Finanzen Praxistipps

Probleme bei Kreditanfragen 

Wer heutzutage nach einer vernünftigen Geldanlage sucht, steht vor einer großen Herausforderung. Ganz besonders die große Gruppe der risikoscheuen Anleger ist mit der derzeitigen Situation überfordert. Denn die altbekannten Sparformen wie Sparbücher oder Festgelder werfen nicht nur keine Zinsen mehr ab, sondern verursachen sogar noch Kosten. Die meisten Banken in Deutschland erheben auf die Einlagen ihrer Kunden sogenannte Verwahrentgelte - manchmal erst ab einem bestimmten Anlagevolumen, vielerorts jedoch bereits ab dem ersten Euro. Inflationsraten von sieben bis acht Prozent treiben die Enteignung der konservativen Sparer zusätzlich voran. Daher bleibt auch den Traditionalisten keine andere Wahl mehr als auf alternative Anlageformen zu setzen, wenn sie ihr Vermögen schützen wollen.

Probleme bei Kreditanfragen 

Probleme bei Kreditanfragen 

Peer-to-Peer Kredite als Lösung?

Auf der anderen Seite wächst die Anzahl der Menschen, die von ihrer Hausbank keinen Kredit mehr bekommen. Sehr häufig ist eine unvorteilhafte Schufa-Auskunft ursächlich für die ablehnende Haltung der Geldinstitute. Die Schufa ist in Deutschland aber Grundlage für sämtliche Kreditbewilligungen. Kein seriöses Geldhaus vergibt einen Kredit an einen Kunden, der negative Merkmale in der Schufa stehen hat. Daher können sogenannte Peer-to-Peer-Kredite, also Kredite, die von Privatpersonen an andere Privatpersonen vergeben werden, eine gute Alternative sein. Wer auf KreditFinanzcheck mehr erfahren möchte, erhält dort passende Informationen über die Möglichkeiten, trotz einer negativen Schufa-Auskunft an einen Kredit zu kommen.

Wie funktioniert ein P2P-Kredit?

In Deutschland gibt es mehrere virtuelle Marktplätze für Privatkredite. Hierbei handelt es sich nicht um Banken im eigentlichen Sinne, sondern lediglich um Vermittler, die Angebot und Nachfrage zusammenbringen. Geldanleger sind immer auf der Suche nach lukrativen Investments, während Menschen, die einen Kredit benötigen und auf dem traditionellen Weg abgewiesen wurden, finanzielle Hilfe brauchen. Bei einem P2P-Kredit kommen beide Seiten auf ihre Kosten. Der Anleger erhält attraktive Zinsen und der Kreditsuchende die gewünschte Summe. Natürlich sind P2P-Kredite für den Kreditgeber nicht ohne Risiko. Aufgrund der oft schlechten Bonität der Kreditkunden kommt es immer wieder zu Zahlungsverzögerungen oder gar Zahlungsausfällen. Eine Investition in größerem Stil ist daher für risikobewusste Anleger nicht zu empfehlen.

Kredite ohne Schufa möglich?

Werbeanzeigen für Kredite ohne Schufa gibt es wie Sand am Meer. Dazu muss man allerdings wissen, dass in Deutschland kein seriöses Kreditinstitut einen Kredit ohne Bonitätsprüfung vergibt. Dazu gehört zwingend auch die Abfrage der Schufa. Wenn also von Kreditvergaben ohne Schufa die Rede ist, ist damit in der Regel ein Kredit trotz schlechter Schufa gemeint. Eine Ausnahme gibt es jedoch. Bei den sogenannten Schweizer Krediten wird tatsächlich auf eine Schufa-Auskunft keinerlei Wert gelegt. Diese Kredite werden, wie der Name schon sagt, in der Schweiz und in Liechtenstein vergeben – auch an deutsche Kunden. Dass keine Abfrage der Schufa erfolgt, bedeutet jedoch nicht, dass auf eine genaue Bonitätsprüfung verzichtet wird. Geordnete finanzielle Verhältnisse und ein regelmäßiges Einkommen sind auch bei Schweizer Krediten die Basis für das Zustandekommen eines Kreditvertrags. Allerdings profitieren Kunden von dieser Kreditform, die prinzipiell absolut kreditwürdig sind, jedoch auf eine negative finanzielle Vorgeschichte zurückblicken, welche sich in der Schufa widerspiegelt. Schweizer Kredite sind – wenn sie von einem seriösen Institut vergeben werden – eine hilfreiche Option für viele Kunden, die noch finanzielle Altlasten mitschleppen, welche bei einer Kreditanfrage in Deutschland immer hinderlich sind.

