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Raspberry Pi 3: Neuer 40-Euro-Mini-PC für Büro, Schulungen und Hobby

Lesezeit: 3 Minuten Wer mit "PC" bislang immer eine große klobige Kiste assoziiert hat, muss sich umstellen. Denn Mini-Computer erobern viele neue Anwendungen, seit die Leistung der aktuellen Generation der kleinen Einplatinen-Computer gewaltig gewachsen ist.

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Raspberry Pi 3: Neuer 40-Euro-Mini-PC für Büro, Schulungen und Hobby

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Mit dem neuen Raspberry Pi 3 steht ein neuer Mini-Computer zur Verfügung, der auch einfachen Büro-Aufgaben absolut gewachsen ist – und das zu einem erschwingbaren Preis.

Raspberry Pi: Vorstellung des erfolgreichsten Mini-Computers

Der Minicomputer Raspberry Pi (gesprochen "Pei") wurde 2006 zu Schulungszwecken vom damaligen Fachbereichsleiter für Computerwissenschaften am St. John‘s College in Cambridge entwickelt. Nach Gründung der Raspberry Foundation wurden bis heute weltweit Millionen Raspberry Pi verkauft.

Dieser Erfolg liegt in dem speziellen Design als Einplatinen-Computern (Singleboard-Mikrocontroller) begründet. Da alle Elemente auf einer nur zigarettenschachtelgroßen Leiterplatte untergebracht sind, ist die Herstellung besonders günstig.

Trotzdem kann sich die Leistung sehen lassen und speziell der neue, seit Anfang 2016 lieferbare Raspberry Pi 3 hat technisch einen großen Schritt nach vorne gemacht. Der Mini-Computer arbeitet nun mit einem leistungsstärkeren 64-Bit-Prozessor mit vier Kernen, die mit bis zu 1,2 GHz getaktet werden können. Außerdem sind beim Raspberry Pi 3 die Funkschnittstellen WLAN und Bluetooth Low Energy integriert, auch ein analoger Audioausgang steht per Mini-Klinkenbuchse zur Verfügung.

Weitere Merkmale sind vier USB-2.0-Ports sowie je ein Ethernet- und ein HDMI-Anschluss. Für die Spannungsversorgung wird eine Micro-USB-Buchse verwendet, wie sie von Mobilgeräten her bekannt ist.

Wichtig: Es handelt sich bei dem Raspberry Pi von Seiten der Hardware her nicht um einen "IBM-kompatiblen" PC, der auf einer Intel- oder Intel-kompatiblen CPU basiert. Die CPU im Raspberry ist eine ARM-CPU (Advanced RISC Machine) des Herstellers Broadcom und technisch daher eher mit Netbooks oder Tablet-PCs verwandt. Anders gesagt: Die typischen Windows-PC-Anwendungen laufen auf dem Mini-Computer nicht.

Für diese Praxisanwendungen eignet sich der Raspberry Pi 3

Natürlich eignet sich der Raspberry Pi gemäß der Intention seines Gründervaters nach wie vor als Lerncomputer. Allerdings ist der Minicomputer nun in der dritten Generation technisch soweit gewachsen, dass mit dem ursprünglichen "Bastelcomputer" absolut alltagstaugliche bis hin zu professionellen Lösungen machbar sind, wie diese Beispiele zeigen:

  • Das System lässt sich mit einem Linux-Betriebssystem als einfacher Bürocomputer konfigurieren, mit dem Sie typische Büroarbeiten wie E-Mail, Bearbeitung von Office-Dokumenten (Texte, Tabellen) mit LibreOffice und den Internet-Zugriff per Browser durchführen.
  • Wenn Sie Interesse an der Hausautomation und dem Internet der Dinge (IoT) haben, bietet der Raspberry Pi hierfür interessante Möglichkeiten als Steuerzentrale. Von Microsoft gibt es sogar eine spezielle kostenlose Windows 10 IoT-Version.
  • Wer einen leistungsfähigen Media-Player für das Wohnzimmer sucht, wird beim Raspberry Pi 3 fündig, denn mit OpenELEC ARM steht ein spezialisiertes Media-Center-Betriebssystem kostenlos zur Verfügung.

