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Radon: unterschätztes Umweltgift

Lesezeit: 2 Minuten Radon ist nach Nikotin die häufigste Ursache für Lungenkrebs. Im Haus sind die Lungen der radioaktiven Strahlung hilflos ausgesetzt. Wie schützt man sich?

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Radon: unterschätztes Umweltgift

Radon: unterschätztes Umweltgift

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Das radioaktive Edelgas Radon wurde lange Zeit unterschätzt. Dies liegt vor allem daran, dass es für die menschlichen Sinne nicht wahrnehmbar ist.

Radon ist mit knapp 1.900 Fällen pro Jahr allein in Deutschland die zweithäufigste Ursache von Lungenkrebs. Lediglich das Rauchen stellt ein höheres Gesundheitsrisiko für den menschlichen Atemtrakt dar. Der Ruß von Dieselautos sowie Asbest sind für die Lungen bei Weitem nicht so gefährlich wie das tückische Edelgas.

Was ist Radon?

Radon gehört zunächst neben Xenon, Argon, Krypton, Neon und Helium zu den sechs natürlichen Edelgasen auf unserem Planeten. Die Bezeichnung Edelgas geht auf ihre Eigenschaft zurück, sich nicht oder kaum mit anderen Stoffen zu verbinden. Die Gase sind „edel“, weil sie sich selbst genügen.

Radon ist ein Zerfallsprodukt von Uran. Der Kernzerfall hört beim Radon aber noch nicht auf, denn aus Radon entstehen weitere Zerfallsprodukte wie Wismut, Blei und Polonium.

Mit passenden Radon Messgeräten lässt dich das Edelgas aber technisch feststellen und die konkreten Radonmenge im eigenen Haus ermitteln.

Warum das Edelgas so gefährlich ist

Die Art der radioaktiven Strahlung durch Radon ist die Alphastrahlung. Neben der Alphastrahlung gibt es die Betastrahlung, Gammastrahlung, Röntgenstrahlung und Neutronenstrahlung. Die Alphastrahlung kennzeichnet sich durch eine geringe Eindringtiefe bei einer gleichzeitig hohen Strahlungsenergie aus.

Kommt es nun zum Kontakt mit der Außenhaut, dann ist Radon eher ungefährlich, denn die Haut des Menschen ist so dick, dass das radioaktive Edelgas kaum Schaden verursachen kann. Anders verhält sich die Situation, wenn Radon eingeatmet wird, was in Form von Aerosolen geschieht. Im weichen Gewebe des menschlichen Lungensystems kann Radon eindringen und den genetischen Code in der Zelle so weit verändern, dass die Gefahr von Lungenkrebs droht.

Wodurch entstehen gefährliche Radonkonzentrationen?

Als Zerfallsprodukt von Uran kommt Radon aus den Tiefen des Erdreichs, wo es durch Risse und poröse Gesteinsschichten in die Erdatmosphäre gelangt. Die Radonkonzentrationen von durchschnittlich 10 Becquerel/Kubikmeter sind für den Menschen nicht gefährlich. Viele Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass das radioaktive Edelgas die menschliche Evolution unterstützt habe, da sich manche der durch das Gas hervorgerufenen Mutationen als funktional für die Anpassung des Menschen an die Umwelt erwiesen hätten.

Wenn Radon jedoch durch Spalten und Risse ins Haus gelangt, ist das reaktionsträge Edelgas nun im Mikrokosmos Haus gefangen. Zum Verständnis von Radon gehört, dass das Edelgas das schwerste der Gruppe und etwa siebenmal schwerer als Luft ist. Deshalb sammelt es sich zunächst im Keller an, kann aber mit der Zeit, begünstigt durch den Kamineffekt, in die oberen bewohnbaren Etagen eindringen. Hier werden dann schnell Werte von 100 Bq/m³ erreicht, welche die WHO für bedenklich hält. Sogar Werte von 300 Bq/m³ sind nicht selten, bei denen in Deutschland der Gesetzgeber Alarm schlägt.

Wie man sich schützt

Einfach, aber effektiv ist das regelmäßige Lüften im Haus. Das Kipplüften reicht für einen nachhaltigen Luftaustausch allerdings nicht aus, sodass dreimaliges Stoßlüften angesagt ist. Als Richtzeit können sich Bewohner dreimal zehn Minuten im Sommer und dreimal fünf Minuten im Winter merken. Effizientes Durchlüften rottet das Übel aber nicht an der Wurzel aus, sodass Experten weitere Maßnahmen empfehlen.

Vom Haus fernhalten lässt sich das radioaktive Edelgas durch die Abdichtung von Ritzen und Fugen im Kellerbereich. Als Abdichtungsmaterial bietet sich Silikon an, das sich abweisend gegenüber Radon verhält. Eine weitere Stelle mit erhöhtem Sicherheitsbedarf ist der Bereich zwischen Keller und Wohnbereich. Auch er sollte für Radon undurchlässig sein. Außerdem lässt sich das Edelgas absaugen, und zwar durch eine Absauganlage im Haus selbst sowie durch einen Radonbrunnen für das Fundament.

Bildnachweis: angellodeco / stock.adobe.com

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