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Nierensteine – die wichtigsten Fakten

Lesezeit: 3 Minuten Rund 5 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland haben Nierensteine. Aber wie entstehen Sie und wie kann man sie wieder loswerden?

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Nierensteine – die wichtigsten Fakten

Nierensteine – die wichtigsten Fakten

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Es ist für Laien schwer vorstellbar, dass sich im Körper richtige Steine bilden können. Wer aber bereits unter Nierensteinen gelitten hat weiß, dass das passieren kann. Nierenstein, medizinisch als Nephrolithen (griech. Nephros=Niere, lithos=Stein) bezeichnet, sind Ablagerungen in den Nierengängen oder in den ableitenden Harnwegen. Oft werden sie auch als Ureter- und Blasensteine bezeichnet.

Entstehung der Nierensteine

Es gibt viele Ursachen für die Entstehung von Nierensteinen. Meistens ist die Konzentration bestimmter Stoffe im Harn zu groß. Zu den Hauptursachen zählen Flüssigkeitsmangel, eine schlechte Ernährung, Bewegungsmangel und verschiedene Stoffwechselerkrankungen. Auch erblich bedingte Faktoren spielen bei der Entstehung von Nierensteinen eine große Rolle. Doch in den meisten Fällen kann man keine klare Ursache für die Entstehung der Nephrolithen finden. Betroffen sind vor allem Männer zwischen 25 und 40 Jahren.

Wie jeder Stein bestehen auch Nierensteine aus Mineralien. Bei Nierensteinen ist es Kalzium, Phosphat, Oxalat oder Zystin. Bei einem gesunden Menschen werden diese Stoffe mit dem Urin ausgeschieden. Aber wenn die Konzentration zu hoch ist oder die Mineralien nicht richtig ausgeschieden werden können, bilden sich Kristalle. Nach und nach überlagern sich die Kristallschichten, bis nach dem Zwiebelprinzip richtige Steine herangewachsen sind. Und wenn man nicht gegen die Steine vorgeht, wachsen sie immer weiter oder es werden immer mehr.

Nierensteine: Rekorde

Der inoffizielle Weltrekord, was die Zahl der Nierensteine angeht, wird wohl von einer Thailänderin gehalten. Ihr wurden im Jahr 2006 in einer Operation 421 Nierensteine entfernt. Ein anderer Rekord wird von einem Kanadier gehalten. Innerhalb von 15 Jahren produzierte er 3711 Nierensteine. Der schwerste Nierenstein der Welt soll 356 Gramm auf die Waage gebracht haben.

Einteilung der Nierensteine

Je nach Form oder Zusammensetzung kann man verschiedene Nierensteine unterscheiden. Klassifiziert man die Nierensteine nach ihrer Form unterscheidet man in Ventilsteine, Hirschgeweihsteine, Korallensteine oder Ausgusssteine. Nach der Zusammensetzung werden sie in die Kategorien Calciumoxalat-Steine (65 Prozent), Urat-Steine (Harnsäuresteine, 15 Prozent), Magnesiumammoniumphosphat-Steine (Struvit-Steine, 11 Prozent), die vor allem im Zusammenhang mit Infektionen auftreten und daher auch als Infektsteine bezeichnet werden, Calciumphosphat-Steine (9 Prozent), Cystinsteine und Xanthin-Steine (je 1 Prozent) eingeteilt.

Nierensteine: Diagnose

Kleine Nierensteine verursachen in der Regel keine Probleme. Wandern die Steine aber in den Harnleiter ein, können sie sich an engen Stellen festklemmen. Dies kann zu starken Schmerzen führen, die durch krampfartige Muskelkontraktionen verursacht werden. Man spricht hier auch von einer Nierenkolik. Zudem kann der Urin Spuren von Blut aufweisen. Sofern man den Nierenstein nicht entfernt, kann es zu einem Urinstau kommen, durch den auch die Niere geschädigt wird. Zudem droht eine Nierenbeckenentzündung.

Nierensteine sind durch Ultraschall oder Röntgen leicht zu sehen, wobei hierbei die Art des Steins eine Rolle spielt. Unter dem Röntgen können Urat- und Xanthinsteinen nicht erkannt werden. Größere Exemplare können auch je nach Lage erfühlt werden. Weiter können sie durch MRT, Endoskopische Untersuchungen oder eine Harnanalyse erkannt werden.

Behandlung von Nierensteinen

Kleinere Steine (unter 6mm) können einfach vom Urin herausgeschwemmt werden. Ansonsten richtet sich die Therapie nach der Art des Steins. Größere Steine werden häufig von außen oder in einem lokalen Eingriff per Endoskopie mit Stoßwellen zertrümmert. Die Bruchstücke werden anschließend mit dem Urin ausgeschieden. Harnsäure- und Zystinsteine können auch medikamentös behandelt werden. Per Chemolitholyse werden die Steine nach und nach zersetzt und sobald sie klein genug sind wieder ausgeschieden. Andere Methoden wie die Schlingenextraktion oder eine Operation kommen dank der modernen Therapiemethoden nur noch sehr selten zum Einsatz.

Nierensteinen vorbeugen

Wer einmal Nierensteine hatte, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass erneut welche auftreten. Die Rückfallquote liegt bei über 60 Prozent. Um den Prozess zu verlangsamen oder die Entstehung ganz zu verhindern, sollte man zunächst ausreichend trinken (rund 2-3l am Tag). Dadurch wird der Urin verdünnt. Es gibt weniger Ablagerungen und die kleinen Steine werden leichter hinausgeschwemmt. Weiter hilft regelmäßige Bewegung, Übergewicht abbauen und eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung. Die Ernährung hängt dabei von der Art der Steine ab. Bei Harnsäuresteinen sollten Sie beispielsweise auf Fleisch, Wurst, tierische Innereien und Hülsenfrüchte weitgehend verzichten. Bei Oxalatsteinen sollte man weniger Schokolade, Kakao, Schwarztee, Spinat oder Rhabarber essen. Bei Kalziumphosphatsteinen ist es besser, den Verzehr von kalziumreichen Lebensmitteln wie beispielsweise Milchprodukten zu reduzieren.

Bildnachweis: Om Yos / stock.adobe.com

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