Für die Betriebssoftware fallen keine finanziellen Aufwendungen an. Seitens der einfachen Vorinstallation über NOOBS (New Out Of Box Software) wird das Betriebssystem Raspbian angeboten, eine angepasste Linux-Variante. Die Zahl der Betriebssysteme und Anwendungen für die Raspberry Pi wächst stetig. Inzwischen ist auch eine Android-Version verfügbar. Weitere Infos hierzu finden Sie bei der Raspberry Foundation (www.raspberrypi.org), die dortigen Infos sind allerdings nur in englischer Sprache verfügbar.

Vorteile des Raspberry Pi gegenüber einem Standard-PC

Trotz (oder wegen) seiner geringen Ressourcenanforderungen bringt der Raspberry Pi 3 eine Reihe von Vorteilen im Vergleich zum Einsatz eines klassischen PC oder Notebook mit:

  • Extrem geringe Anschaffungskosten, auch wenn etwas Zubehör benötigt wird.
  • Geringster Platzbedarf, das Gerät kann hinter oder unter dem Display angeordnet werden.
  • Minimale Abwärme (ohne Übertaktung), wer möchte, kann den ganzen Mini-PC auch in einer Schublade "wegtarnen".
  • Keine Betriebsgeräusche: Es rauscht kein CPU- oder Netzteillüfter, es summt keine Festplatte. Der Betrieb des Raspberry Pi ist absolut lautlos. Das ist nicht nur eine Wohltat für geplagte Büromenschen, das eröffnet auch viele Anwendungen in akustisch heiklen Umfeldern, in denen Störgeräusche unerwünscht sind.
  • Vergessen Sie die erheblichen Stromkosten beim Desktop-PC. Der Raspberry Pi braucht im normalen Betrieb mit Monitor, Tastatur, Maus und Ethernet bei durchschnittlicher CPU-Auslastung rund 3 Watt, bei maximaler CPU-Auslastung maximal 6 Watt.

Was benötigen Sie für den Betrieb des Raspberry Pi 3?

Der Raspberry Pi 3 wird als "nackter" Einplatinen-PC geliefert, ist aber komplett betriebsfähig. Bezugsquellen sind Online-Versender wie z. B. Reichelt Elektronik, wo Sie auch das komplette Zubehörprogramm erhalten. Viele der für den Betrieb nötigen Komponenten bzw. Zubehör sind zumeist schon vorhanden, z. B. von ausrangierten oder defekten PCs:

  • USB-Tastatur und USB-Maus bzw. entsprechendes Kombi-Eingabegerät, auch Bluetooth-Geräte anschließbar
  • microSD-Speicherkarte (empfohlen ab 16 GB) für das Betriebssystem. Als zusätzliches Speichermedium kann ein USB-Stick oder eine USB-Festplatte genutzt werden.
  • 5-Volt-Netzteil mit Micro-USB-Stecker, z. B. von einem Tablet-PC. Die Stromaufnahme wird mit maximal 2,5 Ampere angegeben, im Redaktionstest lief der Raspberry Pi ohne Übertaktung und mit nur einem USB-Gerät auch mit nur 1 Ampere stabil.
  • Um die Betriebssicherheit zu erhöhen, sollte der Raspberry in ein passendes Gehäuse montiert werden, das für wenige Euro angeboten wird. Bastlern steht alternativ das volle Potenzial phantasievoller, selbstgebauter Gehäuse-Alternativen offen.
  • Für den Anschluss des Displays ist eine HDMI-Schnittstelle an Bord, es empfiehlt sich also ein Flachbildschirm mit HDMI-Anschluss. Hat Ihr Display keine HDMI-Schnittstelle, benutzen Sie alternativ ein HDMI-DVI-Adapterkabel, denn die DVI-Schnittstelle finden Sie an praktisch allen Flachbildschirmen. Allerdings überträgt DVI kein Audiosignal, sodass Sie das Tonsignal dann über die 3,5-mm-Audiobuchse vom Raspberry Pi abgreifen müssen.

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