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Prestigecuvées – Die teuersten, besten und seltensten Champagner

Lesezeit: 5 Minuten Champagner ist ein Luxusgetränk. Aber Luxus ist nicht gleich Luxus. Erfahren Sie mehr über die teuersten, seltensten und besten Prestigecuvées. Und erfahren Sie, dass selbst beim Champagner teuer nicht gleich gut bedeuten muss.

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Prestigecuvées - Die teuersten, besten und seltensten Champagner

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Prestigecuvées – Die teuersten, besten und seltensten Champagner

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Champagne Krug: Grande Cuvée Multi Vintage, Grande Cuvée Multi Vintage Rosé, Vintage, Clos de Mesnil, Clos d’Ambonnay – Das Champagnerhaus Krug stellt praktisch ausschließlich Prestigechampagner her.

Champagner: Grande Cuvée Multi Vintage

Los geht es mit der Grande Cuvée, einem Champagner von hochkomplexer Aromatik mit Winteräpfeln, Crèmigkeit, Biss, nussiger Fülle und einem Potpourri aus Kräutern, Gewürzen und Agrumes. Der Stil des Hauses Krug ist mit „kompromisslosem Qualitätsstreben“ sicher nicht falsch umschrieben.

Die Grundweine für die Grande Cuvée reifen nach Lagen und Rebsorten getrennt im Holzfass. Dabei scheut man bei Krug nicht vor der Verwendung von Pinot Meunier zurück – obwohl der Traube oft mangelnde Lagerfähigkeit nachgesagt wird. Ob das stimmt hängt aber offensichtlich davon ab, wie man mit der Traube umgeht, denn die Champagner von Krug reifen vorbildlich. Die Grande Cuvée ist die Visitenkarte des Hauses und macht den größten Teil der Produktion aus. Dementsprechend großer Wert wird auf die kontinuierlich hohe Qualität gerade dieser Cuvée gelegt.

Champagner: Grande Cuvée Rosé

Die seltene Grande Cuvée Rosé gehört mit zu den besten, aber auch teuersten Prestigerosés.

Champagner: Krug Vintage

Der ebenfalls seltene Vintage ist immer ein Abbild des Jahrgangs und reflektiert weniger die Assemblagekunst des Kellermeisters. Gleichwohl erkennt man natürlich den Hausstil – und Jahrgangschampagner von Krug sind nie Verlegenheitschampagner, sondern sie werden mit noch strengerer Restriktion für den Markt freigegeben, als die Jahrgangschampagner anderer Erzeuger.

Champagner: Clos du Mesnil und Clos d’Ambonnay

Eine Sonderstellung nehmen die beiden „Clos“ (Clos bedeutet so viel wie ummauerter Rebgarten) ein. Der Clos du Mensil ist ein kleiner Rebgarten im Herze von Le Mesnil und trägt 100% Chardonnay, der neue Clos d’Ambonnay ist das Pinot-Noir-Pendant dazu in Ambonnay.    

Champagne Laurent-Perrier: Grand Siècle Multi Vintage, Grand Siècle Vintage, Alexandra Rosé

Auch bei Laurent-Perrier fühlt man sich der Kontinuität verpflichtet. Die Prestigecuvée ist daher eine Vermählung verschiedener Jahrgänge, bei der besonderer Wert darauf gelegt wird, dass die Kardinaltugenden der Champagne, Frische, Eleganz, Raffinesse und harmonische Ausgewogenheit der Rebsorteneigenschaften nach Art des Hauses interpretiert werden.

Selten anzutreffen ist der Grand Siècle Vintage, denn er entspricht eigentlich nicht der Philosphie des Hauses. Vinifiziert wird er nur, wenn der zugrundeliegende Jahrgang so außergewöhnlich ist, dass er dazu herausfordert, als Grand Siècle Vintage verewigt zu werden. Die Cuvée Alexandra ist eine Kreation, die anlässlich der Hochzeit der Tochter des Hauses vinifiziert wurde. Sie rundet das Prestigeprogramm mit einem weinigen, von durchschnittlich ca. 80% Pinot Noir geprägten Champagner ab.    

Champagne Louis Roederer: Cristal, Cristal Rosé

Das Haus Louis Roederer gilt als Erfinder des Prestigechampagners. Zar Alexander II. gab die Spezialcuvée einst in Auftrag und bis heute hält das Haus unter anderem an dem Merkmal durchsichtige Flasche ohne Bodenmulde fest. Auch die Dosage ist traditionell eher hoch. Aromatisch spielt der Cristal Blanc und mehr noch der Cristal Rosé seine Stärken innerhalb von zehn bis zwölf Jahren nach der Marktfreigabe aus, für eine wesentlich längere Reife eignen sich nur wenige der in den letzten Jahren sehr gefragten und immer früher vermarkteten Cristal.  

Moet et Chandon Dom Pérignon: Dom Pérignon, Dom Pérignon Rosé, Dom Perignon Oenothèque

Der Namensgeber der wohl bekanntesten Prestigecuvée ist gleichzeitig einer der Väter des modernen Champagners. Auf die Arbeiten des historischen Benediktinermönchs gehen zahlreiche Erkenntnisse zurück, die bis heute für die perfekte Zusammenstellung von Champagnergrundweinen wesentlich sind.

Die Dom Pérignon Champagner sind im Idealfall von einer beschwingten, mühelos aromatischen Art und reifen über Jahrzehnte hinweg, indem sie bis zu drei unterschiedliche Reifestadien durchlaufen. Bemerkenswert ist die spät degorgierte Version, die unter dem Namen Oenothèque vermarktet wird. Sie profitiert von einem gegenüber der normalen Version um mehrere Jahre verlängerten Hefelager.  

