Pflege Praxistipps

Pflegesituation: Wenn Sie als Pflegedienst handeln müssen

Lesezeit: 2 Minuten Nicht jede Pflegesituation zu Hause ist zum Besten des Pflegebedürftigen. Immer wieder gibt es Fälle, in denen Angehörige zwar das Pflegegeld an sich nehmen, aber kaum etwas davon dem Pflegebedürftigen zu Gute kommt. Was können Sie als Pflegedienst dann tun?

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Pflegesituation: Wenn Sie als Pflegedienst handeln müssen

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Pflegesituation: Vernachlässigung zu Hause – ein Beispiel
Stellen Sie sich vor, bei einem Kunden, bei dem Sie als Pflegedienst die Behandlungspflege erbringen, ist die Pflegesituation so:

Der demenzkranke Kunde erhält Pflegegeld der Stufe 1 und lebt bei einem Angehörigen im Haus. Der Betreuer ist ein anderer Angehöriger, der nicht mit im Haus lebt und sich dort auch nicht gern sehen lässt. Ihr Pflegekunde ist in einem sehr ungepflegten Zustand, er isst unregelmäßig und viel zu wenig, die Wohnung ist verwahrlost und nicht regelmäßig geheizt. Das Pflegegeld verwalten die Angehörigen. Was können Sie in so einem Fall tun?

Wenn Pflegemitarbeiter während der Behandlungspflege feststellen, dass ein Patient keine korrekte Pflege und Betreuung bekommt, obwohl die Angehörigen ihn betreuen sollten und das Pflegegeld bekommen, muss der Pflegedienst etwas unternehmen. Der Pflegekunde muss angemessen gepflegt und betreut werden, die Pflegesituation verändert.

Pflegesituation verbessern: Erst beraten, dann eingreifen
Bevor Sie in die häusliche Situation eingreifen, sollten Sie erst andere Möglichkeiten ausschöpfen. Das bedeutet: Erst beraten. Weisen Sie den Betreuer und den Angehörigen, bei dem der Pflegebedürftige lebt, auf die Missstände hin. Empfehlen Sie Maßnahmen zur Pflege- und Betreuungsverbesserung, führen Sie eine Beratung durch. Dokumentieren Sie das Gespräch mit den Angehörigen nachweislich.

Über die Pflegesituation informieren
Wenn die Angehörigen Ihres Pflegekunden nicht bereit sind die Pflegesituation zu verbessern, sollten Sie weitere Stellen informieren. Dies sind beispielsweise behandelnde Ärzte, das Betreuungsamt oder die Pflegekasse. Bitten Sie die eingeschalteten Stellen, die Informationen vertraulich zu behandeln. Wenn die Angehörigen wissen, dass der Pflegedienst Ihnen "Ärger macht", werden sie höchstwahrscheinlich den Pflegevertrag kündigen.

Pflegesituation verbessern: Übersicht für das Beratungsgespräch

Problem der Pflegesituation Verbesserungsmöglichkeiten
Fehlende grundpflegerische Versorgung Erläutern Sie notwendige Maßnahmen.
Schlagen Sie vor, dass der Pflegedienst 1-2 Mal pro Woche kommt, um zu helfen.
Verwahrloster Haushalt,
kein regelmäßiges Heizen

Weisen Sie auf den Missstand hin. Erklären Sie deutlich, dass der Pflegebedürfitge in einem solchen Umfeld nicht gut versorgt ist.
Bestehen Sie darauf, dass das Beheizen des Hauses gewährleistet ist.
Bieten Sie an, dass der Pflegedienst einmal pro Woche eine Haushaltshilfe schickt, die den persönlichen Lebensraum des Pflegekunden reinigt.

Fehlende Ernährung Weisen Sie auf das Defizit hin, und beraten Sie über die Wichtigkeit von regelmäßigem Essen und Trinken bei Pflegebedürftigen.
Bieten Sie an, Essen auf Rädern zu organisieren.
Fehlende Betreuung und Aktivitäten Informieren Sie darüber, dass gerade ein Mensch mit Demenz Ansprache und Betreuung braucht, und nicht einfach allein gelassen werden kann.
Beraten Sie über stundenweise Verhinderungspflege.
Fehlendes Verständnis für die Demenzerkrankung Informieren Sie die Angehörigen, dass es spezielle Pflegeschulungen zu Demenzerkrankungen gibt.

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