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Ökolabels und Bio-Siegel – Was sich dahinter verbirgt

Lesezeit: 4 Minuten Die Vielzahl an entsprechenden Kennzeichen bei Lebensmitteln ist groß. Doch Bio ist nicht gleich Bio: die Kriterien für die Herstellung der Produkte sind unterschiedlich umfassend.

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Ökolabels und Bio-Siegel - Was sich dahinter verbirgt

Ökolabels und Bio-Siegel – Was sich dahinter verbirgt

Lesezeit: 4 Minuten

Im Idealfall wünscht der Käufer sich Ware, die gesund und umweltschonend hergestellt wurde. Außerdem möchte man Produkte, die aus artgerechter Tierhaltung stammen.

Inwieweit die Bioware diese Ansprüche erfüllt, lässt sich anhand des Labels erkennen.

Vertrauen in die Hersteller

Will man sich wirklich gesünder und mit gutem Gewissen ernähren, sollte man wissen, was sich hinter dem jeweiligen Siegel verbirgt. Die Verbraucher sind zurecht manchmal misstrauisch, denn die Aufmachung einiger Produkte soll durch das Design dazu verführen zuzugreifen, ohne zu hinterfragen.

Glückliche Kühe auf der Weide und Hühner, die im Freien Körner aufpicken, auf der Verpackung abzudrucken, ist bei einigen Herstellern nur ein Trick.

Werbung lockt in so manchen Bereichen des Lebens auf eine falsche Fährte.

Automobilhersteller zeigen in TV-Spots oft Fahrzeuge vor atemberaubenden Landschaften,

auch wenn es sich bei dem Modell nicht um ein Elektro-Auto handelt.

Das Vertrauen in Hersteller und Anbieter ist wichtig. Auch im Internet bietet sich den Konsumenten eine ungeheure Vielfalt an Angeboten und Produkten.

Online Banking oder Warenbestellung erfolgen am besten nach sorgfältiger Wahl der Anbieter und Betreiber. Jedoch sollte man bei der Auswahl bedachtsam sein, vor allem wenn es um Gelder oder Bezahlungen geht. Beispielsweise beim Wetten im Internet ist äußerste Vorsicht geboten. Die Betreiber locken mit attraktiven Angeboten und man stellt sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit. Ist bet-at-Home seriös? Kann ich in diesem Online Casino ohne Hintergedanken echtes Geld einsetzen? Nicht nur beim online, sondern auch beim Kauf der Bio-Waren ist es daher wichtig nur mit der Bezahlung fortzuschreiten, wenn man sich absolut sicher dabei fühlt.

Kritisch sollte man ebenfalls beim Einkauf im Supermarkt sein.

Nur ein gut informierter Kunde kann sich sicher sein zu bekommen was er will.

Bloß weil noch etwas Erde an den Kartoffeln haftet, stammen sie deswegen nicht gleich aus ökologischer Erzeugung.

Mit gutem Gewissen

Bio ist gesünder. Außerdem möchte man dem Planeten etwas Gutes tun. Nach Möglichkeit sollen tierische Produkte von Lebewesen stammen, die mit einem gewissen Maß an Respekt behandelt wurden.

Grundsätzlich gilt für echte Bio-Ware, dass alle verpackten Bio-Produkte das EU-Bio-Label tragen müssen. Freiwillig können andere Bio-Logos abgedruckt werden.

Das aktuelle Siegel der EU zeigt weiße Sterne auf grünem Grund. Hersteller von Öko-Produkten müssen sich bei einer zugelassenen Öko-Kontrollstelle anmelden. Kontrollen gewährleisten, dass Erzeuger und Händler die Auflagen erfüllen.

Sie müssen beweisen, dass sie ökologisch wirtschaften und etwa eine Vermischung von Bioware mit konventionellen Rohstoffen vermeiden. Mindestens einmal im Jahr werden die Betriebe kontrolliert, oft auch unangemeldet.

Die EG-Öko-Verordnung fordert diese strengen Kontrollen.

Klare Richtlinien

Das EU-Siegel bekommt man nur, wenn man die Voraussetzungen erfüllt. Zu den Anforderungen gehört unter anderem, dass 95 Prozent der landwirtschaftlichen Zutaten eines Produktes aus dem ökologischen Landbau stammen muss. Bei der Erzeugung sind gewisse Inhaltsstoffe und Prozeduren ausgeschlossen:

  • Die Verwendung leicht löslichen mineralischen Düngern
  • Der Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln
  • Der Zusatz von Geschmacksverstärkern, künstliche Aromen, Farbstoffe und Emulgatoren
  • Die Herstellung des Produkts durch gentechnisch veränderte Organismen

Außerdem dürfen die Produkte nur 53 Zusatzstoffe enthalten anstatt der 316 in konventionellen Lebensmitteln.