Champagne Perrier-Jouet: Belle Epoque Blanc, Belle Epoque Rosé, Belle Epoque Blanc de Blancs

Ein großer Teil der Jahresproduktion dieses Hauses wird in der berühmten blumengeschmückten Flasche vermarktet. Dieses Dekor geht auf den art-déco Künstler Emil Gallé zurück. Nicht ganz so alt ist die Cuvée Belle-Epoque, trotzdem hat sie sich schnell einen Platz in den Spitzenrängen der Champagnerkarten weltweit erobert.

Das ist maßgeblich auf den Anteil markiger Cramantchardonnays zurückzuführen, die diesem Champagner Struktur und Reifepotential verleihen. Auch in der Rosévariante zeigt sich nach längerer Flaschenreife der Einfluss dieser mächtigen Grundweine. Die Farbe, in der Jugend ein kräftiges Rosé, gleicht sich nach zehn Jahren mehr und mehr der Farbe eines vollreifen weißen Champagners an. Im Belle-Epoque Blanc de Blancs findet sich dieses Prinzip auf die Spitze getrieben.  

Champagne Philipponnat: Clos des Goisses, Clos des Goisses Rosé

Der Clos des Goisses ist wie der Clos du Mesnil eine ummauerte Einzellage in der Champagne. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt hier um ca. ein halbes Grad höher, als in der übrigen Champagne. Daher bringt das Haus Philipponnat selbt in klimatisch schwierigen Jahren vollreife, üppige Champagner voller Raffinesse und Komplexität zustande.  

Champagne Pol-Roger: Cuvée Sir Winston Churchill

Die Cuvée Sir Winston Churchill ist eine Hommage an einen der größten und berühmtesten Fans des Hauses. Jeden Tag erlaubte sich der Kriegspremier ein Fläschchen vom Champagner dieses Hauses. Die Cuvée Sir Winston Churchill ist deshaln geschmacklich in Anlehnung an die historische Lieblingscuvée Churchills von Pinot dominiert, dabei geschmeidig, mit einer an Cognac erinnernden Kopfnote und einem kräftig schlagenden Herz.  

Champagne Pommery: Cuvée Louise, Cuvée Louise Rosé

Diese Spitzencuvée ist nach der in der Champagne immer noch berühmten Witwe Louise Pommery benannt. Die früh verwitwete Louise führte das Haus mit Energie und Umsicht nach vorn, indem sie den damals ungewohnten Brut-Stil erfand und als eine der ersten Arbeitgeberinnen überhaupt ihre Angestellten in privater Initiative sozial absicherte. Von der Art her ist die weiße Louise stest sehr fein, kalkig-mineralisch und ausgesprochen feminin, dabei von einem langen Nachhall. Die Rosé-Louise gehört hingegen leider zu den weniger gelungenen Prestigecuvées.  

Champagne Ruinart: Dom Ruinart, Dom Ruinart Rosé, L’Exclusive Multi Vintage

Champagne Ruinart ist das älteste Champagnerhaus. Hier pflegt man einen weinigen Stil, der sich mit der Grande Cuisine besternter Spitzengastronomen vertragen soll. Das gelingt bereits im preislich niedrigeren Segment sehr gut. Die   Prestigechampagner von Ruinart, beide nach einem neben Dom Pérignon ebenfalls für die Champagne wichtigen Benediktinermönch des 18. Jahrhunderts benannt, sind so konzentriert und dicht gewirkt, dass sie sich solo besser genießen lassen, als zusammen mit Speisen.

Bislang einzigartig ist die Cuvée L’Exclusive, die ausschließlich als Magnum hergestellt wurde und keinen Jahrgang trägt. Die Vermarktung erfolgte zum Jahr 2000, ausgeliefert wurde der Champagner, der ein hohes reifepotential hat, in einem von Christofle geschmiedeten Silberkäfig und im Humidor.  

Champagne Salon: „S“ de Salon

Dieser Champagner wird nur in Jahren erzeugt, die ganz außergewöhnlich gut sind, andernfalls werden die Trauben verkauft oder gehen in die Champagner von Delamotte ein, ein Schwesterhaus von Salon – Delamotte und Salon befinden sich übrigens beide wiederum in Besitz des Hauses Laurent-Perrier. Der „S“ de Salon ist 100%iger Chardonnay aus Le-Mesnil in Reinstkultur, voller Säure, massiver Mineralität und gigantischem Reifepotential.  

Champagne Taittinger: Comtes de Champagne, Comtes de Champagne Rosé

Der Stil des Hauses ist in den unteren Preisbereichen von einer gefälligen Fruchigkeit, bei den Prestigecuvées hingegen von allen unnötigen Schnörkeln befreit. Pure Chardonnayeleganz und edle Fruchtaromen sind hier der beste Ausdruck des Kellermeisterkönnens.

Champagne Veuve Clicquot-Ponsardin: La Grande Dame, La Grande Dame Rosé

Bei Veuve Clicquot ist der Stil immer schon fruchtig, voll, saftig und fast von barocker Anmutung gewesen. Die Grande Dame als Ehrencuvée zeigt diese Stilistik in Vollkommenheit. Die unter dem Etikett der Grande Dame vermarkteten Champagner des Hauses zeigen viel ungestüme, überbordende Frucht, Nüsse, Bratäpfel, weiße Blüten und reifen in der Regel sehr harmonisch. Die Roséchampagner dieser Linie reifen nicht ganz so schön und bereiten selten länger als zwanzig Jahre lang Freude.

Bildnachweis: 5ph / stock.adobe.com

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