Homöopathie Praxistipps

Pancreas/Pancreatinum – regen Sie Bauchspeicheldrüsen-Funktion an

Lesezeit: 5 Minuten Bei vielen Menschen ist der Stoffwechsel nicht so ausgereift, dass die Verdauung gut funktioniert und gleichzeitig der Blutzuckerspiegel relativ konstant bleibt - für unser Wohlbefinden wichtige Faktoren, die von der Funktion der Bauchspeicheldrüse abhängen. Auf der Suche nach geeigneten Arzneien, um die Pankreas-Funktion anzuregen, stieß ich auf 2 wirksame Nosoden: Pancreas und Pancreatinum.

5 min Lesezeit

Pancreas/Pancreatinum – regen Sie Bauchspeicheldrüsen-Funktion an

Lesezeit: 5 Minuten

Funktion der Bauchspeicheldrüse

Bei der Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt, handelt es sich um eine Drüse, die Verdauungsenzyme und Hormone produziert und so in zweifacher Funktion bei uns wichtige Aufgaben erfüllt:

1. als Verdauungsdrüse

Mit Hilfe der Verdauungsenzyme wird die aufgenommene Nahrung so in Grundbausteine zerlegt, dass sie die Darmwände passieren, sodass sie in unser Blut- und Lymphsystem übergehen und für unsere ständige Regeneration sorgen können. Nach der Vorarbeit von Magen und Leber und vor der Resorption (Aufnahme) von Nahrungsbestandteilen oder Ausscheidung von nicht verwertbaren Anteilen durch den Darm leistet das Pankreas einen wesentlichen Beitrag zu unserer Verdauung.

Abhängig von Art und Menge der aufgenommenen Nahrung produziert es in seinen Läppchen täglich bis zu 1,5 Liter wässriges Sekret, das Eiweiß, Kohlenhydrat und Fett spaltende Enzyme und Proenzyme (Vorstufen von Enzymen) enthält und scheidet ihn in den Zwölffingerdarm aus.

2. als Hormondrüse

In etwa 5% seiner über das ganze Organ verteilten Zellen, Inselapparat oder nach ihrem Entdecker Langerhans-Inseln genannt, produziert das Pankreas die Hormone Insulin und Glucagon, die es direkt ins Blut abgibt, wo sie den Blutzuckersiegel regulieren: Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, und sein Gegenspiegel Glucagon erhöht ihn.

Einbruch des Blutzuckerspiegels

Die Höhe und Konstanz des Blutzuckerspiegels hängt neben der Pankreastätigkeit von der Menge und der Art der aufgenommenen Kohlenhydrate ab. Nehmen wir – vor allem in Zucker und Auszugsmehlen enthaltene – Ein- und Zweifachzucker zu uns, steigt der Blutzuckerspiegel (BZS) rapide an, fällt aber auch schnell wieder ab.

Ein zu niedriger BZS ruft dann Konzentrationsschwäche und Leistungsabfall hervor. Schon 90 Minuten nach Genuss von Ein- oder Zweifachzucker sinkt der BZS in den Keller, und es kommt zu Unterzuckerung mit dem typischen Heißhungeranfall, was unser Wohlbefinden und Leistungsvermögen erheblich beeinträchtigt.

Konstanter Blutzuckerspiegel (BZS)

Je weniger unsere Ernährung  anstelle von Einfach- und Zweifachzuckern, bestimmte, gesunde Vielfachzucker enthält, desto langsamer werden ihre Bestandteile im Verdauungstrakt Schritt für Schritt aufgespalten und die hierbei entstehenden Einfachzucker treten erst nach und nach in den Blutkreislauf über. Hierdurch steigt der BZS nur mäßig an, und er bleibt relativ lange auf einem konstanten Niveau und mit ihm unser  Energie- und Leistungspegel.

Heißhungerattacken treten seltener auf oder verschwinden sogar, so dass wir schneller satt werden und länger gesättigt bleiben – so lautet die Theorie. Doch was machen wir, wenn unser Organismus nur begrenzt gesunde, ballast- und faserstoffreiche Kost mit natürlichen Fettanteilen – aus Bio-Olivenöl, -Butter und Kokosfett, die den BZS relativ konstant halten, zu verstoffwechseln vermag?

