Pflege Praxistipps

Pflegetheorie: Die Theorie von Krohwinkel ist mehr als die AEDLs

Lesezeit: 2 Minuten Monika Krohwinkel beschreibt in ihrer Pflegetheorie auch das Pflegerahmenmodell, das Pflegeprozessmodell, das Managementmodell und das reflektierte Erfahrungslernen. Dieser Teil der Serie stellt die unterschiedlichen Schwerpunkte vor.

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Pflegetheorie: Die Theorie von Krohwinkel ist mehr als die AEDLs

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Theorie von Krohwinkel: Fähigkeiten, Bedürfnisse und Probleme erkennen
Die Fähigkeiten, Bedürfnisse und Probleme des Pflegebedürftigen müssen von der pflegenden Person benannt werden können, um sie im Weiteren in der Pflegeprozessplanung zu berücksichtigen.

Auf der Basis sowohl der einzelnen AEDLs (Modell der fördernden Prozesspflege) als auch dem Zusammenspiel mit den entsprechenden bestehenden Wechselwirkungen, entsteht das Bild der Gesamtsituation des Pflegebedürftigen.

Pflegehandlungen sollen bewusst durchgeführt und für andere Pflegekräfte beobachtbar sein. Dabei soll zwischen der psychisch-funktionalen und willentlich-emotionalen Dimension eine fördernde Übereinstimmung existieren (Kongruenz).

Durch eine kontinuierliche Betreuung, die getragen ist von Verlässlichkeit, entsteht eine fördernde Situation für den zu Pflegenden (Kontinuität). Zusammenfassend dienen alle Kategorien der Förderung von Fähigkeiten zur Erreichung eines Höchstmaßes an Unabhängigkeit und Wohlbefinden (Unabhängigkeit und Wohlbefinden).

Theorie von Krohwinkel: Pflegerahmenmodell
Das Pflegerahmenmodell beschreibt nun das pflegerische Interesse und die Zielsetzung der Pflege. Krohwinkel geht davon aus, dass Pflege sich einerseits auf die pflegebedürftige Person mit ihren Bedürfnissen, Problemen (Defiziten), andererseits aber auch auf ihre Fähigkeiten (Ressourcen) und die Bezugspersonen wie Angehörige und Freunde richten muss.

Schwerpunkt ist es, vorhandene Bedürfnisse zu erhalten, wiederherzustellen, zu entwickeln und zu fördern, um eine größtmögliche Unabhängigkeit zu erreichen. Ziele werden anhand von pflegerischen Hilfeleistungen (Pflegemethodik) erreicht. Hierbei steht die Interaktion zwischen Pflegekraft und Pflegenden im Vordergrund der Betrachtung.

Theorie von Krohwinkel: Pflegeprozessmodell
Der Pflegeprozess besteht aus vier sich gegenseitig beeinflussenden Phasen. Die Erhebung erfolgt in der Pflegeanamnese. Hierbei sind sowohl Probleme und Bedürfnisse als auch Ressourcen zu berücksichtigen. Bei der Planung werden Pflegeziele und Maßnahmen definiert. Dies setzt insgesamt eine hohe Verantwortungs- und Entscheidungskompetenz mit der Auswahl geeigneter Pflegemethoden voraus.

In der Phase der Durchführung erfolgt die Umsetzung der Pflegeplanung. Bei der Auswertung schließlich erfolgt eine Soll-Ist-Analyse einschließlich Feedback. Kooperationsfähigkeit, Offenheit, Kritikfähigkeit, Beobach­tung und Beurteilung bilden in diesem Kontext die zentralen Anforderungsprofile der Pflegenden.

Nach Krohwinkel dient das Pflegeprozessmodell der individuellen Problemlösung. In diesem Kontext bildet die Pflegeprozessdokumentation einen zentralen Bestandteil und ist die Grundlage für die Bewertung der Pflege. Krohwinkel zeigt dabei auf, dass innerhalb dieses Prozesses neue Erkenntnisse entwickelt werden, bei gleichzeitiger Erhöhung der Wirksamkeit und Kontinuität in der Pflege.

Nach Krohwinkel bilden Pflegebedürftiger und Pflegekraft eine gleichwertige Partnerschaft, in welcher der Pflegebedürftige in jeder Phase aktiv eingebunden wird.

Theorie von Krohwinkel: Managementmodell
1993 machte Krohwinkel mit ihrem Managementmodell deutlich, dass zeitliche, personelle und strukturelle Rahmenbedingungen zur Einführung und Sicherung einer ganzheitlichen Pflege notwendig sind. Fünf verschiedene Bereiche identifiziert sie als Hauptaufgaben und Verantwortungsbereiche.

  • direkte Pflege
  • Pflegedokumentation
  • pflegerische Arbeitsorganisation
  • Diagnostik und Therapie
  • Kooperations- und Koordinationsleistung

In den drei erstgenannten Bereichen übernimmt die Pflegekraft die volle Verant­wortung für Entscheidungen, Durchführung und Evaluation. Bedarfserstellung, Diagnoseermittlung und Interventionsplanung bilden dabei professionelle Ansatzpunkte.

Im Bereich der Diagnostik und Therapie übernehmen die Pflegenden die Durchführungsverantwortung. Zudem übernehmen Pflegende auch Kooperations- und Koordinationsleistungen innerhalb anderer Berufsgruppen.

Theorie von Krohwinkel: Reflektiertes Lernen
Im Rahmen des reflektierten Lernens schließlich ist die konkrete Pflegesituation der Ausgangspunkt für eine Evaluation, was wiederum zu neuen Erkenntnissen führt. Es handelt sich somit um eine Synthese aus Erfahrungen (Praxis) und theoretischem Abgleich.

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