Zudem müssen bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt werden:

  • Einhaltung der Mindestflächen für Stall oder Freilandhaltung
  • Kontrolle der Einfuhr von Produkten und Rohwaren aus Drittländern
  • Abwechslungsreiche Zwei-, Drei- und Vierfelderwirtschaft in im ökologischen Landbau
  • Ernährung der Nutztiere mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern

Mehr als Standard

Außer dem obligatorisch zu verwendenden EU-Label gibt es noch weitere Siegel.

Die Anbauverbände verlangen, dass der Betrieb komplett ökologisch arbeitet, so dass einzelne Betriebszweige nicht ausgenommen werden können.

Die Bioverbände in Deutschland fordern wesentlich mehr Platz für die Tiere als es die EG-Öko-Verordnung vorsieht. Konventionelle Futtermittel sind ebenfalls nur in noch geringeren Anteilen erlaubt.

Strengere Kriterien für die Bio-Produkte der Anbauverbände machen deren Einkauf besonders empfehlenswert.

5 Siegel für einen verantwortungsbewussten Konsum:

  • Naturland

Durch strenge Kriterien für die Erzeugung und Verarbeitung gewährleistet Naturland schon seit 1982 Qualität und hohe Standards bei den Produkten. Das Bio-Siegel verspricht deutlich mehr als es die EU-Öko-Verordnung fordert. Nach detaillierten Richtlinien vollziehen sich die Produktion und der Weg in die Regale der Händler. Außer Lebensmitteln werden auch Holzprodukte und Textilien mit dem Naturland-Siegel gekennzeichnet.

  • Bioland

Bioland beansprucht für sich, der bedeutendste ökologische Anbauverband in Deutschland zu sein. Auch bei diesem Verband gehen die Kriterien für Bio-Siegel über die EU-Öko-Verordnung hinaus. Seit 1976 ist ein geschlossener Betriebskreislauf, mit dem unter anderem die langfristige Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit sichergestellt wird, Grundlage bei der Erzeugung. Nach Möglichkeit stammen Produktions- und Futtermittel weitgehend aus dem eigenen Betrieb. Naturheilkundliche Behandlung der Nutztiere vermeidet den Einsatz von pharmazeutischen Medikamenten.

  • GÄA e.V.

Zum 1989 in Dresden ins Leben gerufenen Verband gehören heute 350 Bauern und 20 Unternehmen in 14 Bundesländern.

Spezialisierte Betriebe für Kräuter-, Gemüse- und Beerenanbau sind ebenso vertreten, so wie grüne Experten der Saatgutvermehrung oder der Teichwirtschaft.

Die Richtlinien für dieses Bio-Siegel gehen in vielen Punkten über die EU-Öko-Verordnung hinaus und fordern von den Herstellern die Gewährleistung eines hohen Standards.

  •  Deutsches Bio-Siegel

Im Grunde ähneln die Kriterien des Deutschen Bio-Siegels stark denen der EU. Jedoch ist es noch bekannter als das EU-Siegel, durch welches es als verpflichtende Kennzeichnung abgelöst wurde. Zusatzstoffe sind bei Lebensmitteln etwas stärker begrenzt. Nur 49 davon dürfen verwendet werden. Ansonsten ist der Standard mit dem der EG-Öko-Verordnung in etwa gleich zu setzen.

  • Demeter

Will man die höchsten Auflagen beachtet wissen, dann kauft man am besten die Ware von Demeter ein. Der älteste und strengste Anbauverband in Deutschland arbeitet seit 1928 nach den Kriterien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft des Anthroposophen Rudolf Steiner.

Beispielsweise werden die langfristige Bodenfruchtbarkeit und spezialisierte Bewirtschaftungsmethode garantiert. Das Bio-Siegel gibt es neben den Lebensmitteln auch für Kleidung und Kosmetik.

Große Auswahl

Auf viele Produkte mit diesen vertrauenswürdigen Kennzeichnungen stößt man mittlerweile in gewöhnlichen Supermärkten.

Doch moderne Bio-Supermärkte haben sich auf den Vertrieb der gefragten Güter spezialisiert.

Hier findet der bewusste Konsument ein reichhaltiges und umfassendes Angebot vor: Für einen Einkauf mit gutem Gewissen.

Bildnachweis: rh2010 / stock.adobe.com

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