Pancreas/Pancreatinum

Zwei homöopathische Organpräparate (als Sarkoden oder  – mit dem Oberbegriff für aus besonderen Ursubstanzen gewonnene Homöopathika – als Nosoden bezeichnet) aus Pankreas-Substanzen regen die Bauchspeicheldrüsen-Tätigkeit an und vermögen so, den Stoffwechsel zu verbessern:

  • Pancreas, hergestellt  aus Bauchspeicheldrüsen-Gewebe
  • Pancreatinum, gewonnen aus Bauchspeicheldrüsen-Enzym

Symptome von Pancreas/Pancreatinum

Die Firma Weleda, die Pancreas aus dem Pankreas-Gewebe des Rindes -leider nur in D 6, anstelle der in der Nosodentherapie grundsätzlich bewährten C 200 – herstellt, macht auf der Packungsbeilage von Pancreas D 6 folgende Angabe:

"Gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis gehört zu den Anwendungsgebieten die Anregung der Funktionen der Bauchspeicheldrüse, insbesondere der Eiweißverdauung, z. B. bei Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Verdauungsstörungen." 

Sat Purkh Kaur van Gestel führt in Homöopathisches Linksystem Sat für beide Arzneien folgende Symptome auf, die einen Zusammenhang zwischen einer Ohren-Infektion, einer Pankreas-Entzündung und Stoffwechselstörungen, die als späte Folgen von Ersterer auftreten können, belegen:

  • Beschwerden, die Bekannte der Betroffenen bei diesen bemerken: Verdauungsbeschwerden im Darm, 1 Stunde nach dem Essen, unverdauter Stuhl
  • entzündete Ohrspeicheldrüse – Mumps
  • entzündliche Beschwerden des Pankreas
  • Durchfall
  • Zucker im Urin
  • Schmerz in Gelenken – gichtartig
  • Diabetes mellitus, wobei Abmagerung oder Durchfall infolge der Pankreas-Beschwerden auftreten können

(Mit diesen einem Homöopathikum zugeordneten Symptomen hat es -typisch für die Homöopathie- zweierlei auf sich: Einerseits kann die homöopathische Arznei diese Symptome beim Gesunden herrufen, andererseits vermag sie diese Leiden beim Kranken zu heilen.)

Anwendung von Pancreas/Pancreatinum

Ich setze beide Arzneien kombiniert ein, da Pancreas von seiner Ursubstanz her sich eher auf die hormonelle Funktion des Pankreas bezieht und Pancreatinum eher auf die Verdauungsfunktion.
Zusätzlich zu dieser Arznei-Kombi verabreiche ich, wie ich gleich ausführen werde, Darmnosoden, um die durch die Nosoden gelösten Toxine, die die Pankreasfunktion beeinträchtigen, auszuleiten. Die Darmnosoden stabilisieren zusätzlich die Darmfunktion. Diese Kombination aus Pancreas/Pancreatinum und Darmnosoden habe ich bisher angewendet bei

  • akuter oder chronischer Pankreatitis
  • Verdauungsstörungen, die nach überstandenen Infektionen zurückblieben
  • Diabetes mellitus, Typ II

aber auch um                                                                                

  • die Pankreastätigkeit anzuregen und
  • Verdauungs-Beeinträchtigungen (wie Unverträglichkeiten, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Krämpfe) generell zu kurieren.

Fallbeispiel (gekürzt): Frau mit Verdauungsschwäche und Unverträglichkeiten

Krankheitsgeschichte:
Kindheit bis Erwachsenen-Alter

Eine ältere Frau hat als Kind – bereits in der Kindergartenzeit –  unter sehr schmerzhaften Mittelohrentzündungen gelitten. Da sie immer wieder daran erkrankt, werden später ihre vergrößerten Rachenmandeln, auch Polypen genannt, entfernt. Da die Infekte im HNO-Bereich sie trotzdem immer wieder heimsuchen, verordnet der Facharzt ihr Ohrentropfen, die Cortison enthalten.

Außerdem leidet sie seit ihrer Kindheit an Beschwerden im rechten Oberarm, Rückenschmerzen und fortwährenden Bauchkrämpfen und seit ihrem 20. Lebensjahr unter fortschreitendem Karies. Bei körperlicher Anstrengung oder psychischer Belastung bekommt sie Herzrasen und so sehr Atemnot, dass es ihr bisweilen die Sprache verschlägt, und ihr Blutdruck schnellt in die Höhe.

Erwachsenen-Alter

Mit ca. 30 findet sie heraus, dass bei ihr eine Lactose-Intoleranz  (Milchzucker-Unverträglichkeit) besteht und mit gut 50 entdeckt sie eine schwächer ausgeprägte Weizen-Unverträglichkeit. Sie isst kein Fleisch, aber Eier und Fisch und nur selten Nahrungsmittel, die Ein- oder Zweifachzucker enthalten. Obst verträgt sie kaum, würde sie aber gern täglich essen, um ihren eingeschränkten Speiseplan, der an Milchprodukten meist nur Rohmilch- und Hüttenkäse und selten Vollkorngetreideprodukte und stärkemehlhaltige Speisen enthält, erweitern zu können.

