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Rechtliche Grauzone: Was bedeutet das für Privatpersonen?

Lesezeit: 3 Minuten Die rechtliche Grauzone, das war unter anderem sehr viele Jahre ein elementares Thema bezogen auf das Online Glücksspiel. Genau genommen war es über ein Jahrzehnt mit nur einer einzigen Ausnahme in Deutschland illegal. Das war allerdings ausschließlich nach deutschem Recht so, dem allerdings widersprach das europäische Recht.

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Rechtliche Grauzone: Was bedeutet das für Privatpersonen?

Rechtliche Grauzone: Was bedeutet das für Privatpersonen?

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Aufgrund dessen kam es zu einer rechtlichen Grauzone, wenn man in einem Online Casino dem Glücksspiel nachging. Glücklicherweise hat sich das allerdings nun endlich durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag geändert. Der tritt zwar erst im Juli 2021 in Kraft, aber bereits seit dem 15 Oktober 2020 gibt es eine Übergangsregelung, die es ermöglicht, Spielautomaten Spiele ganz legal nutzen zu können.

Online Casinos und die rechtliche Grauzone

Wie gerade erwähnt, war das Glücksspiel in Online Casinos bis vor kurzem in Deutschland illegal. Zwar hat sich das nun endlich geändert, dennoch muss man hier genau schauen, welches Online Casino besucht wird. Die Online Casino Betreiber, die sich nämlich nicht nach dem neuen Glücksspielstaatsvertrag richten, betreiben ihre Casinos nach wie vor illegal. Das hat auch für den Besucher entsprechende Folgen. Eine strafrechtliche Verfolgung ist hier nämlich ab sofort dann nicht mehr ausgeschlossen.

Kostenlose Streaming-Dienste – hier ist Vorsicht geboten

Auch kostenlose Streaming-Dienste bewegten sich sehr lange in einer Grauzone. Doch jetzt ist es offiziell: Das Streamen von Serien, Filmen oder Live-Übertragungen von Sportevents auf illegalen Streaming-Portalen ist laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) strafbar. Wer sich allerdings über dieses Verbot hinwegsetzt, muss damit rechnen, eine Strafe in Höhe von mehreren hundert Euro auferlegt zu bekommen.

Die folgenden Informationen sollte man unbedingt kennen und beherzigen, wenn man nicht Gefahr laufen möchte, bestraft zu werden. Wer wissentlich einen illegalen Online-Streaming-Dienst nutzt, verletzt die Urheberrechte und macht sich aus diesem Grund dann auch strafbar.

Daher sollte man sich zwingend informieren, bevor man einen Streaming-Anbieter einfach nutzt. Hierbei helfen hier sowohl Kundenbewertungen als auch Suchmaschinen.

Man muss sich wirklich darüber im Klaren sein, dass, wenn man illegal streamt, das weit mehr als ein Kavaliersdelikt ist. Hier warten nicht nur Abmahngebühren und Schadensersatzforderungen, sondern mitunter auch noch Anwaltskosten. Hinzu kommt noch, dass Schadensersatzansprüche erst nach zehn Jahren verjähren.

Ein weiteres Problem sind darüber hinaus auch noch Betrüger. Die Nutzer werden nämlich nicht selten von unseriösen Streaming-Plattformen in Abofallen gelockt.

So erkennt man einen illegalen Streaming Dienstag

Eines vorab, wer lediglich eine solche Seite eines illegalen Streaming-Dienstes besucht, aber das Streaming dort nicht nutzt, macht sich nicht strafbar.

Doch zurück zu den Indizien, wie man einen illegalen Streaming Dienst auch als Laie erkennen kann. Wenn man kein Impressum auf der Anbieterseite findet, dann ist sofort Vorsicht geboten. Das Gleiche gilt auch, wenn ein Support fehlt.

Auch der Firmensitz kann bereits ein Indiz sein, hier gibt es sehr dubiose Angaben, wie beispielsweise ein Firmensitz, der sich auf einer Karibikinsel befindet.

Es ist vollkommen unrealistisch, dass aktuelle Kinofilme und Serien kostenlos angeboten werden, hier ist sofort Vorsicht geboten. Ganz deutlich wird es, wenn Filme von der Kinoleinwand abgefilmt wurden.

Ein weiteres und sehr deutliches Indiz, dass es sich um einen wirklich unseriösen Anbieter handelt, ist, wenn hier plötzlich unbekannte Anbieter mit extrem günstigen Preisen locken. Dann ist man nicht nur illegal unterwegs, sondern ist darüber hinaus auch noch in eine Abo-Falle getappt.

Auch Fotos aus dem Internet können schnell für eine rechtliche Grauzone sorgen

Wenn man im Internet auf der Suche nach Fotos ist, darf man dennoch nicht einfach ein solches Foto kopieren und dann selber nutzen. Vielen Menschen ist nicht klar, dass sämtliche Fotos im Internet urheberrechtlich geschützt sind, das bestimmt der Paragraf 72 Abs. 1.

Es spielt tatsächlich auch überhaupt keine Rolle, ob es sich um Profi-Bilder oder um Privataufnahmen handelt. Gleichwohl gibt es durch den Gesetzgeber einen Unterschied zwischen Lichtbildern und Lichtbildwerken. Zwar handelt es sich bei beiden Bildern um Fotos, doch ein Lichtbild ist nur eine Aufnahme, während ein Lichtbildwerk ein Foto ist, das einen künstlerischen Anspruch erhebt.

Allerding spielt diese Unterscheidung für den Nutzer im Grunde überhaupt keine Rolle, denn letztlich ist es verboten, sowohl das eine wie auch das andere zu kopieren. Dieser Unterschied kommt erst dann zum Tragen, wenn man ein Foto vom Urheber kaufen möchte, denn hier gibt es erhebliche finanzielle Unterschiede.

Wer über keine Genehmigung des Urhebers verfügt und trotzdem ein Bild veröffentlicht, muss auch hier, genau wie beim illegalen Streaming, mit einer Unterlassungsklage und einer Schadensersatzforderung rechnen.

Sollte man jedoch eigene Fotos verkaufen wollen, so stehen hierfür eigens spezielle Plattformen zur Verfügung.

Fazit

Genau wie auch beim Thema „Cannabis“ gilt bei den Themen Streaming und Online Casinos auch: Unwissenheit schütz vor Strafe nicht. Sicher ist es nicht immer einfach, denn schließlich setzt man sich einfach an den Rechner und googelt ein bisschen rum. Wenn man dann Online Casino Angebote oder Streaming Dienste angeboten bekommt, denkt man sicher nicht gleich daran, dass man sich hier in einer Grauzone oder schlimmer noch in der Illegalität bewegen könnte. Hier ist Vorsicht besser als Nachsicht.

Bildnachweis: nazarovsergey / stock.adobe.com

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