Pflege Praxistipps

Quartierspflege: Neue Wege in der ländlichen Pflege und Betreuung

Lesezeit: 2 Minuten In der Serie "Quartierspflege" stellen wir Ihnen die Grundzüge einer zukünftigen Versorgungs- und Betreuungsstruktur vor. Im Mittelpunkt stehen nachbarschaftliches Engagement und Gemeindeorientierung. Dieser Teil zeigt neue Wege in der ländlichen Pflege.

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Quartierspflege: Neue Wege in der ländlichen Pflege und Betreuung

Lesezeit: 2 Minuten

Der Italiener Mario Tommasini verwirklichte vor mehreren Jahren ein utopisch anmutendes Altenprojekt im Dorf Tiedoli. Es wurden die leerstehenden Häuser altengerecht saniert, um das Zusammenleben der Generationen wieder attraktiv gestalten zu können. Durch den hieraus resultierenden, wirtschaftlichen Aufschwung entstanden auch neue Arbeitsplätze.

Die Autorin Deutsch beschreibt in ihrem Buch "Schöne Aussichten fürs Alter" die Entwicklung des italienischen Dorfes. Durch einen offenen, integrativen Ansatz wurden alle bestehenden Ressourcen gebündelt. Durch die Vernetzung bestehender Angebote und die "Öffnung“ der Altenpflege, entstanden neue Arbeitsplätze und wirtschaftliche Neuentwicklungen.

Damit fand Altenpflege nicht mehr in geschlossenen  Institutionen statt, sondern durch einen gemeindezentrierten, nachbarschaftlich geprägten Ansatz, erfolgte eine Integration von Jung und Alt, Gesund und Gebrechlich, Behindert und Nicht-Behindert.

Pflege und Betreuung in Deutschland
Ähnliche Projekte finden langsam auch Einzug in die deutsche Pflege- und Betreuungslandschaft. Ausgangspunkt sind oft vergleichbare, ländliche Strukturen. Durch mangelnde Arbeitsmöglichkeiten bleiben junge Generationen nicht mehr in ländlichen Gebieten. Der bekannte demographische Wandel und die damit verbundene Überalterung führen zu massiven arbeitsmarktpolitischen Problemen.

Auf die hier geschilderten Entwicklungen weist beispielsweise auch der Diözesan-Caritasverband Münster in einem Positionspapier (Presseinformation vom 13.4.2010) hin und macht dabei deutlich, dass speziell der Arbeitsbereich Pflege notwendige Verbesserungen in ländlichen Regionen benötigt.

Dies unterstreicht ebenfalls das Institut für angewandte Pflegeforschung mit Prof. Dr. Isfort (ebd.). An dieser Stelle wird dann in der Regel auch deutlich, dass die Rahmenbedingungen für die Pflegeberufe ebenfalls nicht attraktiv sind. Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Wohn und Teilhabe etc. spielen hierbei ebenfalls eine herausragende Rolle.

Konsequenzen für zukünftige Pflege und Betreuung
Quartierspflege scheint sich in diesem Kontext als eine mögliche Alternative herauszukristallisieren. In einem Positionspapier der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2008 im Rahmen des SONG-Projektes werden entsprechend mögliche Konsequenzen für eine zukünftige Pflege- und Betreuungskultur beschrieben:

  • Der weitere, wildwüchsige Neubau isolierter Pflegeheime muss verhindert werden.
  • Stattdessen sind lokale, gemeinwesenorientierte Versorgungsangebote notwendig, die generationenübergreifend zu kleinräumigen Unterstützungsstrukturen führen und die Eigenverantwortung und Solidarität der Menschen vor Ort stärken.
  • Die soziale Infrastruktur muss in der Hand lokaler Verantwortungsgemeinschaften liegen.

Daraus entstehen folgerichtige Lösungsansätze:

  • Stärkung von Eigenverantwortung und Eigeninitiative der Quartiersbewohner
  • Förderung von sozialen Netzen und neuen Formen des Hilfemix
  • Entwicklung neuer Kooperationsformen und Gemeinwesenarbeit
  • Erschließung neuer Pflegearrangements im Quartier

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