Therapie-Wünsche

Außer ihren Schmerzen möchte sie ihre Heißhungeranfälle und BZS-Schwankungen loswerden und etwa 15 Kilogramm abnehmen, weil sie sich zu kräftig findet. Bislang ist es ihr noch nicht gelungen, ihr Gewicht zu reduzieren, obwohl sie sich schon ein paar Jahre lang hierum bemüht und Sport treibt. Vom (bitte verlinken mit Stoffwechseltypentest) Stoffwechseltyp her zählt sie zum Proteintyp.

Verordnung

Ich verordne u.a. folgende Nosoden:

  • Pancreas/Pancreatinum  -täglich je 1 G in C 200- und

die Darmnosode

  • Morgan Gärtner (zuerst in derselben Dosierung und Potenz, später in höherer Potenz*),

was zu ihrem Konstitutionstyp und ihrer gelegentlichen Tendenz zu Verstopfung passt, im Wechsel mit

  • Morgan, wenn ihr Stuhlgang eher zum Durchfall tendiert, was mitunter durch den reichlichen Verzehr von Obst auftritt und

bei Bedarf  – ergänzend zu den obigen Nosoden:

  • Dysenteriae co. – zusammen einzunehmen mit
  • Proteus – falls sie sich einmal unwohl fühlen sollte – ebenfalls je 1 G in C 200.

*Im Gegensatz zu dem schon in der C 200-Potenz wirksamen Pancreas/Pancreatinum, das ich noch nicht in einer höheren Potenz zu geben brauchte, muss ich bei meinen Patienten nicht selten die Potenz der Darmnosoden erhöhen, um eine bessere Wirkung zu erzielen.

Heilungsverlauf

Die Herz-, Nerven-, Zahn- und Bewegungsapparat-Beschwerden der Frau verschwinden und die Bauchkrämpfe klingen ab. Sie kann mit Genuss Obstsalat mit Nüssen dazu (Nüsse hat sie – typisch für den Proteintyp – schon immer gut vertragen) verzehren und ebenso Gemüsegerichte, die sie zeitweilig Salaten vorzieht, mit Ei oder Fisch dazu und nach dem Erhitzen mit Rohmilchkäse überstreut, häufig ergänzt durch ein  Avocado -Dip.

Stoffwechsel-Regulierung

Die oben genannte  Medikamentation wirkt sich auch regulierend auf ihren Stoffwechsel aus:

Sie bekommt ihre Verdauungsprobleme in den Griff, wird ihre Hungeranfälle und Leistungsschwankungen los sowie körperlich und geistig leistungsfähiger und auch psychisch belastbarer.

Außerdem hat sie allmählich – innerhalb von einem knappen Jahr –  mit der erwähnten Ernährungsweise mühelos ihr Wunschgewicht erreicht. Obwohl sie sich satt isst, und sie es höchstens auf drei Mahlzeiten am Tag bringt -was normalerweise einem Proteintyp schadet und zu Gewichtsproblemen führt – braucht sie sich, seit mittlerweile gut zwei Jahren, keine Sorgen mehr um ihr konstant bleibendes Gewicht zu machen.

Fazit

Meistens werden noch weitere als die oben erwähnten Nosoden benötigt, vor allem die, die ich in meinen Artikeln beschreibe. Dies gilt besonders für Patienten mit lang bestehenden, chronischen Krankheiten, zu denen auch Schilddrüsen-Funktionsstörungen gehören. Gerade Letztere erfordern von Personen, die zu Übergewicht neigen, Geduld und Vertrauen auf die Selbstheilungskräfte bei der Anwendung der Nosoden sowie eine ihrem Stoffwechseltyp angepasste Ernährungsweise.

Aber auch ihnen bieten vor allem die zu ihnen passenden Nosoden die Chance, belastende und krank machende Toxine konsequent und effektiv auszuleiten und hierdurch allmählich so viel Wohlbefinden wie möglich zu erzielen.

Einen Test zur Bestimmung seines Stoffwechseltyps und Informationen über die entsprechende Ernährungsweise finden Sie hier:                                                        

Weitere Informationen zur Behandlung chronischer Erkrankungen mit Nosoden erhalten Sie hier:

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: