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PC-Hardware-Fehler richtig erkennen und Gefahren rechtzeitig abwehren

Lesezeit: 5 Minuten Irgendwann erwischt es Jeden: Gerade (oder gestern) lief der PC noch, und plötzlich geht gar nichts mehr. Der Rechner zeigt kein Bild, bleibt mit kryptischen Textmeldungen direkt nach dem Einschalten stehen oder macht ungewöhnliche Geräusche. In diesem Beitrag enttarnen wir einige Tricks der PC-Profis, und mit diesem Wissen werden Sie PC-Pannen zukünftig schneller erkennen und richtig handeln.

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PC-Hardware-Fehler richtig erkennen und Gefahren rechtzeitig abwehren

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PC-Pannen zeigen charakteristische Merkmale

Pannen an einem Desktop-PC kommen immer zur falschen Zeit, kosten Nerven und Geld. In extremen Fällen können Datenverluste sogar schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Um die richtigen Pannenhilfe-Maßnahmen einzuleiten, ist es zunächst einmal wichtig, dass Sie den Fehler eingrenzen. Doch das ist ja nicht immer so eindeutig und einfach.

Speziell ohne die Möglichkeit des Austausches von Komponenten, wie es in einer PC-Werkstatt die normale Verfahrensweise ist, sind der Fehlersuche Grenzen gesetzt. Wenig bekannt ist jedoch, dass es sogar ganz ohne Spezialwerkzeug, nur mit Ihren menschlichen Sinnen sehen, hören, fühlen und riechen sowie etwas Knowhow möglich ist, Fehler zu erkennen und einzugrenzen. Das zeigen Ihnen die folgenden Beispiele aus der Trickkiste der PC-Profis.

1. Display zeigt kein Bild, Rechner "tot"

Wenn der Rechner nach dem Einschalten zwar eine leuchtende "Power-LED" zeigt, aber nicht startet und das Display kein Bild zeigt, sollten Sie Ihre Ohren spitzen. Ist das gewohnte Rauschen der Lüfter zu hören? Wenn nämlich der CPU-Lüfter defekt ist und somit die CPU-Kühlung ausgefallen ist, bemerken halbwegs moderne BIOS-Versionen das und starten den Rechner nicht. Damit wird ein Überhitzen der CPU und möglicher Datenverlust verhindert.

Gute Nachricht: In so einem Fall haben Sie keine Daten verloren, denn der Fehler betrifft die Festplatte nicht. Bei einem Rechner, der es wirtschaftlich noch wert ist, sollten Sie in der Werkstatt einen Kostenvoranschlag einholen. Die Daten der Festplatte lassen sich problemlos retten oder die Festplatte läuft nach Behebung des Fehlers einfach weiter. Die Festplatte kann auch als Zweitlaufwerk in einem neuen Rechner weiterbetrieben werden.

2. Piepst es bei Ihnen?

Eine hörbare Fehlermeldung sind die BIOS-Beep-Codes. Wenn Ihr Rechner also ungewohnte, gruppierte Piep-Geräusche von sich gibt, kontrollieren Sie im Handbuch zum Mainboard, was Ihnen diese „Piep-Show“ mitteilen möchte.

Einfaches Grundprinzip: Piept es, wird das BIOS/UEFI-Betriebsprogramm abgearbeitet, also ist die CPU und wahrscheinlich auch die Hauptplatine nicht defekt. Die Beep-Codes melden im Wesentlichen fehlenden, defekten oder inkompatiblen Arbeitsspeicher (RAM) oder eine defekt Grafikkarte. Bei diesen Komponenten ist also der Hebel anzusetzen.

Datenverlust ist auch hier nicht zu befürchten. Meldet der Rechner allerdings ohne vorherige Eingriffe BIOS/UEFI-Beep Fehler, ist von einem Fehler an den genannten Komponenten auszugehen. In der Praxis lässt sich meist mit der vorhandenen, fehlerauslösenden Komponente kein stabiler Betrieb mehr erreichen, ein Austausch von RAM oder Grafikkarte ist angesagt.

3. Optische Kontrollen: Diese Fehler können Sie sehen

Wer richtig hinguckt, kann sogar bei geschlossenem PC-Gehäuse Fehler teilweise schon durch das Sehen identifizieren. Denn PCs sind heute nicht nur mit einer „Power-LED“ ausgestattet, die das Vorhandensein des Stroms am Netzteil-Ausgang anzeigt. Zudem zeigt ein HDD-LED Zugriffe auf das Festplattenlaufwerk bzw. den Massenspeicher im System an und bei vielen Rechnern stehen optische Effekte wie Lüfter mit LED-Beleuchtung hoch im Kurs. Sehen Sie bei einem nicht mehr startwilligen PC die LED-Anzeigen nur trübe glimmen, ist ein Ausfall des PC-Netzteils wahrscheinlich.

Reparaturdiagnose: PC-Netzteile führen die Rangliste der häufigsten Ausfälle von PC-Komponenten an. Ein neues Netzteil schlägt ab rund 30 Euro zu Buche, es hat keinen Datenverlust gegeben. Tipp: Nutzen Sie die Chance und legen ein paar Euro drauf! Mit dem Einbau eines Netzteils mit geregeltem Lüfter oder sogar einem semi-passiven Netzteil schonen Sie Ihre Ohren und Ihre Nerven.

