Patchworkfamilien sollten rechtzeitig diese 5 wichtigen Dinge regeln

Während in früheren Jahrhunderten Großfamilien vorherrschten, galt noch bis vor wenigen Dekaden die Konstellation Vater-Mutter-Kind(er) als normal. Heute hingegen wird das gesellschaftliche Bild von der Patchworkfamilie geprägt – Einzelpersonen, die aus vorangegangenen Beziehungen jeweils eigenen Nachwuchs haben und als Paar zusammenfinden.

Was dabei zu beachten ist, erläutern wir Ihnen in diesen 5 Punkten:

  1. Bedürfnisse und Ängste
  2. Verschiedene Meinungen
  3. Zuneigung nicht erzwingen
  4. Kinder integrieren
  5. Nicht unbedingt am Modell festhalten

1. Die Bedürfnisse und Ängste aller Beteiligten ernst nehmen

Eines der am häufigsten geschilderten Probleme auf dem Weg zur Patchworkfamilie ist die Ablehnung, mit der Kinder neuen Partnern gegenüber stehen. Häufig artet diese negative Haltung in einen regelrechten Kleinkrieg aus – in dessen Verlauf Sie vielleicht irgendwann entnervt aufgeben und zur „Zweisamkeit“ mit Ihrem Nachwuchs zurückkehren möchten.

Doch damit würden Sie diesem nur bestätigen, dass seine Dickköpfigkeit sich gelohnt hat – und im Bedarfsfall einfach wiederholt werden muss. Die bessere Alternative ist, dass alle betroffenen Kinder und Erwachsenen ihre Bedenken gegen die neue Verbindung bzw. gegen die Gründung einer Patchworkfamilie äußern dürfen – vor allem aber, dass sie darin ernst genommen werden.

2. Verschiedene Meinungen zulassen

Natürlich wäre es schön, wenn in Ihrer neuen Familie stets Friede, Freude und Einigkeit herrscht. Doch das ist ein Wunschdenken, dem keine Konstellation gewachsen ist. Patchworkeltern und -kinder sollten die bunte Gemeinschaft lieber als schützenden Rahmen verstehen, in dem sie sich ausprobieren und aneinander wachsen können.

Dazu gehört es auch, gelegentlich unterschiedlicher Meinung zu sein – sei es in Bezug auf die Freizeitgestaltung, den Erziehungsstil oder die Ernährungsgewohnheiten. Geteilte Ansichten sind in einer Patchworkfamilie nicht ungewöhnlicher oder bedenklicher als in einer „richtigen“ Familie. Viel entscheidender ist, wie Sie, Ihr neuer Partner und Ihre (Stief-) Kinder damit umgehen bzw. umzugehen lernen.

3. Die Zuneigung einzelner Personen nicht erzwingen

Es kann vorkommen, dass eines Ihrer Stiefkinder schneller und tiefer Vertrauen zu Ihnen fasst als das andere. Und genauso gut kann es sein, dass Ihr eigener Nachwuchs bereits intensiv mit dem neuen Partner kuschelt, während seine Kinder sich Ihnen gegenüber weiterhin spreizen. Oder dass Sie als Erwachsener Probleme damit haben, alle Kinder in gleichem Maße zu lieben – besonders dann, wenn Sie als Einzelperson zu der Patchworkfamilie gestoßen sind.

Dann gilt es, diesen Umstand zu akzeptieren. Im Umgang mit Stiefeltern, -geschwistern oder auch -kindern fehlen den Beteiligten Schwangerschaft, Stillzeit und Kleinkindphase, in welcher die Bindung gefördert und gefestigt wird. Sie kann und darf unter keinen Umständen erzwungen werden, sondern muss über andere vertrauensbildende Maßnahmen entstehen.

4. Noch mehr Kinder ganz selbstverständlich integrieren

Ob Ihre Patchworkfamilie Zuwachs verträgt, entscheiden Sie weder als alleinstehende Mutter oder alleinstehender Vater noch als Stiefeltern – sondern als einander liebendes Paar. Wenn Sie beide sich sicher sind, der Herausforderung und Verantwortung gewachsen zu sein, die ein weiteres Kind mit sich bringt, teilen Sie es Ihren (Stief-) Kindern mit. Die Eifersucht oder Freude wegen eines Babys ist in einer Patchworkfamilie nicht größer oder kleiner als in anderen Konstellationen – solange Sie Ihre Entscheidung mit der nötigen Sicherheit tragen und sie einfühlsam genug vorbringen.

5. Nicht auf Biegen und Brechen an dem Modell festhalten

Möglicherweise erleiden Sie trotz aller guten Ratschläge und Vorsätze Schiffbruch bei dem Versuch, sich in eine Patchworkfamilie zu integrieren. Sei es, weil Sie keine eigenen Kinder haben oder weil das Zusammenleben mit den Stiefkindern einfach nicht funktionieren will. Dann ist es klüger, einen Schritt zurückzugehen. Es ist gut möglich, dass die Person, die Sie als Elternteil kennen und lieben gelernt haben, Sie zwar als Mensch fasziniert – im Alltag bzw. als Vater oder Mutter aber nicht überzeugen kann.

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