kulturfans ebenso auf ihre Kosten.

Besuche von Orten des Gedenkens, wie dem ehemaligen "Judenlager," das letzte Station vieler Münchner Juden vor der Deportation in die Konzentrationslager und dem Tod war, führen Wege durch den Bezirk auch in dunkle Kapitel der Zeitgeschichte.

Heute ist der Bezirk jedoch tolerant und bunt – Leben und leben lassen ist hier das Motto. Das macht sich auch die Dokumentation des Filmemachers Wolfgang Ettlich "Wir sind München" zum Thema. In der Uraufführung im Milbertshofener Kulturhaus zeichnet der Film zum 100-jährigen Bezirksjubiläum lebendige Portraits des Viertels und seiner Bewohner nach.

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