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Orthorexie: Wenn gesundes Essen zum Zwang wird

Lesezeit: < 1 Minute Orthorexie, so nennt sich eine Zwangsstörung, bei der die Betroffenen nur noch absolut und ausschließlich gesund essen wollen. Bedingt durch Lebensmittelskandale und einen allgemeinen Trend zu gesünderem Essen ("Bio") kann der Wunsch nach gesunder Ernährung krankhaft werden.

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Orthorexie: Wenn gesundes Essen zum Zwang wird

Orthorexie: Wenn gesundes Essen zum Zwang wird

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Wer von Orthorexie betroffen ist, isst nicht nur viel Obst und Gemüse und kauft im Bioladen ein. Nein, er stellt für sich selbst strenge Ernährungsregeln auf, die im Laufe der Zeit immer mehr verschärft werden. Zu einer Orthorexie kommt es nach und nach:

  • Zuerst essen die Betroffenen immer mehr Obst, Gemüse und andere sehr gesunde Nahrungsmittel.
  • Eingekauft wird nur noch in Bioläden. Alles muss aus biologisch-dynamischen Anbau sein.
  • Es wird nur noch im „Bioladen des Vertrauens“ eingekauft.
  • Es wird nur noch ganz frisch geerntetes Obst gekauft.
  • Völliger Verzicht auf Zucker.
  • Nahrungsmittel müssen selbst hergestellt werden – alle.
  • Bei Einladungen wird eigenes Essen mitgebracht, um keine konventionell hergestellten Lebensmittel verzehren zu müssen.

Hat die Orthorexie ihren Höhepunkt erreicht, verzichten Betroffene lieber ganz auf Nahrung, als etwas zu sich zu nehmen, das ihre Ernährungsregeln bricht. Verstoßen sie doch gegen ihre Regeln, bestrafen sie sich dafür selbst – meist mit noch strengeren Regeln: zum Beispiel wird Obst nur noch ganz, ganz frisch gegessen, bei der kleinsten braunen Stelle schon abgelehnt.

Zuerst ist Orthorexie sehr gesund – bis die Regeln strenger werden. Dann kann es sein, dass viele Nahrungsmittel einfach nicht mehr akzeptiert werden: Sie könnten ja mit Schadstoffen belastet sein. Oder mit Keimen. Oder den falschen Herstellungsprozess durchlaufen haben. Oder oder oder. Die Folge ist eine Mangelernährung mit einer Unterversorgung mit Vitalstoffen und starkem Gewichtsverlust.

Typische Anzeichen für eine Orthorexie

  • Betroffene denken mehr als drei Stunden pro Tag über ihre Ernährung nach.
  • Mahlzeiten werden immer lange im Voraus geplant. Spontanes Kochen ist nicht mehr möglich.
  • Essen und Genuss werden getrennt.
  • Beim kleinsten „Fehltritt“ kommt es zu Schuldgefühlen.
  • Auch Lieblingslebensmittel sind plötzlich verboten.
  • Die Ernährungsregeln werden immer strenger.
  • Die Betroffenen versuchen, ihr Umfeld zu bekehren, d. h. von einer extrem gesunden Ernährung zu überzeugen.

Bildnachweis: Robert Kneschke / stock.adobe.com

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