Kredite für Senioren

Doch nicht nur Bankkunden mit negativer Schufa-Auskunft stehen vor großen Schwierigkeiten bei einer gewünschten Kreditaufnahme. Auch die sehr große und stetig wachsende Bevölkerungsgruppe der Menschen über 60 stößt bei vielen Banken auf taube Ohren, wenn der Wunsch nach einem Darlehen geäußert wird. Die Ursachen dafür liegen jedoch nicht bei den Banken selbst. Die 2016 eingeführte Wohnimmobilienkreditrichtlinie verhindert in vielen Fällen eine Kreditvergabe an Personen ab einem gewissen Alter. Denn diese Richtlinie sieht vor, dass das Kreditinstitut zum Schutz seiner Kunden eine Bonitätsprüfung nicht nur auf die jetzige Situation abstellen muss. Der Kreditnehmer muss die Last der Rate auch in späteren Jahren tragen können. Gerade bei lang laufenden Krediten liegt ein Teil der Rückzahlungsphase bereits im Rentenalter des Kreditnehmers. Damit ist in den meisten Fällen eben ein signifikanter Einbruch des verfügbaren Einkommens verbunden. Dabei haben Banken in der Regel kaum etwas zu befürchten. Denn die Sicherheiten stimmen. Bei Immobilienkrediten ist eine Grundschuld auf das finanzierte Objekt der Standard. Sollte wirklich ein Zahlungsausfall drohen, hat die kreditgebende Bank das Recht, die Immobilie zu versteigern. Bei den derzeitigen Immobilienpreisen und der Entwicklung auf dem Markt wächst auch der Wert der hereingenommenen Sicherheiten stetig. Da fallen auch etwaige Risikoabschläge nicht mehr ins Gewicht. Genau dieser Tatsache wurde auch bei der Nachbesserung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie Rechnung getragen. Demnach wurde die Rolle der gestellten Sicherheiten deutlich erhöht – und somit auch der Spielraum für die Kreditinstitute. Letztendlich stellt auch das Todesfallrisiko des Kunden unter diesem Gesichtspunkt kein Problem mehr für die Banken dar. Verkürzt dargestellt übernehmen die Erben eben die Finanzierung oder das Objekt wird verkauft. 

Digitalisierung überfordert Senioren häufig

Dennoch haben es betagte Menschen im heutigen Finanzsystem nicht leicht. Viele Branchen haben die Kaufkraft der Senioren längst entdeckt, da diese heute viel mehr als noch vor ein, zwei Generationen ihren Ruhestand genießen möchten. Die Reise- und Freizeitindustrie richtet Teile ihres Angebots ganz bewusst auf ältere Menschen aus, denn der Kuchen, der hier zu verteilen ist, ist riesengroß. Und alle wollen davon ein Stück abhaben. Nur der Appetit der Finanzbranche scheint diesbezüglich nicht ganz so groß zu sein, denn unabhängig von möglichen Kreditvergaben deuten die Aktivitäten der Kreditinstitute nicht darauf hin, dass ihnen das Klientel der Gruppe Ü 60 besonders am Herzen liegt. Sicherlich haben die massiven Einsparungen, die zu weniger Personal, weniger Geschäftsstellen und damit auch weniger Service führen, nicht die Absicht, den älteren Kunden bewusst zu schaden. Dennoch sind diese Personen diejenigen, die am meisten darunter leiden. Für junge Menschen stellt die Abwesenheit von Filialen kein großes Problem dar. Sie erledigen Bankgeschäfte online, bezahlen mit Karte oder Smartphone und nutzen die Videoberatungsangebote der Kreditinstitute. Ältere Menschen dagegen sind oft wenig technikaffin, präferieren persönliche Ansprechpartner und sind vielfach auch nicht mehr so mobil. Ohne fremde Hilfe kommen immer mehr Senioren mit den vielen Veränderungen in der Bankenlandschaft nur noch rudimentär zurecht. Doch der Widerstand der Seniorenverbände wächst. In Spanien gelang es einem 78-jährigen Bankkunden sogar, über 600.000 Unterschriften zu sammeln, die sich für Anstrengungen der Kreditwirtschaft starkmachen, mehr auf die Bedürfnisse von Senioren einzugehen. Sogar die spanische Regierung übte in der Folge Druck auf die Bankenverbände aus, die nun gefordert sind, Konzepte zu entwickeln, die den besonderen Anforderungen älterer Menschen in Bankangelegenheiten gerecht werden. 

Bildnachweis: Farknot Architect / stock.adobe.com

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