Anderes Szenario: Sie haben einen alten PC wieder instand gesetzt. Beim Einschalten leuchtet aber die LED am Diskettenlaufwerk permanent, obgleich gar keine Diskette eingelegt ist. Des Rätsels Lösung: Das 34-polige Flachbandkabel am Laufwerk ist verkehrt herum aufgesteckt. Das beschädigt das Laufwerk zum Glück aber nicht.

4. Akustische Fehlerindikatoren

In nicht wenigen Fällen können Sie Fehler sogar durch gutes Hinhören enttarnen. Wenn Sie schleifende Geräusche vernehmen, die nach ein paar Minuten von selbst wieder aufhören, handelt es sich um einen völlig verschmutzten Lüfter, vielleicht auch ein Lüfter mit einem Lagerschaden. Unangenehme schleifende und kratzende Geräusche lassen nichts Gutes ahnen, denn das ist meist die Festplatte, das Geräusch rührt von Problemen mit dem Kopfkamm oder den daran befestigten Schreib-/Leseköpfen her. Wer PC-Geräusche defekter Rechner kennt, kann auch ein deutlich vernehmbares „Klack … Klack … Klack“ richtig zuordnen. Das ist der Kopfkamm einer defekten Platte, der gegen die innere Parkposition schlägt. In beiden Fällen muss mit einem totalen Plattenausfall inklusive Datenverlust gerechnet werden.

Berüchtigt sind Fehler am PC-Netzteil, die man hören kann. Wenn es nach dem Einschalten im Gehäuse knistert, der Rechner aber nicht startet, dann sollten Sie das Gerät sofort vom Stromnetz trennen. Mit ziemlicher Sicherheit hat das Netzteil ein massives elektrisches Problem, es kann sich um Kriechströme oder um einen Kondensator handeln, der vielleicht sogar in der Laune ist, seine Existenz mit einem kräftigen Knall zu beenden. Wer das einmal erlebt hat, vergisst es so schnell nicht mehr. Wenn Sie das Gerät sofort vom Stromnetz trennen und in der Werkstatt das Netzteil tauschen lassen, geschieht Ihren Daten nichts.

5. Immer der Nase nach – olfaktorische Mittel zur Fehlerdiagnose

Der Geruchssinn gehört für uns Menschen trotz seiner im Vergleich zum Tierreich eher mangelhaften Leistungsfähigkeit (naja, das hat ja auch seine Vorteile) auch bei der PC-Pannenanalyse zu einem wichtigen sensorischen Instrument. Ihr olfaktorischer Sinn nimmt speziell wahr, wenn Elektronik oder ein Kabel schmort, es einen Kurzschluss gegeben hat, eine CPU sich bei einem alten PC in den Sockel eingeschmolzen hat, was bei neuen PCs zum Glück nicht mehr passieren kann.

In so einem Fall sollten bei Ihnen alle Warnlampen angehen! Nach Statistiken von Versicherungen und Feuerwehren gehen rund 35% aller Brände auf Fehler und Fehlbedienungen von elektrischen Geräten zurück. Trennen Sie das Gerät sofort komplett vom Stromnetz und ziehen auch alle anderen Kabel am besten ab. Das Gerät sollte dann in der Fachwerkstatt untersucht werden, dann sind auch Ihre Chancen auf Rettung Ihrer Daten am größten.

6. Hand auflegen hilft tatsächlich

Ob das Auflegen der Hand bei Krankheiten wirklich heilen kann, entzieht sich meinen weltlichen Kenntnissen. Beim PC ist das anders, auch das Auflegen Ihrer Hand auf das PC-Gehäuse liefert Informationen. Lautes Brummen und massive Vibrationen können von Daten-CDs herrühren, denn die werden ja mit voller Umdrehungszahl gelesen, Musik-CDs bei der Wiedergabe hingegen sinnvollerweise nur mit der Geschwindigkeit 1x. Gleiches gilt für Daten-DVDs.

In manchen Fällen sind Rohlinge von minderer Qualität und führen zu Vibrationen, möglicherweise sitzt ein Rohling auch nicht sauber im Zentrierloch. Treten häufig bei solchen Lese- oder Schreibvorgängen massive Vibrationen auf, ist das für den Festplattenbetrieb in dem Rechner ein erheblicher Verschleißfaktor. Wenn als Ursache die Medien auszuschließen sind, liegt es möglicherweise am optischen Laufwerk selbst.

Festplattenlaufwerke übertragen durch das Drehen der Speicherscheiben (Platter) und das Positionieren des Kopfkamms Vibrationen auf das Gehäuse, die man ebenfalls durchaus spüren kann. Bricht der Windows-Start ab und es sind ungewöhnliche Vibrationen zu spüren, eventuell begleitet von entsprechenden akustischen Anzeichen (siehe oben), ist ein Defekt an der Festplatte wahrscheinlich.

Klar ist: Jetzt wird es für PC-Anwender, die keine Datensicherung betreiben, richtig bitter. In den meisten Fällen sind die Daten der Festplatte mit Hausmitteln nicht mehr zu retten. In der PC-Werkstatt kann mit Spezial-Tools je nach Fehlertyp noch einiges gerettet werden, der Preis dieser Rettungsaktionen liegt allerdings schon höher als der Neupreis eines Festplattenlaufwerks. Geht es um Firmendaten und die Notfallrettung wertvoller und unwiederbringlicher Daten, stehen spezialisierte Datenrettungsunternehmen bereit. Richten Sie sich auf mindestens vierstellige Kosten für diese aufwändige Form der Datenrettung ein.

Weitere Tipps & Tricks zur PC-Hardware finden Sie in diesen Artikeln

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